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AMD Radeon RX 6500 XT im Test: Was hat sich AMD dabei nur gedacht?

20.01.2022 | 16:30 Uhr | Sebastian Schenzinger,

AMD geht bei der GPU RX 6500 XT ein paar zweifelhafte Kompromisse ein, wie den nur 4 GB großen Videospeicher, das stark beschnittene Speicher-Interface und eine Anbindung über nur vier PCIe-Lanes - alles zur Kosteneinsparung, so der Hersteller. Im schlimmsten Fall performt die Grafikkarte dadurch bedeutend schlechter als der Vorgänger und die UVP liegt sogar höher.

In einer Zeit, in der es fast unmöglich ist, eine performante Grafikkarte zu einem vernünftigen Preis zu finden, soll die Radeon RX 6500 XT die erste GPU für rund 200 Euro sein, welche Echtzeit-Raytracing-Funktionen bietet. Und das rund drei Jahre nach der Einführung von Raytracing durch Nvidia mit den RTX-2000-Grafikkarten (zum Artikel) .

Die Radeon RX 6500 XT ist außerdem die erste GPU, welche ab Werk die 2,8 GHz-Grenze durchbricht und sie markiert das Debüt der 6-nm-Fertigungstechnologie von TSMC. Knackpunkt ist hier aber ganz klar der Preis von offiziellen 209 Euro. Die Radeon RX 6500 XT soll die erste erschwingliche Grafikkarte einer Generation werden, die aufgrund einer Mischung aus Chipknappheit, Logistikproblemen und boomender Nachfrage von Kryptowährungs-Minern von Engpässen und hohen Preisen heimgesucht wurde. 

AMD hat jedoch bei der Entwicklung der RX 6500 XT einige fragwürdige Entscheidungen getroffen. Zunächst einmal ist die Grafikkarte mit nur 4 GB Videospeicher ausgestattet, um den Wert der Karte für Krypto-Miner zu schmälern. Das ist umso interessanter, da AMD lange Zeit auf der eigenen Homepage einen Artikel online hatte, der sich mit dem Thema befasste, warum 4 GB VRAM zum Gaming zu wenig seien - nun ist der Artikel nicht mehr verfügbar.

Grafikkarten-Vergleich 2022: GeForce RTX und Radeon RX GPUs im Test - mit Rangliste

Darüber hinaus ist AMD weitere Kompromisse eingegangen, um den Preis von rund 200 Euro zu ermöglichen, und einige dieser Einschnitte können sich auf die Leistung  der GPU auswirken, je nachdem, welche Hardware Sie im Einsatz haben und mit welchen Einstellungen Sie Ihre Spiele spielen. Überdies bringt die GPU quasi keinen Leistungssprung gegenüber früheren Generationen von Grafikkarten ähnlicher Preisklasse.



AMD Radeon RX 6500 XT: hier kaufen

Offiziell liegt die UVP der RX 6500 XT bei 209 Euro, in der Realität verlangen die Händler jedoch 350 Euro und mehr. Wir haben für Sie die Händler herausgesucht, bei denen die AMD GPU gelistet ist:


Eigenschaften, technische Daten und Preis der Radeon RX 6500 XT

Die Radeon RX 6500 XT basiert auf einer neuen 6-nm-GPU von AMD, welche auf die RDNA-2-Architektur setzt. Eine Liste der Rohdaten finden Sie in der folgenden von AMD bereitgestellten Tabelle:

AMD Radeon RX 6500 XT

AMD Radeon RX 570

Architektur

RDNA 2

GCN

Fertigungsverfahren

6nm

14nm

Transistoren

5,4 Mrd.

5,7 Mrd.

