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Das kann iOS 11: iPhone und iPad werden schlauer

22.09.2017 | 09:35 Uhr |

Bereits nach drei Tagen sorgt iOS 11 für signifikante Spuren im Web: Weltweit sollten bereits 6% der Nutzer umgestiegen haben.

Update: 22.09.2017:

Schneller Umstieg : iOS 11 ist seit Dienstag dieser Woche in der finalen Version verfügbar und offenbar haben bereits viele Besitzer von iPhone, iPad und iPod Touch sich zum Update entschlossen. Nach Zahlen der unabhängigen Webmetriker von Stat Counter waren nach zwei Tagen schon 6,2 Prozent aller iOS-Geräte auf das neue System aktualisiert. Das ist schon recht viel, bedenkt man, dass auch nach einem Jahr erst 14,6 Prozent aller Android-Geräte auf die aktuelle Version Nougat umgestiegen sind. Auf unserer Webseite sorgt iOS 11 seit drei Tagen für rund 40 Prozent aller Zugriffe mit iOS-Systemen. Auf dem Platz eins befindet sich noch logischerweise iOS 10.3.3 mit rund 50 Prozent. Diese Zahlen lassen sich jedoch nicht auf die Gesamtbenutzung im ganzen Web skalieren, da unsere Leser tendentiell schneller neue Systeme ausprobieren.

Ursprüngliche Meldung:

Wer sich im vergangenen Jahr die überarbeitete App Musik ansah, hatte – ohne es zu wissen – schon die Optik von iOS 11 vor Augen. Zu dem jüngsten Update für iPhone und iPad hat Apple zwar mit wenigen Ausnahmen kein neues Design geliefert, aber Oberfläche und Apps präsentieren sich aufgeräumter und schneller erfassbar. 

Überarbeitete Optik

Das liegt zum einen an den kräftigen Überschriften, zum anderen der pointierteren Darstellung von Text und grafischen Elementen. Bleiben Sie in den Tagen nach dem Update aufmerksam, denn beim ersten Öffnen unter iOS 11 präsentieren sich viele Apps mit ihren wichtigsten (neuen) Funktionen.

Mit iOS 11 ist jetzt vieles möglich, was in den Vorgängerversionen nicht machbar war. iPhone und iPad sind deutlich unabhängiger vom Rechner. Dabei ist iOS 11 flexibel genug, um den Anforderungen mobilen Arbeitens gerecht zu werden. Ob es Mac-Nutzer ernsthaft zum Umstieg bewegen kann, wie es Apple behauptet, wagen wir allerdings zu bezweifeln. iPad und iPhone bleiben eine Ergänzung zum Mac. Auch die Spekulation, dass sich die Trennung in künftigen Versionen von macOS und iOS auflösen wird und beide Betriebssysteme zu einem zusammenwachsen, erhält durch das Update keine neue Nahrung.

Dock und Multitasking

Die wohl augenscheinlichste Neuerung von iOS 11 am iPad ist das neue Dock, in dem bis zu 13 häufig verwendete Apps Platz finden. Gleichzeitig zeigt das Dock immer die letzten drei Apps an, die sich nicht regulär im Dock befinden. Dadurch läuft der App-Wechsel deutlich schneller ab. Auch das Multitasking hat Apple massiv verbessert: App-Fenster sind prominenter angezeigt, Dashboard und App-Umschalter zusammen gelegt.

App-Spaces und Slide Over

Ein neues Feature im Rahmen des Multitaskings sind die sogenannten App-Spaces: Bislang konnten zwei Apps nebeneinander nur im Modus Slide Over oder Splitview angezeigt werden. Schalteten Sie die App um, war auch dieses Arrangement dahin: Sie mussten die zweite App wieder neben die erste legen. Apple hat das Problem mit sogenannten App-Spaces gelöst: Zwei App-Fenster werden nun als Arrangement im App-Umschalter abgelegt. Wenn Sie eine andere App öffnen, bleibt die Anordnung anschließend erhalten. Das klassische Slide Over wurde ebenfalls aktualisiert: Die zweite App können Sie jetzt als Overall einblenden und auch links auf den Bildschirm ziehen.    

