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Testergebnisse & Fazit zur AMD Radeon R9 290X

24.10.2013 | 06:01 Uhr |

In unseren Benchmarks und Tests verraten wir Ihnen, ob AMD mit der Radeon R9 290X Konkurrent Nvidia gefährden kann. Im Internet kursierte bereits im Vorfeld der Begriff "Titan-Killer" im Zusammenhang mit der Leistung der neuen AMD-Karte. Ob diese Gerüchte stimmen, lesen Sie weiter unten in den jeweiligen Abschnitten. Im Artikel " So testet PC-WELT Grafikkarten " erfahren Sie, welches Testsystem wir verwenden und wie wir unsere Tests für Grafikkarten durchführen.

Computing-Leistung unter Direct Compute und OpenCL

Direct-Compute-Leistung.
Vergrößern Direct-Compute-Leistung.

Bei der Computing-Leistung beurteilen wir die Leistungsfähigkeit des Grafikchips bei parallelen Berechnungen , die oft in wissenschaftlichen oder technischen Anwendungen zum Einsatz kommt. Luxmark 2.0 bewertet die Leistung unter der offenen Programmierschnittstelle OpenCL, Computemark prüft die Performance der DirectX-API Direct Compute. Einfache Punktzahlen respektive Samples am Ende der Tests erlauben einen einfachen Vergleich mit anderen Grafikkarten. Und der Vergleich kann sich sehen lassen: Die OpenCL-Leistung beläuft sich auf 2775 Punkte, bei der GTX 780 sind es lediglich 1208 Punkte! Einen Abstand zugunsten des AMD-Modells ergibt sich auch unter Direct Compute, die R9 290X zieht mit 2356 Punkten an der GTX 780 vorbei. Die GTX Titan schlägt sich hier jedoch etwas besser und kommt auf rund 2555 Punkte.

MULTIMEDIA-LEISTUNG

AMD Radeon R9 290X

Direct Compute (Computemark, 1920 x 1080 Pixel, Preset: Complex)

2356 Punkte

OpenCL-Leistung (Luxmark 2.0, Sala-Benchmark)

2775 Tausend/Samples pro Sekunde

Spiele-Leistung: (fast) auf Titan-Niveau

Ergebnisse aller drei Stages.
Vergrößern Ergebnisse aller drei Stages.

Unsere Spiele-Tests führen wir in Full-HD durch – der Auflösung, auf der die meisten Gamer spielen. Wir testen die AMD Radeon R9 290X so wie jede andere Grafikkarte mit Battlefield 3, Tomb Raider und Anno 2070. Für weitere Grafikeffekte kommt 3DMark von Futuremark zu Zug. Der synthetische Benchmark setzt zahlreiche fordernde Techniken ein, um insbesondere Grafikkarten möglichst stark auszulasten. Dabei durchläuft das System drei sogenannte Stages, die sich in ihren Anforderungen unterscheiden. "Fire Strike" ist der aufwändigste Parcours und nur für High-End-PCs gedacht. Battlefield 3 läuft mit 91 Bilder pro Sekunde beeindruckend flott, nicht einmal die Titan kann hier mithalten, da sie nur auf über 80 Bilder pro Sekunde kommt. In Anno 2070 liegen die beiden Grafikkarten fast gleich aus, die R9 290X verfügt nur über einen hauchdünnen Vorsprung. Merkwürdig: Im neusten Tomb Raider sind die Bildraten mit 75 Bilder pro Sekunde zwar vollkommen in Ordnung, eine GTX Titan kommt hier allerdings auf gut über 10 Bilder pro Sekunde mehr. In Firestrike des 3DMark überflügelt die R9 290X den Nvidia-Titanen.

SPIELE-LEISTUNG

AMD Radeon R9 290X

DirectX 11 (3DMark: 1920 x 1080 Pixel, Preset): Ice Storm / Cloud Gate / Fire Strike

144 856 / 25 959 / 9359 Punkte

Battlefield 3: Ultra-Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

91 Bilder/s

Tomb Raider: höchste Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

75 Bilder/s

Anno 2070: sehr hohe Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

120 Bilder/s

Umwelt-Eigenschaften: heiß und hungrig

ein 8- sowie 6poliger PCI-Express-Stromanschluss ist Voraussetzung für den Betrieb.
Vergrößern ein 8- sowie 6poliger PCI-Express-Stromanschluss ist Voraussetzung für den Betrieb.