Chipgröße

107 mm2

232 mm2

Compute Units

16

32

Ray Accelerator

16

-

Stream-Prozessoren

1024

2048

Game-Takt

bis zu 2610 MHz

bis zu 1168 MHz

Boost-Takt

bis zu 2815 MHz

bis zu 1244 MHz

ROPs

32

32

Videospeicher

4 GB GDDR6

4 / 8 GB GDDR5

Infinity Cache

16 MB

-

Memory Interface

64-bit

256-bit

Effektive Bandbreite

231,6 GB/s

224 GB/s

Board Power

107 W

160 W

Sofort ins Auge fallen der enorm hohe Boost-Takt von 2,8 GHz und der typische Game-Clock von 2,6 GHz. Erwähnenswert ist auch der Einsatz von 16 Ray-Accelerators. Das bedeutet, dass die Radeon RX 6500 XT in Spielen, die dies unterstützen, Echtzeit-Raytracing aktivieren kann. Zumindest in der Theorie, in der Praxis reicht die Performance und die Größe des VRAM dafür nur in den seltensten Fällen aus. Mit 16 Recheneinheiten, 32 ROPs und 16 MB an Infinity Cache bietet die Radeon RX 6500 XT jeweils nur halb so viel wie die 379 Euro teure Radeon RX 6600 XT (zum Testbericht) und auch bedeutend weniger als die 339 Euro teure Radeon RX 6600 (zum Testbericht) . Das hat zur Folge, dass die Grafikkarte nur auf 107 Watt Gesamtleistung kommt. Dadurch lässt sie sich problemlos in die meisten vorhandenen PCs mit einem freien 6-Pin-Stromanschluss einbauen.

Auch in weiteren Bereichen muss die RX 6500 XT mit starken Abstrichen leben. Am auffälligsten ist, dass AMD die GPU mit nur 4 GB GDDR6-Speicher ausgestattet hat - auch wenn dieser mit  18 Gbps taktet. 4 GB sind weniger als wir uns für eine moderne Grafikkarte gewünscht hätten, haben aber zur Folge, dass die Karte für das Mining von Kryptowährungen wie Ethereum ziemlich uninteressant ist, was der 6500 XT die Chance gibt, besser verfügbar zu sein.

Der Rest der Speicherkonfiguration ist - gelinde gesagt - genauso seltsam. Frühere Generationen an Low-End-GPUs von AMD und Nvidia setzten auf einen 128-Bit-Speicherbus. Die Radeon RX 6500 XT ist mit einem mageren 64-Bit-Bus ausgestattet, wobei Adam Kozak von AMD gegenüber Reportern erklärte, dass die Karte in Verbindung mit dem 16 MB großen Infinity-Cache und dem schnellen VRAM-Takt von 18 Gbit/s effektiv die doppelte Speicherbandbreite bietet, die man normalerweise bei einer so kleinen Busgröße erhält.  

AMD hat neben der RX 6500 XT noch die RX 6400 veröffentlicht, die jedoch nur für OEM Systeme bestimmt ist.
Vergrößern AMD hat neben der RX 6500 XT noch die RX 6400 veröffentlicht, die jedoch nur für OEM Systeme bestimmt ist.
© AMD

AMD selbst bewirbt die 6500 XT als eine 1080p-Grafikkarte für mittlere bis hohe Grafikkarteneinstellungen. Die bizarre Speicherkonfiguration hat jedoch zur Folge, dass Sie bei den Einstellungen, die Sie verwenden, vorsichtig sein müssen. Wenn Sie die Grafik auf Ultra hochfahren oder ein Spiel mit besonders hohen Speicheranforderungen spielen, kann die begrenzte Speicherkapazität und Busbreite zu störenden Einbrüchen der Framerate führen, wenn Ihr PC die 4-GB-Grenze überschreitet und den allgemeinen RAM-Pool Ihres Systems zur Hilfe nehmen muss.

Die AMD Radeon RX 6500 XT nutzt nur vier der 16 theoretisch möglichen PCIe 4.0 Lanes.
Vergrößern Die AMD Radeon RX 6500 XT nutzt nur vier der 16 theoretisch möglichen PCIe 4.0 Lanes.

