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AMD Radeon Software Adrenalin Edition: Das kann AMDs Grafikkarten-Treiber

26.07.2018 | 11:11 Uhr |

AMDs aktuelles Treiber-Update hat es wirklich in sich: App-Anbindung, ein mächtiges Ingame-Overlay und das Mitschneiden von Gameplay sind die Highlights der Adrenalin Edition.

Seit dem letzten großen Update für den AMD-Radeon-Grafiktreiber im Dezember 2017 nennt sich die Radeon Software nun Adrenalin Edition und hat einige Neuerungen spendiert bekommen, bei denen natürlich das Gaming an sich im Fokus steht. Wie gut sich die neuen Funktionen in der Praxis handhaben lassen, haben wir für Sie getestet.

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AMD Link ist eine mobile Anwendung für Android- und iOS-Geräte mit der sich die aktuellen Leistungsdaten des PCs betrachte und die Gameplay-Aufnahmen via Relive kontrollieren lassen sowie es dem Nutzer ermöglicht, Screenshots, Videos und andere Dinge über soziale Netzwerke zu teilen. Die einzige Voraussetzung, um die App zu nutzen, ist WLAN. Die Einrichtung der App selbst ist ziemlich einfach: KLicken Sie im Radeon-Treiber in der unteren Leiste auf die „AMD Link“-Schaltfläche. Dort angekommen aktivieren Sie den „AMD Link Server“ und klicken dann auf „Gerät hinzufügen“.

Die Kopplung via AMD Link klappt recht einfach.
Vergrößern Die Kopplung via AMD Link klappt recht einfach.

Wenn noch nicht geschehen, installieren Sie die App auf dem Smartphone, scannen dann den QR-Code ab, den die Treiber-Software anzeigt, und haben dann ohne weitere Einrichtungsschritte Zugriff auf die Funktionen von AMD Link. Kommt die Verbindung mit Hilfe des QR-Codes nicht zustande, ist auch eine manuelle Eingabe der für die Kopplung nötigen Daten möglich. Grundlegende Voraussetzung dafür, dass alles funktioniert: Beide Geräte, also PC und Mobilgerät, müssen sich im gleichen Netzwerk befinden.

Die Navigation in der App selbst erfolgt über die Symbole an der Unterseite, zwischen denen sich mit einem Links- oder Rechtswisch durchwechseln lässt. Im „News Feed“ bündelt AMD verschiedene Nachrichten aus den hauseigenen sozialen Kanälen, wie zum Beispiel der offiziellen Radeon-Facebook-Seite oder dem Radeon-RX-Twitter-Kanal.

AMD Link ermöglicht die Steuerung bestimmter Funktionen über eine App auf dem Smartphone.
Vergrößern AMD Link ermöglicht die Steuerung bestimmter Funktionen über eine App auf dem Smartphone.
© AMD

Im Fenster „Current Performance“ listet Ihnen die App einige Echtzeit-Daten Ihres Gaming-PCs auf. Dazu zählen die aktuellen Auslastungen von CPU, RAM, GPU und VRAM. Auch die Taktraten der Grafikkarte sind hier sichtbar, genau wie die FPS (Bilder pro Sekunde), falls auf dem System gerade jemand zockt. Die Anwendung erlaubt aber noch feinere, detailliertere Ansichten bestimmter Werte. Da wäre beispielsweise die eben erwähnte FPS-Anzeige, die sich dann wiederum in durchschnittliche, minimale und maximale FPS unterteilt.

Relive-Funktionen übers Smartphone steuern

Anstatt das Gameplay über das AMD-eigene Overlay mitzuschneiden oder Screenshots zu knipsen, lässt sich das Ganze auch über die AMD-Link-App erledigen. Tatsächlich lässt sich der aktuelle Bildausschnitt auf dem Smartphone anzeigen, die Aufnahme der Szenen übers Handy starten und beenden und auch gleich hochladen. Das gleiche funktioniert auch mit reinen Screenshots – beeindruckend! Und wer sein Spiel streamen möchte, der kann das ebenfalls über die App anstoßen. Hierbei werden alle typischen Anbieter wie Twitch und Youtube unterstützt, genau wie Facebook, Twitter und weitere.

Mit Relive können Sie ihr Gameplay aufnehmen oder auch streamen.
Vergrößern Mit Relive können Sie ihr Gameplay aufnehmen oder auch streamen.

Radeon Overlay: On-Screen-Menü mit allerhand Steuermöglichkeiten

Bei Radeon Overlay handelt es sich um ein Menü, das sich jederzeit über die Tastenkombination Alt + R (änderbar) aufrufen lässt, auch Ingame. Es erscheint auf der rechten Bildschirmseite und legt sich belegt so knapp ein Viertel des aktuellen Bilds, allerdings ist die Oberfläche auch leicht transparent. Das Menü bietet vier Unterpunkte: Relive, Performance, Chill und Color.