Drag-and-Drop

Drag-and-Drop gehört auf PCs und Macs seit Jahrzehnten zum Standard-Repertoire, wenn es darum geht, Dateien zu speichern, zu verwalten oder zwischen Programmen auszutauschen. Mit iOS 11 hat Apple diese Funktion auch endlich in iOS integriert: Wenn Sie zum Beispiel ein hübsches Bild in Safari finden, müssen Sie es nicht mehr umständlich erst im Ordner „Aufnahmen“ speichern und dann in einer anderen App öffnen, sondern Sie können es direkt ins Dock auf ein App-Symbol ziehen. So können Sie ein Foto zum Beispiel direkt in der Notizen-App ablegen oder mit Pixelmator bearbeiten. Das klappt natürlich nicht nur mit Fotos, sondern auch mit Artikeln im Web, Texten und verschiedenen anderen Dateiformaten. 

Dateimanager

Zu den wohl am meisten vermissten iOS-Features aller Zeiten zählte ein Dateimanagement. Das ist jetzt vorbei. Die App Dateien in iOS 11 zeigt Ihnen alle Dateien auf dem iOS-Gerät, in Apps und auf Cloud-Diensten an, die Sie bisher umständlich über die verschiedenen Apps hinweg einsammeln und über den Teilen-Dialog in jeweils andere Apps oder Dienste übertragen mussten. Der iOS-11-Dateimanager vereinfacht die Organisation von Dokumenten und hilft, bei der Arbeit über mehrere Apps hinweg nicht die Übersicht zu verlieren. Gleichzeitig gibt es mit der App jetzt einen zentralen Anlaufpunkt für Materialsammlungen: Sie können zum Beispiel bei der Recherche schnell Informationen in Ordnern zusammenstellen und die Dateien zwischen Apps und Ordnern verschieben. Auch das Erstellen einer Arbeitskopie oder das Umbenennen von Dateien stellt jetzt kein Problem mehr dar. Mit dem Finder des macOS oder dem Windows-Explorer ist die App allerdings nicht vergleichbar: Zugriff auf das iOS-Dateisystem gibt es hier nämlich nach wie vor nicht.

Neuer App Store

Mit iOS 11 findet auch ein runderneuerter App Store seinen Weg auf iPad und iPhone. Mit minimalistischem Design nach Art moderner Websites ist der App Store jetzt deutlich schneller und vor allem übersichtlicher, als er es in den Vorgängerversionen von iOS war. Gleichzeitig wurde der Store inhaltlich ausgemistet: Apple hat umsortiert und setzt 64-Bit-Verfügbarkeit bei neuen Apps  voraus. Wenn eine App nicht den Qualitätskriterien entspricht, fällt sie aus dem Store. 

Beim Design des neuen App Stores hat Apple das Kunststück vollbracht, die Bedienung massiv zu vereinfachen und den Informations-Overkill zu reduzieren, ohne dass der Store dabei an Gehalt eingebüßt hätte. Der dadurch erzielte Performance-Gewinn ist erstaunlich: Der neue App Store ist nicht nur technisch deutlich schneller, sondern auch wesentlich besser zu bedienen.

Runderneuerte Notizen-App

Die Notizen-App scheint für Apple inzwischen immer wichtiger zu sein: Hier wurden mit iOS 11 zahlreiche praktische Neuheiten wie ein Dokumentenscanner, Handschrift-erkennung integriert. Zusätzlich ist Notes jetzt ein „kleines“ Pages, das vielfältige Textformatierungen ermöglicht, darunter sogar Tabellen. Die verbesserte Funktion zum Zeichnen erlaubt es, getippte Dokumente mit handschriftlichen Zeichnungen oder Text zu ergänzen. Und natürlich ist Drag and drop auch innerhalb der Notizen-App möglich.