Noch ärgerlicher ist in diesem Zusammenhang, dass AMD der Radeon RX 6500 XT nur vier PCIe-Express-Lanes spendiert hat. Die meisten Grafikkarten verwenden eine volle x16-PCIe-Schnittstelle, wobei günstige Karten manchmal auf x8 heruntergehen - wie zum Beispiel die RX 6600. Vier Lanes sind bei Desktop-Grafikkarten für Gamer ein Novum. Weniger PCIe-Lanes bedeuten eine niedrigere Bandbreite für die GPU, wobei PCIe 4.0-Lanes doppelt so schnell sind wie PCIe 3.0-Lanes. In einem modernen System mit einem PCIe 4.0-kompatiblen Motherboard und einer CPU (z. B. AMD Ryzen 3000-Serie oder höher und Intel 11th-Gen Core-Serie oder höher) hat die Radeon RX 6500 XT größtenteils kein Problem mit den vorgesehenen mittleren bis hohen Grafikeinstellungen zu arbeiten. Wenn Sie die Karte jedoch in ein älteres PCIe 3.0-System einbauen, können die begrenzten PCIe-Lanes die Leistung verringern - und die fällt im Vergleich zu den Vorgängern schon nicht wirklich rosig aus. 

CPU-Benchmark 2022: AMD Ryzen oder Intel Core i Prozessor? Der Ranglisten-Vergleich

Zuletzt hat AMD in seinem Bestreben, den Preis von rund 200 Euro zu erreichen, auch noch Hardware-Features entfernt, die von der großen Mehrheit der Einsteiger-Gamer nicht genutzt werden, so zumindest Kozak. (Er gab an, dass die Entscheidung, vier PCIe-Lanes zu verwenden, aus dem gleichen Grund getroffen wurde.) Als solches fehlt der Radeon RX 6500 XT die Unterstützung für die AV1-Decodierung sowie H.264- und H.265/HEVC-Codierung. Das, gepaart mit der Tatsache, dass die Radeon RX 6500 XT nur jeweils einen HDMI- und DisplayPort-Anschluss unterstützt, schränkt ihre Attraktivität für Heimkino-PCs oder für Gamer ein, die ihre Abenteuer auf Twitch streamen wollen.


Benchmarks zur Spieleleistung

Watch Dogs: Legion

Watch Dogs Ledion, 1080p medium
Vergrößern Watch Dogs Ledion, 1080p medium
© Brad Chacos/IDG

Watch Dogs: Legion war eines der ersten Spiele, welches für die neuen Konsolen erschienen ist. Ubisoft hat hierfür seine Disrupt-Engine aktualisiert, um innovative Funktionen wie Echtzeit-Raytracing und Nvidias DLSS zu implementieren. Für den Test waren diese Funktionen jedoch deaktiviert, dennoch bleibt Watch Dogs Legion ein forderndes Spiel - selbst für High-End-Hardware, besonders mit dem optionalen hochauflösenden Texturpaket. Die RX 6500 XT liegt hier knapp hinter der GTX 1650 Super zurück und kann ihre beiden direkten Vorgänger klar schlagen. Bei der Verwendung von PCIe 3.0 gehen jedoch rund acht Prozent Performance verloren.

Horizon Zero Dawn

Horizon Zero Dawn, 1080p medium
Vergrößern Horizon Zero Dawn, 1080p medium

Horizon Zero Dawn war lange ein Playstation-Exklusivtitel, gibt es mittlerweile aber auch für PC. Das Spiel setzt auf die Decima-Engine von Guerrilla Games, der gleichen Engine, die auch Death Stranding antreibt. Hier liefert sich die RX 6500 XT ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der GTX 1650 Super, muss sich jedoch der RX 5500 XT, also ihrem direkten Vorgänger, geschlagen geben. Beim Einsatz der GPU auf einem älteren System mit PCI 3.0 gehen knapp sieben Prozent Leistung flöten.