Unter Relive erfolgt die Aufnahmesteuerung fürs eigene Gameplay, also ein Schiebeschalter fürs Starten und Beenden des Screen-Capturings. Außerdem lassen sich hier die Aufnahmen der Tonspuren fürs Mikrofon regeln. Dort kann der User auch das Feature „Instant Replay“ aktivieren, dass beständig im Hintergrund das Spielgeschehen aufnimmt, um ja keinen überraschend spektakulären Moment zu verpassen. Auch die allgemeine Aufnahme des Desktops ist möglich, um beispielsweise Screencasts durchzuführen.

Das Radeon Overlay lässt sich mit einer Tastenkombination jederzeit einblenden.
Vergrößern Das Radeon Overlay lässt sich mit einer Tastenkombination jederzeit einblenden.

Im Abschnitt „Performance“ erfolgt die Darstellung der Statistiken des PCs, wie zum Beispiel Auslastungen der verschiedenen Komponenten oder auch die aktuellen Bilder pro Sekunde – ganz ähnlich wie die Anzeige über AMD Link (siehe oberer Abschnitt).

Unter „Chill“ hat der Gamer Zugriff auf die dynamische Energiemanagement-Technik „Radeon Chill“. Die fährt die Leistungsaufnahme der Grafikkarte herunter, sobald die vom System geforderte Grafikleistung sinkt, um Strom zu sparen und Temperaturen zu reduzieren. Hier spielen aber noch mehr Faktoren hinein: Bleiben Maus und Tastatur beispielsweise eine bestimmte Zeit lang unangetastet, wertet Radeon Chill den User als abwesend und reduziert die Energiezufuhr für die GPU. Außerdem beobachtet das Tool auch die aktuellen Bilder pro Sekunde im Spiel – passiert wenig bis gar nichts in der aktuellen Szene, schraubt der Treiber ebenfalls die Stromzufuhr herunter.

Im Overlay lassen sich jede Menge Daten einblenden und Funktionen verstellen.
Vergrößern Im Overlay lassen sich jede Menge Daten einblenden und Funktionen verstellen.

Ziel ist es also, die GPU nur mit maximaler Energie zu versorgen, wenn die Leistung auch wirklich gebraucht wird. So lässt sich auch die maximale Bildrate begrenzen, um nicht unnötig viele Frames zu produzieren, die dann sowieso ungesehen verpuffen. Zu empfehlen wären beispielsweise ein Minimum von 60 Bilder pro Sekunde und ein maximaler FPS-Wert, der der Bildwiederholfrequenz Ihres Monitors entspricht - also beispielsweise 144 Bilder pro Sekunde bei 144 Hertz.

Der nächste Abschnitt „Color“ gibt Ihnen einige Schieberegler an die Hand, um die Farbdarstellung in Echtzeit zu verändern. Dazu zählen unter anderem eine wärmere oder kältere Farbtemperatur, höhere Kontraste oder eine stärkere Sättigung.

Selbst die Farbdarstellung lässt sich in Echtzeit ändern, ein Verlassen des Spiels ist dafür nicht nötig.
Vergrößern Selbst die Farbdarstellung lässt sich in Echtzeit ändern, ein Verlassen des Spiels ist dafür nicht nötig.

Einzelne Profile für Spiele und Anwendungen

Unter dem Menüpunkt Spiele lassen sich nun für Spiele und Anwendungen individuelle Einstellungen vornehmen. Mit einem Klick auf das jeweilige Programm erscheint erst einmal das „Profil Grafikkarte“. Dort lassen sich verschiedene Grafik-Einstellungen vornehmen, wie beispielsweise den Kantenglättungsmodus, die Qualität der Texturfilterung oder auch Optionen zur vertikalen Synchronisation. „Shader-Cache“ speichert Shader auf Ihrer Festplatte, um eine geringere CPU-Auslastung und damit weniger Ruckler zu erreichen – allerdings muss das Spiel diese Technik unterstützen. Die „Frame Rate Target Control“ ist eine Funktion, um die Bildrate (also Bilder pro Sekunde) mit Hilfe des Schiebereglers auf ein beliebiges Maximum zu limitieren. Durch diese Frameraten-Begrenzung soll die Grafikkarte weniger Strom verbrauchen.

Für jede einzelne Anwendung lässt sich ein Grafikkarten-Profil anlegen: Dazu gehört auch die Bildraten-Begrenzung "Frame Rate Target Control" oder auch der "Shader-Cache", um Shader schneller zu laden.
Vergrößern Für jede einzelne Anwendung lässt sich ein Grafikkarten-Profil anlegen: Dazu gehört auch die Bildraten-Begrenzung "Frame Rate Target Control" oder auch der "Shader-Cache", um Shader schneller zu laden.