Notizen: Handschrifterkennung

Ein besonderes Schmankerl in iOS 11 ist die neue Handschrifterkennung: Die überarbeitete Notizen-App erlaubt nun handschriftliche Notizen mit den Fingern, dem Apple Pencil oder günstigen Touch-Stiften. Sie kann – Mac-Veteranen werden mit Grauen an den Newton denken – die Handschrift tatsächlich auch erkennen und den Inhalt indizieren, wodurch sich Niederschriften später durchsuchen oder wieder aufspüren lassen. Wenn das klappt, ist es ein hervorragendes Hilfsmittel in jeder nur denkbaren Situation: Handschriftliche Notizen an der Universität und in Meetings wären endlich eine hilfreiche Ergänzung, statt nur Spielerei. In der Praxis steht und fällt die Qualität dieses Features aber mit der Leistungsfähigkeit der Cloud-basierten Schrifterkennung – und dürfte daher erst mit der Zeit besser werden.   

Notizen: Dokumentenscanner

Ebenfalls neu ist ein weiteres praktisches Feature: Der Dokumentenscanner in der Notizen-App. Mit ihm können Dokumente schnell abfotografiert und archiviert werden. Ähnlich wie bislang nur Drittanbieter-Apps bietet die Dokumentenscanner-Funktion auch einen Text- und Schwarzweißmodus, wodurch nicht einfach nur mit der Notizen-App fotografiert wird. Anschließend erlaubt es iOS, direkt im Dokument herumzumalen – ideal, um zum Beispiel Anmerkungen zu einem Vertrag oder einem Paper unter iOS zu machen, als PDF zu exportieren und per Mail zu versenden. Leider hat Apple hier die OCR-Funktion vergessen: Die Dokumente werden zwar gescannt, den Inhalt erkennt die Notizen-App aber nicht. Dadurch ist es zum Beispiel auch nicht möglich, die gescannten Dokumente zu durchsuchen, wodurch der Nutzen dieser Funktion leider eingeschränkt bleibt. Mit einer leistungsfähigen Texterkennung wäre sie hingegen ein Killer-Feature. Möglich, dass Apple Evernote oder anderen Scanner-Apps nicht die Butter vom Brot nehmen wollte. Wahrscheinlicher ist, dass Apple das Feature für künftige iOS-Versionen zurückhält.   

Notizen: Papiertyp wechseln

Eine kleine, aber hilfreiche Neuerung in Notes ist die Möglichkeit, den Papiertyp zu ändern: Sie haben die Möglichkeit, liniertes oder kariertes Schreibpapier als Hintergrund zu simulieren, was ideal ist, um auf dem iPad zum Beispiel handschriftlich Graphen oder Rechnungen anzustellen. Vielschreiber erhalten die Möglichkeit, „auf Linie“ zu schreiben, was dem Schriftbild nur zugute kommen kann.

Notizen: Als PDF exportieren

Und noch ein nützliches Feature: Jede Niederschrift in Notizen lässt sich als PDF exportieren und an einem beliebigen Ort auf iPad oder iPhone speichern. Dadurch können Sie zum Beispiel eine Zeichnung oder eine Skizze weitergeben oder für eine Website verwenden. Gleichzeitig erlaubt diese Exportfunktion die leichte Übergabe von gezeichneten Inhalten an andere Apps: Sie können die Skizze etwa in Keynote für eine Präsentation verwenden oder einfach mit einer Bildbearbeitung wie Pixelmator weiter bearbeiten.

Optimierte Screenshot-Funktion

Die Screenshot-Funktion gehört schon lange zu iOS. Mit dem jüngsten Update hat Apple sie massiv verbessert: Wenn Sie jetzt einen Screenshot durch Druck auf Ein/Aus-Schalter und Home-Button aufnehmen, wird dieser zunächst in der Ecke links unten angezeigt. Sobald Sie ihn antippen, können Sie ihn bearbeiten, wie es auch in der Notizen-App üblich ist, und ihn ohne zu sichern verschicken oder teilen. Wenn Sie nichts tun, verschwindet die Abbildung nach drei Sekunden aus dem Homescreen.  Sie können im Screenshot Anmerkungen machen, Wichtiges einkreisen und hervorheben, gerade so, als würde der Screenshot als Ausdruck vorliegen. Gerade Webdesigner oder App-Verantwortliche dürften von der Neuerung profitieren, denn Anmerkungen zu Designs sind auf diese Weise schnell erledigt. Die Anmerkungen in einem Screenshot sind jedoch auch in vielen anderen Situationen hilfreich; etwa wenn es darum geht, jemandem etwas zu erklären. 