Gears Tactics

Gears Tactics, 1080p medium
Vergrößern Gears Tactics, 1080p medium

Gears Tactics basiert auf der Unreal Engine 4 und wurde von Grund auf für DirectX 12 entwickelt. Hier zeigen sich die ersten Probleme der RX 6500 XT. Mit PCIe 4.0 Anbindung liegt die Navi-GPU bereits acht Prozent hinter der RX 5500 XT zurück, bei PCIe 3.0 vergrößert sich der Abstand auf 14 Prozent. Die drei Jahre alte RDNA-GPU schlägt aber nicht nur das aktuelle Einsteigermodell deutlich, sondern war obendrein zum Marktstart auch noch 30 Euro günstiger aus - so sieht ein klarer Rückschritt aus.

Wolfenstein: Youngblood

Wolfenstein Youngblood, 1080p medium
Vergrößern Wolfenstein Youngblood, 1080p medium

Wolfenstein: Youngblood läuft auf der Vulkan-API und erreicht sehr hohe Bildraten. Außerdem unterstützt es alle möglichen Technologien wie Raytracing, DLSS 2.0, HDR, GPU-Culling, asynchrones Computing und Nvidias Content Adaptive Shading. Zum Test kam der integrierte Benchmark Riverside zum Einsatz. Erneut muss sich die RX 6500 XT nicht nur Nvidias GTX 1650 Super, sondern auch dem Konkurrenten aus eigenem Haus, der RX 5500 XT, geschlagen geben, was mehr als enttäuschend ist. 

Metro Exodus

Metro Exodus, 1080p normal
Vergrößern Metro Exodus, 1080p normal

Als eines der besten Spiele des Jahres 2019 bleibt Metro Exodus dank eines Updates auf die Enhanced Edition nach wie vor eines der am besten aussehenden Spiele überhaupt. Die neueste Version der 4A-Engine bietet eine üppige und detaillierte Grafik mit einer der beeindruckendsten und besten Echtzeit-Raytracing-Implementierungen, die bisher veröffentlicht wurden. Die Tests erfolgten im DirectX 12-Modus mit deaktiviertem Raytracing, Hairworks und DLSS. Endlich ein Spiel, in welchem die RX 6500 XT die Konkurrenz hinter sich lassen kann - und das sowohl mit PCIe 3.0 als auch PCIe 4.0 - wobei der Vorsprung recht gering ausfällt.

Borderlands 3

Borderlands 3, 1080p medium
Vergrößern Borderlands 3, 1080p medium

Borderlands 3 von Gearbox setzt standardmäßig auf DX12. Es gibt uns einen Einblick in die Leistung der populären Unreal Engine 4 in einem traditionellen Shooter, wobei das Spiel dazu neigt, AMD-Hardware zu bevorzugen. Das zeigt sich auch klar bei den Messergebnissen. Erneut liegt die RX 6500 XT an der Spitze und der Vorsprung auf den Vorgänger beträgt immerhin neun Prozent.

Strange Brigade

Strange Brigade, 1080p medium
Vergrößern Strange Brigade, 1080p medium

Strange Brigade ist ein technologisches Vorzeigeprojekt, das auf den Next-Gen-Technologien Vulkan und DirectX 12 aufbaut und mit Funktionen wie HDR-Unterstützung und der Möglichkeit, asynchrone Berechnungen ein- und auszuschalten, ausgestattet ist. Es verwendet die von Rebellion entwickelte Azure-Engine. Was bleibt groß zu den Messwerten zu sagen. Das Testfeld liegt zwar recht dicht zusammen, trotzdem findet sich die RX 6500 XT auf einem der letzten Plätze wieder. Nicht nur die RX 5500 XT, sondern auch die fünf Jahre alte RX 580 rendern schneller.