Zum Thema Leistungsaufnahme sollte noch die integrierte Technik Zerocore Erwähnung finden. Bei längerem Leerlauf (Long Idle) schaltet das Feature den Grafikchip nahezu komplett ab um den Stromverbrauch zu minimieren. Lediglich ein Bus ist noch aktiv und signalisiert dem Computer, dass sich die Grafikkarte immer noch im System befindet. Unter Last gibt sich die AMD Radeon R9 290X leider zügellos, unsere Test-Plattform verschlingt mit der Karte ganze 414 Watt! Selbst die GTX Titan ist auf fast gleichem Leistungs-Niveau etwas sparsamer. Ebenfalls nicht in Ordnung geht die Betriebstemperatur, die bei unseren Testläufen auf happige 94 Grad Celsius klettert. Das ist eindeutig zu viel und nur eine Haaresbreite vom kritischen Level entfernt! Kein Wunder, dass da der Lüfter hörbar rauscht: In einem Abstand von 50 Zentimeter zur offenen Plattform messen wir laute 2,7 Sone. Natürlich müssen wir darauf hinweisen, dass Boardpartner auf eigene Kühllösungen setzen – zum Glück! Doch AMD kommentiert die hohe Temperatur folgendermaßen: Selbst eine Chip-Temperatur von 95 Grad Celsius ist vollkommen unbedenklich, streng genommen könnte die Grafikkarte ihr ganzes Leben lang mit dieser Temperatur unbeschadet arbeiten. Wenn Ihnen das dennoch zu viel ist, dann lässt sich die Temperatur auch problemlos im Treiber eingrenzen. Im Gegenzug büßen Sie Leistung ein, auch wenn die Karte nun leiser arbeitet.

UMWELT UND GESUNDHEIT

AMD Radeon R9 290X

Stromverbrauch des Test-PCs: Leerlauf

104 Watt

Stromverbrauch des Test-PCs: Last

414 Watt

Betriebsgeräusch: Leerlauf

1,1 Sone

Betriebsgeräusch: Last

2,7 Sone

Temperatur: Leerlauf

52 Grad Celsius

Temperatur: Last

94 Grad Celsius

Test-Fazit zur AMD Radeon R9 290X

Test-Fazit zur AMD Radeon R9 290X.
Vergrößern Test-Fazit zur AMD Radeon R9 290X.
© AMD

Die AMD Radeon R9 290X teilt richtig aus und nimmt nicht nur das aktuelle Nvidia-Top-Modell Geforce GTX 780 ins Visier, sondern kann sich auch einige deftige Seitenhiebe gegen die GTX Titan nicht verkneifen: Die Leistung übertrifft die der 780 und kratzt gefährlich an der Performance-Krone der Titan, solange wir uns in der Full-HD-Auflösung befinden – und letztendlich kann sich die R9 290X dann vor den Titanen setzen, sofern wir uns im "Uber Mode" befinden. Doch alle drei Grafikkarten schlagen sich bei den Leistungstests sehr gut, die Kritik erfolgt also auf einem hohen Niveau. Deshalb ist der entscheidende Faktor am Ende der Preis. Für Europa empfiehlt AMD 399 Euro ohne Steuern, hierzulande wären wir dann bei rund 475 Euro. Die finalen Preisempfehlungen für Deutschland sind aktuell aber noch nicht bekannt.

Die negativen Aspekte der Grafikkarte sind schnell aufgezählt: Der Stromverbrauch schnellt extrem hoch unter Last, die Temperatur und das Betriebsgeräusch des Lüfters erweisen sich ebenfalls als viel zu hoch. Des Weiteren fehlen auch Gamer-freundliche Techniken von Nvidia wie Adaptive VSync oder das kürzlich erst vorgestellte G-Sync , die das Spielerlebnis weiter optimieren sollen. Diese Faktoren dürften eine Kaufentscheidung stark beeinflussen. Es bleibt abzuwarten, wie die Boardpartner mit verbesserten Kühllösungen die Probleme in den Griff kriegen.

Doch sollte es bei dem vergleichsweise günstigen Preis bleiben, darf sich die Radeon R9 290X aktuell nicht nur den Grafik-Thron mit für sich beanspruchen, sondern kann sich auch in Sachen Preis-Leistung problemlos die Krone aufsetzen. Und mit den Spiele-Bundles AMD Never Settle Forever verfügen die Radeon-Grafikkarten über einen zusätzlichen Kaufanreiz, bei dem der Käufer aus einem Pool von bis zu neun Games selbst entscheiden darf, welche Spiele er sich holt – sehr flexibel! Aktuell gibt es beim Kauf beim grünen Konkurrenten nur maximal drei fest vorgegebene Spiele dazu.

ALLGEMEINE DATEN

AMD Radeon R9 290X

Testkategorie

Grafikkarten

Grafikkarten-Hersteller

AMD

Internetadresse von AMD

www.amd.com/de/

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

noch nicht bekannt

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