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iPhone SE 2: Wird das neue Modell ein Remix? Kommentar

06.09.2019 | 16:31 Uhr | Stephan Wiesend

Schon im nächsten Frühjahr soll Apple ein neues iPhone SE auf den Markt bringen, dafür gibt es gute Gründe. Auf ein iPhone X für 500 Euro sollte man aber besser nicht hoffen.

Gerüchte über ein neues iPhone SE gab es schon öfter , war das kleine SE doch ein von vielen Nutzern heiß geliebtes Kompakt-Smartphone: Leicht, immer dabei und mit einer Hand bedienbar. Meist waren es nur reine Spekulationen, jüngste Gerüchte über einen Nachfolger klingen aber diesmal ziemlich glaubwürdig und auch andere Faktoren sprechen für eine Neuauflage – vielleicht sogar unter dem Namen iPhone SE: Offensichtlich plant Apple im Frühjahr ein günstiges  Basis-iPhone auf den Markt bringen – Name und Preis sollen allerdings noch nicht feststehen. Es soll ein LCD-Display mit 4,7-Zoll erhalten und mit Touch ID ausgestattet sein – und auf dem iPhone 8 basieren, mehr ist aktuell nicht bekannt. Wir tippen auf einen Preis knapp unter 500 Euro. Was kann man aber von dem neuen iPhone erwarten? Wird es vielleicht sogar ein interessanteres Produkt als die nächste Woche erscheinenden Top-Modelle?

Billiges iPhone 8 oder aufgewertetes iPhone 7?

Es wäre nicht das erste Mal, dass Apple beim Design eines neuen Produktes einen Schritt zurückgeht. Ähnlich wie beim iPad Air und iPad 9,7-Zoll wäre beim Design einen Rückgriff auf ältere Modellversionen möglich.

Das aktuelle iPhone 8 ist als Einstiegs-iPhone noch zu teuer und kostet im Handel knapp 600 Euro. Ein simples Update des iPhone 8 ergibt deshalb wenig Sinn. Vielleicht setzt Apple beim neuen Einstiegsmodell sogar das Gehäuse des iPhone 7 ein, das etwas simpler als das damalige Top-iPhone 8 aufgebaut ist – um die oft splitternde Glasrückseite wäre es ja nicht schade. Allerdings sollen die Herstellungskosten fast identisch sein und das iPhone 7 ist doch schon sehr alt – und auch in China und Indien weiß ein Kunde, dass dieses Modell schon 2016 auf den Markt kam.

Volle Ausstattung? Wohl eher nicht

Für seine Einstiegsmodelle wie iPad 9,7-Zoll oder iPad Air nutzte Apple zuletzt aber noch einige andere Methoden, um es von den Top-Modellen abzugrenzen und Kosten zu sparen – Kürzungen bei der Ausstattung. Oft gibt es Einstiegsmodelle nur noch mit verringerter Kapazität. Während es das iPhone 8 aktuell nur mit 64 GB und 256 GB Speicherausstattung gibt, könnte es das kommende 4,7-Zoll-Modell vielleicht nur mit 32 und 128 GB geben. Bei weiteren „Premium-Features“ wie dem unter iOS 13 nur noch eingeschränkt unterstützten 3D-Touch-Display, Unterstützung für den P3-Farbraum und drahtlosem Laden hätte Apple weiteres Einsparpotenzial. 5G-Unterstützung sollte man für das kommende Modell ebenfalls nicht erwarten.

Warum ein viertes Modell?

Ein neues Einstiegsmodell würde viel Sinn ergeben, fehlen doch nach Erscheinen der Nachfolger von iPhone XS und XR günstige „Vorjahresmodelle“. Bisher hatte Apple die Vorjahresmodelle ja immer als preisgünstigere Alternativen im Angebot behalten, durch die neue Modellpolitik mit teuren Top-Modellen lässt sich dies aber kaum noch sinnvoll weiterführen. Und die letzten echten Einsteigermodelle iPhone 7 und iPhone 8 werden immer älter…

Nicht nur in China oder Indien ist aber selbst vielen Apple-Fans sogar die Einstiegs-Modellreihe XR zu kostspielig – anderen einfach zu groß und schwer. Die beste Alternative zum Senken der Preise: Ein neues Einstiegsmodell, das den profitablen Umsatzbringern keine Kunden abnimmt.

Warum kein kleineres XR?

Viele hoffen natürlich auf eine günstigere Version des XR oder XS. Auch ein randloses Display mit in den Display integrierten Fingerabdruckscanner wäre toll, ist aber leider unwahrscheinlich: Ein solches Modell würde die Käufe der Topmodelle XS oder auch iPhone 11 zu sehr schwächen und wäre in der Herstellung zu teuer. Als SE-Kunde wird man im Konzept einige Generationen zurückgehen müssen – zu Touch ID und dem iPhone 8.

Kamera und CPU

Für das iPhone 7 wäre auf jeden Fall ein Upgrade fällig: Die damals verbaute A10 Fusion-Chip ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit und gerade in Bereichen wie Multiprozessorleistung und Grafikleistung abgehängt. Er wird zwar im neuen iPod Touch verbaut, hat aber in einem iPhone nichts mehr verloren. Der A11-Chip des iPhone 8 wäre eigentlich noch völlig zeitgemäß, ein Wechsel zum A12 Chip ist aber sehr wahrscheinlich. Mit dem iPhone 8 verbesserte Apple auch die Kamera deutlich, vermutlich wird Apple diese im neuen iPhone übernehmen.

Warum 4,7-Zoll?

Ein 4,7-Zoll-Display ist für 2020 etwas enttäuschend aber wohl unvermeidlich. Aus technischen Gründen ist Apple hier etwas eingeschränkt, da das iOS von bestimmten Bildschirmproportionen ausgeht – Apple kann also nicht einfach ein 5-Zoll-Display mit HD-Auflösung einsetzen. Und ein OLED-Display wäre Apple zu teuer. Typisch für Gerüchte aus Zuliefererkreisen: Name und Preis sind nicht bekannt, die Lieferanten der LCDs Japan Display und LG Display scheinen schon festzustehen.

Fazit:

Auf ein kommendes "iPhone SE" sind wir sehr gespannt, für viele Anwender könnte dieses iPhone ein toller Nachfolger eines alten iPhone SE oder iPhone 7 werden. Zu viel Innovation und Leistung sollte man aber wohl nicht erwarten, dazu sind die am nächsten Dienstag vorgestellten Top-Modelle einfach zu wichtig.

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