2633724

xHamster droht Netzsperre - Telekom und Vodafone prüfen erstmal

27.12.2021 | 15:25 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Für xHamster wird es eng, eine deutsche Aufsichtsbehörde verlangt unter anderem von Telekom und Vodafone eine Netzsperre gegen das Pornovideoportal. Update: Telekom prüft.

Dem Pornovideoportal xHamster droht in Deutschland eine Netzsperre. Da xHamster keine Altersüberprüfung einrichte, um Kindern und Jugendlichen den Zugriff auf sein pornografisches Angebot zu verwehren. Da außerdem eine rechtskräftige Verfügung vorliege, gegen die keine Rechtsmittel mehr möglich seien, plane die Landesanstalt für Medien NRW Netzsperren. Das berichtet unter anderem die FAZ.

Der Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen betont, dass es sich bei den Inhalten von xHamster um Pornografie handeln würde und es für dieses Angebot keine Altersüberprüfung geben würde und zudem deutsches Recht anwendbar sei. Da xHamster laut der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen nicht mit der Aufsichtsbehörde kommunizieren würde und keine Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen umsetzen würde, habe die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen Netzbetreiber wie zum Beispiel Deutsche Telekom und Vodafone darüber informiert, dass es in deren Netzen illegale Inhalte geben würde, die zu sperren seien. Jetzt würde man die Internetzugangsprovider anhören. Danach wolle die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen ihre Entscheidung fällen. Sowohl Telekom als auch Vodafone erklärten, dass sie die Rechtslage gerade prüfen würden.

Stellungnahme von Vodafone

Wir fragten bei Vodafone nach, wie der Stand der Dinge sei und ob Vodafone den Zugang zu xHamster in seinem Netz unterbinden werde. Vodafone antwortete uns prompt:

„In Sachen xHamster beabsichtigt die Landesmedienanstalt NRW (LfM NRW) Accessprovider, darunter auch Vodafone, zur Sperrung der betroffenen Internetseiten aufzufordern. Eine Sperrverfügung für diese Seiten liegt Vodafone nicht vor. Stattdessen ist bei uns ein Anhörungsschreiben der Landesanstalt für Medien NRW eingegangen. Wir arbeiten gerade an der rechtlichen Bewertung und werden in unserer Antwort an die LfM NRW auch die Beschlüsse des Verwaltungsgerichts (VG) Düsseldorf vom 1. Dezember 2021 berücksichtigen. Wir haben hierzu Akteneinsicht beantragt und diese auch erhalten. Diese Akten können wir nun sichten und bewerten, um dann ein vollständiges Bild des zugrundeliegenden Sachverhaltes zu bekommen." Zitat Ende

Stellungnahme der Deutschen Telekom

Die Deutsche Telekom sagten uns wiederum: "Grundsätzlich haben wir uns nach den geltenden rechtlichen Grundlagen zu richten. Demnach setzen wir Zugangssperren nur dann technisch um, wenn diese rechtskräftig angeordnet werden. Allerdings stehen wir solchen Netzsperren kritisch gegenüber." Zitat Ende

Das sagt xHamster

xHamster wiederum teilte laut Medienberichten mit, dass man Netzsperren für keine optimale Lösung halte und durchaus bereit sei mit den deutschen Behörden zusammenzuarbeiten. Man könne durchaus Altersüberprüfungen einsetzen. Das müsse dann aber branchenweit geschehen. Sprich: Auch konkurrierende Pornovideoportale müssten dann Lösungen für eine Altersüberprüfung einführen.

Porno-Seiten in Deutschland drohen Sperre - Youporn bald offline?

Pornhub entfernt knapp 9 Millionen Sex-Videos - der Grund

Pornhub: Mathe-Lehrer gibt Nachhilfe über Porno-Portal

Deep Fake: App generiert Pornos in Sekunden

Luscious: Porno-Webseite leakt Daten ihrer Nutzer

PC-WELT Marktplatz

2633724