Total War: Troy

Total War: Troy, 1080p medium
Vergrößern Total War: Troy, 1080p medium

Das neueste Spiel der beliebten Total War-Saga, Troy, basiert auf einer modifizierten Version der Total War: Warhammer 2-Engine. Die Tests erfolgen mit dem intensiveren Battle-Benchmark. Das Spiel ist recht speicherhungrig und das zeigt sich bei den Messwerten. Der 16 MB große Infinity Cache in Kombination mit dem 4 GB großen Videospeicher reicht hier einfach nicht aus. Großer Knackpunkt ist jedoch das 64-Bit-Speicherinterface und die Limitierung auf nur vier PCIe Lanes. Bei der Verwendung eines Mainboards mit PCIe 3.0 liegt die RX 6500 XT satte 30 Prozent hinter der RX 5500 XT zurück. Die ist zwar ebenfalls nur mit 4 GB VRAM ausgestattet, das Speicherinterface ist jedoch mit 128-bit doppelt so groß und die PCIe Anbindung erfolgt über acht Lanes.

F1 2020

F1 2020, 1080p medium
Vergrößern F1 2020, 1080p medium

F1 2020 bietet eine breite Palette an Grafik- und Benchmark-Optionen. Es basiert auf der Ego-Game-Engine von Codemasters und bietet Unterstützung für DX12 und Nvidias DLSS-Technologie. Wir testen zwei Runden auf der Strecke in Australien, bei klarem Himmel und deaktiviertem DLSS. Hier zeigt sich, dass die RX 6500 XT mit "richtig" gewählten Settings respektive in nicht so speicherhungrigen Titeln durchaus performen kann, groß fällt der Vorsprung auf den Vorgänger aber dennoch nicht aus.

Shadow of the Tomb Raider

Shadow of the Tomb Raider, 1080p medium
Vergrößern Shadow of the Tomb Raider, 1080p medium

Shadow of the Tomb Raider schließt die Reboot-Trilogie ab und ist auch mehrere Jahre nach seinem Erscheinen noch immer beliebt. Square Enix hat das Spiel für DX12 optimiert und empfiehlt DX11 nur, wenn Sie ältere Hardware oder Windows 7 verwenden, daher testen wir mit DX12. Shadow of the Tomb Raider verwendet eine verbesserte Version der Foundation-Engine, die auch Rise of the Tomb Raider angetrieben hat, und beinhaltet optionales Echtzeit-Raytracing und DLSS-Funktionen. Erneut kann sich die RX 6500 XT knapp an die Spitze setzen und liegt vierzehn Prozent vor ihrem Vorgänger.

Rainbow Six Siege

Raionbow Six Siege, 1080p medium
Vergrößern Raionbow Six Siege, 1080p medium

Rainbow Six Siege dominiert auch noch Jahre nach seiner Veröffentlichung die Steam-Charts und wird von Ubisoft mit regelmäßigen Updates und Events unterstützt. Die Entwickler haben im Laufe der Jahre eine Menge Arbeit in die AnvilNext-Engine des Spiels gesteckt und schließlich eine Vulkan-Version des Spiels herausgebracht, die wir zum Testen verwenden. Standardmäßig senkt das Spiel die Rendering-Skalierung, um die Frameraten zu erhöhen, aber wir haben sie auf 100 Prozent gesetzt, um die native Rendering-Leistung von Grafikkarten zu testen. Die Frameraten steigen trotzdem noch an. Das Ergebnis ist interessant. Zwar liegt die RX 6500 XT hier vor ihrem Vorgänger, muss sich aber gleichzeitig der RX 580 und der GTX 1650 Super geschlagen geben.


Leistungsaufnahme, Wärmeentwicklung und Geräuschentwicklung

Die Leistungsaufnahme wird mit dem F1 2020-Benchmark in 4K über 20 Minuten gemessen. Der höchste Wert auf dem Watts Up Pro-Messgerät, das die Leistungsaufnahme des gesamten Testsystems misst, wird notiert. Dieser Test ist kein Worst-Case, sondern ein GPU-gebundenes Spiel, das mit einer GPU-gebundenen Auflösung läuft, um die Leistung zu messen, wenn die Grafikkarte stark beansprucht wird. Bei einem synthetischen Benchmark kann die Leistungsaufnahme noch höher liegen.