Letzteres bietet sich vor allem in weniger aufwendigen Spielen wie MOBAs à la Dota 2 oder älteren Titeln an, bei denen die Grafikkarte dann nicht mehr unnötigerweise hunderte von Bildern pro Sekunde berechnen muss. Unter „Globale Einstellungen“ lässt sich auch ein allgemeines Profil erstellen, dass dann für alle Anwendungen gilt.

Im WattMan ist es möglich, jede einzelne Anwendund mit einem eigenen Profil zu versehen sowie die Grafikkarten-Daten im Auge zu behalten.
Vergrößern Im WattMan ist es möglich, jede einzelne Anwendund mit einem eigenen Profil zu versehen sowie die Grafikkarten-Daten im Auge zu behalten.

Als nächstes kommt das „WattMan-Profil“: Hier lassen sich die Taktfrequenzen und Lüftergeschwindigkeiten der Grafikkarte für jede Anwendung einzeln anpassen. Hier lassen sich die aktuellen Werte wie GPU-Auslastung, -Frequenz und -Temperaturen in Echtzeit überwachen und über- respektive untertakten sowie die Lüftergeschwindigkeiten anpassen.

Volles Tempo! Mehr Leistung für die Grafikkarte

Anzeigenoptimierung und Freesync

Die Profile für die Videooptimierung bündelt AMD natürlich im Reiter „Video“. Hierfür bietet der Hersteller bereits einige vordefinierte Profile an, um Inhalte gebührend darzustellen: Filme schauen Sie dann wohl am besten mit „Cinema Classic“, Actioncam-Aufnahmen mit „Helmvideo“. Unter „Benutzerdefiniert“ legen Sie selbst Hand an. Doch diese Profile beeinflussen nicht nur die Farbintensität oder Helligkeit, sondern auch tiefere Anpassungen kann AMD mit Hilfe der GPU durchführen: Zum Beispiel stabilisiert die Technik Steady Video verwackelte Handyvideos. Fluid Motion Video passt die Bildrate von Bewegtinhalten an die Bildwiederholfrequenz des Bildschirms an für eine flüssigere Wiedergabe. Die getätigten Einstellungen setzt die Adrenalin Edition sofort um, über „Demo aus“ deaktivieren Sie die Echtzeitvorschau.

Flüssigeres Bild dank AMD Freesync und Nvidia G-Sync

Unter "Video" gibt Ihnen die Adrenalin Edition Einstellung an die Hand, um die Bildqualität von Videos zu verbessern. Neben vordefinierten Profilen dürfen Sie unter "Benutzerdefiniert" auch selbst Hand anlegen.
Vergrößern Unter "Video" gibt Ihnen die Adrenalin Edition Einstellung an die Hand, um die Bildqualität von Videos zu verbessern. Neben vordefinierten Profilen dürfen Sie unter "Benutzerdefiniert" auch selbst Hand anlegen.

In den Anzeigeneinstellungen dreht sich alles um Ihren Monitor und wie er Inhalte darstellen soll. Darunter fällt beispielsweise die Skalierung von Inhalten oder auch die Downsampling-Technik VSR (Virtual Super Resolution): Damit lassen sich Inhalte in höherer Pixelzahl darstellen, als der Monitor eigentlich nativ beherrscht. Auch die Bildsynchronisations-Technik Freesync lässt sich dort aktivieren, die die Bildausgabe auf dem Monitor mit der Grafikkarte synchronisiert, um eine flüssigere Wiedergabe sicherzustellen.

AMD Enhanced Sync: Die Alternative zu V-Sync

Schon seit einigen Versionen im AMD-Treiber enthalten ist auch Enhanced Sync, das eine bessere Alternative zur althergebrachten vertikalen Synchronisation (V-Sync) darstellen soll. Ist die AMD-Technik aktiv, gibt es zwar manchmal trotzdem Tearing (Zerreißen des Bildes) zu sehen, sobald die Bildrate (Bilder pro Sekunde) unter die Bildwiederholfrequenz (in Hertz) des Monitors fällt, dafür ist die Wiedergabe deutlich flüssiger. Laut AMD sogar um bis zu 92 Prozent weniger Ruckler im Spiel Overwatch. Außerdem soll Enhanced Sync eine deutlich geringere Eingabeverzögerung (Input Lag) haben. Enhanced Sync soll sich also vor allem für Spiele eignen, die in extrem hohen Bildraten gezockt werden, wie zum Beispiel Titel für E-Sport-Turniere. Die Technik funktioniert ab einer Radeon-RX-400-Grafikkarte. Im folgenden Video hat AMD die Technik schön veranschaulicht:

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