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AVM Fritzbox 4060 im Test: Wi-Fi 6 Router ohne integriertes Modem

07.07.2022 | 14:04 Uhr |

Die Fritzbox 4060 ist ein Wi-Fi 6-Router, der zwar kein integriertes Modem hat, aber ein Triband-WLAN mit viel Tempo aufspannen kann.

Die Fritzbox 4060 ist der erste AVM-Router mit Tri-Band-Technik: Sie nutzt Wi-Fi 6 und stellt drei verschiedene WLANs zur Verfügung – je eines über 2,4 GHz sowie über die unteren und oberen Kanäle der 5-GHz-Frequenz. Deshalb lohnt sich der WLAN-Router für ein großes Funknetz mit vielen Geräten, die sich weniger in die Quere kommen, wenn Sie sie über die drei Netze verteilen. Die dritte Frequenz lässt sich alternativ als exklusive Verbindung zu einem Tri-Band-Repeater wie dem Fritz-Repeater 6000 nutzen.

Ein Modem fehlt der 4060: Für den Internetzugang kommt sie an ein VDSL-, Kabel- oder Glasfasermodem beziehungsweise einen entsprechenden Modemrouter. Der WAN-Port für diese Verbindung unterstützt 2,5 GBit/s, was die 4060 für künftige Onlineanschlüsse jenseits der Gigabit-Grenze ertüchtigt. Im Gegensatz zu den anderen AVM-WLAN-Routern der 4000er-Serie lässt sich der neue Router außerdem als Basisstation für bis zu sechs kabellose DECT-Telefone einsetzen. Analog-Telefone können Sie nicht anschließen.

Über Wi-Fi 6 überträgt der Router bis zu 6 GBit/s brutto: Er nutzt jeweils vier Datenströme, was eine Transferrate von 1,2 GBit/s über 2,4 GHz und jeweils 2,4 GBit/s über die beiden 5-GHz-WLANs ergibt. Bislang unterstützen Wi-Fi-6-Clients wie aktuelle Notebooks allerdings nur maximal zwei Datenströme: Die meisten können einen 160-MHz-Kanal zur Übertragung einsetzen, womit sie ebenfalls eine Transferrate von 2,4 GBit/s erreichen. Doch mit der Fritzbox 4060 ist bei maximal 1,2 GBit/s Schluss, weil der Router nur 80-MHz-Kanäle nutzt.

WLAN-Tempo: Fast Gigabit-Geschwindigkeit

Im Praxistest erreicht die Fritzbox 4060 sehr hohe Datenraten im Zusammenspiel mit einem 2x2-Client, der drei Meter vor dem Router steht: Das Messtool iperf zeigt beim Transfer über die hohe 5-GHz-Frequenz über 900 MBit/s an. Das bedeutet, dass selbst unter diesen fast optimalen Bedingungen die WLAN-Verbindung und nicht der Gigabit-Port der Flaschenhals der Verbindung ist. In unserem Testszenario kann die Fritzbox die hohen 5-GHz-Kanäle ungestört nutzen, während über die unteren zwei andere WLANs aktiv sind. Das wirkt sich vor allem bei der Messung über größere Entfernungen aus: Über eine Distanz von 20 Metern über zwei Zimmer hinweg, schafft der Router über 100 MBit/s mit der hohen Frequenz, aber nur 40 MBit/s über die untere 5-GHz-Frequenz.

Beim Test über 2,4 GHz erreicht die Fritzbox 4060 über die kurze Entfernung rund 200 MBit/s. Hier agieren sechs andere WLANs als Störer, weshalb der Router nur einen 20-MHz-Funkkanal nutzen kann. Über die weite Distanz schafft sie bei der 2,4-GHz-Übertragung 43 MBit/s.

Per Band-Steering verteilen Router die angeschlossenen Clients jeweils auf die für sie beste Übertragungsfrequenz: Diese Funktion prüfen wir, indem neben der Testverbindung ein PC und ein Smartphone das Netzwerk mit 4K-Videostreams belasten. Die Fritzbox 4060 macht dabei alles richtig: Den Testclient bucht sie alleine in die obere 5-GHz-Frequenz ein, wo er der zusätzlichen WLAN-Last entgehen und deshalb ohne Tempoeinbußen übertragen kann.

Die 4060 räumt außerdem endlich mit dem lahmen NAS-Tempo auf, unter dem andere Fritzboxen leiden: Beim Test mit einer externen SSD am USB-3.0-Anschluss schafft sie mehr als 100 MB/s beim Lesen und mehr als 70 MB/s beim Schreiben und ist damit ungefähr genauso schnell wie viele Netzwerkspeicher.

Die maximale Leistungsaufnahme bei der WLAN-Übertragung liegt bei über 15 Watt, im Durchschnitt zieht die Fritzbox rund 12 Watt. Damit dürfte der Tri-Band-Router in Kombination mit einem Modem die Stromrechnung mehr belasten als eine Modem-Fritzbox wie die 7590 AX , die beim WLAN-Transfer 16,5 Watt aufnimmt. Deutlich sparsamer arbeitet der 11ac-Router Fritzbox 4040 mit 6,7 Watt. Bei drei verbundenen Geräten ohne Übertragung verbraucht die Fritzbox knapp 9 Watt.

Fritzbox-Router im Vergleich: Welches ist das beste Modell?

Fazit

Die Fritzbox 4060 ist die richtige Wahl, wenn Sie Ihren Onlineanschluss hinter einem Provider-Modem mit hohem Tempo und dem gewohnten AVM-Komfort ins Heimnetz bringen wollen. Beim WLAN- und dem NAS-Tempo übertrifft sie aktuelle Fritzboxen mit Modem, hat aber weniger Anschlüsse. Außerdem ist sie fast genauso teuer.

Überblick: AVM Fritzbox 4060

+ Pro

– Contra

Schnelles Tri-Band-WLAN

Nur 80-MHZ-Kanäle

Hohes NAS-Tempo

Teuer

2,5-GBit-WAN-Port

Ausstattung und Messergebnisse

WLAN-Standard

Wi-Fi 6 (802.11ax)

WLAN-Frequenzen

2x 5 GHz / 2,4 GHz

MIMO-Streams

4 / 4

Maximales WLAN-Tempo

2x 2400 MBit/s + 1200 MBit/s

Anschlüsse

1x 2,5-GBit-WAN, 3x Gigabit-LAN, 1x USB 3.2 Gen 1, DECT-Basisstation

WLAN-Test nah (in MBit/s; 5 GHz obere Kanäle / 5 Ghz untere Kanäle / 2,4 GHz)

916 / 820 / 206

WLAN-Test 20m(in MBit/s; 5 GHz obere Kanäle / 5 Ghz untere Kanäle / 2,4 GHz)

115 / 40 / 43

NAS-Tempo (MB/s; Lesen /Schreiben)

107 / 73

Leistungaufnahme (Watt; mit/ohne Übertragung)

11,9 / 8,8

Getestete Firmware

Fritz-OS 7.29

Preis (UVP des Herstellers)

259 Euro

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