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Adobe sperrt User-Konten in Venezuela doch nicht

29.10.2019 | 13:48 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Adobe wird die Konten aller seiner Nutzer in Venezuela nun doch nicht sperren. Das sind die Gründe dafür.

Adobe hat seine Ankündigung zurückgezogen, demnächst alle Nutzer-Konten in Venezuela sperren zu wollen. In einer neuen Mitteilung heißt es nun seitens Adobe, dass es nach Gesprächen mit der US-Regierung nun eine gute Nachricht für die Adobe-Nutzer mit venezolanischer Staatsangehörigkeit gibt.

"Nach Gesprächen mit der US-Regierung haben wir die Lizenz erhalten, alle unsere Produkte und Dienstleistungen im Bereich der digitalen Medien in Venezuela anzubieten", so Adobe. Dadurch könne Adobe auch alle seine digitalen Dienste und Produkte anbieten, wie etwa die Creative Cloud und Document Cloud. Alle Nutzer, die bereits den Zugang zu diesen Premium-Diensten verloren haben, sollen den Zugang innerhalb einer Woche wieder zurückerhalten.

Adobe ist seiner Mitteilung auch eine gewisse Erleichterung darüber zu entnehmen, dass das Unternehmen nun doch nicht den Anweisungen der US-Regierungen folgen leisten muss. So erklärt Adobe: "In den Wochen seit der Ankündigung haben wir direkt von Ihnen, unseren Nutzern in Venezuela, von Ihrer Leidenschaft für die Arbeit gehört, die Sie leisten. Sie haben Geschichten darüber erzählt, wie wichtig unsere Produkte für Ihre Kreativität sind und was es bedeutet, erstaunliche digitale Erfahrungen mit jedem einzelnen unserer Produkte zu machen. Wie immer engagieren wir uns weiterhin intensiv für die Förderung der Kreativität für alle, und wir freuen uns, dass wir dies in Venezuela auch weiterhin tun können."

Ursprünglich hatte Adobe eine Sperrung aller Adobe-Nutzerkonten venezolanischer Bürger am 7. Oktober 2019 angekündigt. Damals wurde auf die Executive Order 13884 der US-Regierung verwiesen, die vom US-Präsidenten Donald Trump am 5. August 2019 angeordnet wurde. Diese Executive Order verbietet allen US-Unternehmen "alle Transaktionen und Dienstleistungen" mit allen "Unternehmen, Einheiten und Personen in Venezuela". Damit will die US-Regierung den Druck auf das Regime des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro erhöhen.

Demnächst hieß es sogar, die betroffenen Adobe-Nutzer sollten für zu viel gezahlte Beträge nicht entschädigt werden, weil solche Rückzahlungen ebenfalls gegen die US-Sanktionen verstoßen würden. Kurze Zeit später besserte Adobe aber noch und versprach, den Nutzern doch eine Entschädigung zahlen zu wollen.

In US-Medien hatten Menschenrechtler die US-Sanktionen gegen Venezuela kritisiert. Diese schade der Zivilgesellschaft in Venezuela und allen noch unabhängigen Medien, die auf Adobe-Software angewiesen sind. Außerdem wären auch alle venezolanischen Adobe-Nutzer betroffen, die zwar die Staatsangehörigkeit von Venezuela besitzen, aber im Ausland leben.

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