iOS-Bildschirmvideos

Apropos Screenshots: Manchmal ist es notwendig, statt eines Screenshots ein Screenvideo zu erstellen. Etwa, wenn Sie einen Workshop für Youtube oder einen Vortrag zusammenstellen. Auf dem Mac geht das bequem mit Hilfe von Quicktime, für iOS-Screenvideos war bisher ebenfalls ein Mac nötig: Mac und iPad/iPhone mussten per Kabel verbunden werden, anschließend erlaubte Quicktime auch die Aufzeichnung von iOS-Screenvideos. Zwar funktioniert diese alte Methode immer noch, doch die neue ist besser: Im Kontrollzentrum können Sie einen Schalter „Bildschirmvideo“ einhängen. Wenn Sie diesen Knopf drücken, wird alles, was Sie auf dem Bildschirm machen, als Video aufgezeichnet und anschließend im Ordner „Aufnahmen“ gespeichert. Das Video kann dann ganz normal exportiert oder versendet werden. Leider fehlt es der Funktion noch an Umfang: Außer dem Aufnehmen beherrscht sie nichts. Für gute Screenvideos sollten auch Taps aufgezeichnet und Markierungen möglich sein     

Fotos: Handschriftlich bearbeiten und beschriften

Gewachsen sind die Möglichkeiten der Funktion „Markieren“: Diese ist jetzt in allen nativen Apps zu finden, die Bilder oder PDFs wiedergeben können, derzeit also neben Notizen auch die „Fotos“-App: Wenn Sie ein Bild auf dem iPad haben, können Sie dieses direkt bemalen oder Infos hineinzeichnen. Im Grunde handelt es sich dabei um die gleiche Funktion, die auch bei den Screenshots zum Einsatz kommt, sie hat aber einen feinen Nebeneffekt: Wenn Sie zum Beispiel Urlaubsgrüße verschicken möchten, können Sie nun einfach ein hübsches Foto nehmen und handschriftlich die Grüße eintragen. Anschließend können Sie es mit der App Nachrichten oder per Mail an Ihre Lieben zuhause senden, was natürlich viel persönlicher ist, als nur Fotos zu verteilen. Übrigens klappt das natürlich auch ohne den Apple Pencil: Es reichen Finger oder ein „normaler“ Touch-Pen, wie es ihn seit Jahren gibt.

Fotos: Live Photos bearbeiten

Auch bei den Live Photos hat Apple eine kleine, aber wichtige Änderung eingepflegt: Die Bewegtbilder können nun ähnlich wie ein Video bearbeitet und gekürzt werden, außerdem ist es möglich, den Ton abzuschalten oder ein beliebiges Foto als Schlüsselfoto zu setzen. Wenn Sie in der Live-Photo-Ansicht nach oben wischen, gibt es noch ein paar spektakuläre Effekte: Live (Standard), Endlosschleife, Hüpfen und Langzeitbelichtung. Eine GIF-Exportfunktion gibt es leider nach wie vor nicht, dafür müssen Sie auch unter iOS 11 auf Drittanbieter setzen. Die App Lively ( http://lively.tinywhale.net ) erlaubt es beispielsweise, Live Photos als GIF zu speichern und anschließend außerhalb des Apple-Universums zu verwenden.

Fotos & Kamera: Neue Filter

Neben der Live-Photo-Funktion hat Apple sich auch den Filtern der Kamera-App gewidmet. Diese wurden deutlich überarbeitet und umbenannt, insgesamt ist aber das gleiche Set an Filtern verfügbar, das schon in älteren iOS-Versionen vorhanden war. 

Quicktype-Keyboard

Schneller und effektiver Tippen auf der Bildschirmtastatur – mit dem neuen Quicktype-Keyboard ist das kein Problem: Die doppelte Belegung der Tasten ermöglicht es, Sonderzeichen schneller einzugeben, wodurch der Schreibfluss nicht mehr so gehemmt wird wie unter älteren iOS-Versionen. Einfach die Taste nach unten ziehen und das Zeichen antippen: Eine praktische Neuerung, gerade für Anwender, die gerne auf eine zusätzliche Tastatur verzichten. Für den maximalen Nutzen sollte es aber mindestens ein 10,5 Zoll großes iPad Pro sein, sonst ist das Bildschirm-Keyboard doch arg klein – daran kann auch iOS 11 nichts ändern.    