Leistungsaufnahme Gesamtsystem
Vergrößern Leistungsaufnahme Gesamtsystem

Alle getesteten GPUs benötigen nur einen einzigen 6- oder 8-poligen Stromanschluss, dementsprechend fällt die Leistungsaufnahme nicht so hoch aus. Dennoch zeigt sich die Energieeffizienz der RDNA 2-Architektur von AMD. Bei einer über alle Spiele vergleichbaren Performance zur RX 5500 XT und der GTX 1650 Super, fällt die Leistungsaufnahme dann eine gute Ecke niedriger aus, immerhin ein positiver Aspekt der RX 6500 XT. Leider ist die Leistungsaufnahme aber immer noch so hoch, dass ein zusätzlicher Stromanschluss notwendig ist.

Maximale Temperatur der GPUs
Vergrößern Maximale Temperatur der GPUs

Zu der Leistungsaufnahme messen wir die Wärmeentwicklung, indem sie GPU-Z während des F1 2020-Stromverbrauchstests geöffnet lassen und die höchste Temperatur am Ende notieren. Natürlich hängt die Temperatur in erster Linie vom Custom-Design des Herstellers ab, dennoch liefert die RX 6500 XT hier sehr gute Werte - bei der niedrigen Leistungsaufnahme war das aber auch nicht anders zu erwarten.


Das Testsystem

Unsere US-Kollegen der PC World setzen auf ein Testsystem mit AMD Ryzen 5000 CPU, um in der Lage zu sein, mit PCIe 4.0, Smart Access Memory und Resizable Bar testen zu können. 

  • AMD Ryzen 9 5900X

  • AMD Wraith Max 

  • MSI Godlike X570

  • 32GB G.Skill Trident Z Neo DDR4-3800 

  • EVGA 1200W SuperNova 

  • 1TB SK Hynix Gold S31 

Was die Performance-Messungen angeht, haben sich unsere Kollegen aufgrund der UVP der Karte und ihrer ungewöhnlichen Konfiguration dazu entschlossen, beim Testen ein wenig anders vorzugehen. Normalerweise testen sie Spiele mit den höchstmöglichen Grafikeinstellungen und aktiviertem temporalem Anti-Aliasing, um die Grafikkarte an die Grenze zu treiben. Aber die Radeon RX 6500 XT ist für mittlere bis hohe Settings bei 1080p ausgelegt - zu einem verhältnismäßig günstigem Preis. Daher wurde die RX 6500 XT im Vergleich zu GPUs der vorherigen Generation in einer vergleichbaren Preisklasse von 200 Euro getestet - plus oder minus 50 Euro in beide Richtungen - bei mittleren Grafikvoreinstellung für jedes Spiel.

Als Konkurrenzprodukte für die XFX Radeon RX 6500 XT Qick 210 4GB sind die folgenden Modelle verwendet worden:

  • Asus ROG Strix GeForce GTX 1650 Super 4GB, 2019, 170 US-Dollar

  • Nvidia GeForce GTX 1060 FE 6 GB, 2016, 250 US-Dollar

  • Sapphire Pulse Radeon RX 5500 XT 4GB, 2019, 180 US-Dollar

  • Asus ROG Strix Radeon RX 580 8 GB, 2017, 250 US-Dollar

Von allen getesteten Karten unterstützt nur die neue 6500 XT von AMD Echtzeit-Raytracing, weshalb sich unsere Kollegen dazu entschieden haben, die Raytracing-Benchmarks heute auszulassen, um sich auf etwas zu konzentrieren, das vielleicht noch wichtiger ist: die Leistung in neuen und älteren PCs. So sind für die RX 6500 XT Performance-Werte im PCIe 3.0- und PCIe 4.0-Modus angegeben, da sie nur über vier PCIe-Lanes verfügt. So können Sie sehen, welche Leistung Sie erwarten können, wenn Sie diese GPU in ein älteres System einbauen, welches noch kein PCIe 4.0 unterstützt.

Hinweis: Dieser Artikel ist zunächst bei unseren US-Kollegen der PCWorld unter dem Titel " AMD Radeon RX 6500 XT review: A weird graphics card you might actually afford " erschienen. 

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