iTunes Ping kommt wieder

Erinnern Sie sich noch an Ping? Zur Hochphase der Social-Networks glaubte Apple, in iTunes einen Facebook-Klon für Musik-Fans etablieren zu können – und scheiterte kläglich. Unter iOS 11 kommt  Ping in abgeschwächter Form zurück: In Apple Music können Sie Freunde und Bekannte aufstöbern – und deren Musikgeschmack prüfen. Das kann im Zweifel recht bereichernd sein, etwa wenn man weiß, dass sich der Bekannte X mit Musikrichtung Y gut auskennt. Ob diese Funktion Apple Music zum Kassenschlager macht, ist fraglich  – es bleibt also abzuwarten, ob sich die Funktion diesmal durchsetzt.

AR-Kit  

Die wohl spektakulärste Neuerung der Keynote Anfang Juni 2017 war – neben der Flut an neuer Hardware – Apples Bekenntnis zur Augumented Reality, kurz AR. Die neue Programmierschnittstelle AR-Kit erlaubt Entwicklern den Zugriff auf smarte Technologien innerhalb von iPad und iPhone, die die Realität messen und dann via App um Informationen ergänzen. So wurde auf der Keynote ein Echtzeitstrategiespiel gezeigt, das auf einer echten Tischplatte lief. Das Fenster zu dieser virtuellen Welt sind iPhone und iPad, die anhand von Positionsdaten und Messungen mit der Kamera eine virtuelle Welt in der echten zum Leben erwecken können – ganz ohne zusätzliche Hardware wie etwa VR-Brillen. Die Technik hat enormes Potenzial, wir sind gespannt, was die App-Entwickler daraus machen.

Airplay 2

Airplay ist in die Jahre gekommen: Apples Standard für kabelloses Musikstreaming stammt noch aus Zeiten, als WLAN-Verbindungen träge waren und Apple auf die Power-PC-Technologie setzte. Nach über 13 Jahren ist es daher Zeit für einen Nachfolger: Airplay 2 besitzt ein deutlich leistungsfähigeres Buffering, was Verbindungsstörungen – übrigens auch zu Blue-tooth-Lautsprechern und Kopfhörern – effektiver überbrücken kann. Statt weniger Sekunden werden Minuten gepuffert – und Wiedergabeprobleme damit nachhaltig beseitigt. Noch wichtiger ist allerdings die Tatsache, dass AirPlay 2 nun auch die Steuerung von Multiroom-Setups erlaubt: Wenn Sie mehrere Airplay-Boxen oder Homepods im Einsatz haben, können Sie diese nun ordentlich steuern. Airplay 2 ist abwärtskompatibel, Airplay-1-Geräte laufen aber im „alten“ Modus.

Maps mit Indoor-Karten

Google hat es schon länger, jetzt legt Apple nach: Die Maps-App unterstützt iPhone- und iPad-User in iOS 11 mit Indoor-Karten großer Gebäude wie etwa Flughäfen oder Einkaufszentren. Damit ist es nahezu unmöglich, sich an diesen Orten zu verlaufen, Lokale oder Geschäfte können deutlich einfacher aufgespürt werden. Prima ist die Funktion auch, um einen Treffpunkt auszumachen oder jemanden abzuholen. Derzeit sind noch längst nicht alle Flughäfen und Einkaufszentren mit Indoor-Maps ausgestattet – Apple dürfte diese Infos aber mit der Zeit ergänzen. Schließlich kommt das Kartenmaterial sowieso von den Apple-Servern.   

iPhone: Ein-Hand-Keyboard

Die iPhone-Tastatur ist gut, mit Quicktype wird sie noch besser. Apple hat in iOS 11 endlich auch an die User gedacht, die wirklich viel mit dem iPhone per Messenger kommunizieren: Das neue Einhand-Keyboard erlaubt deutlich schnelleres Schreiben mit einer Hand, da es die Buchstaben enger aneinander und näher an den Bildschirmrand rückt. Gerade Besitzer „großer“ iPhones dürften sich über diese Option freuen, denn Tippen auf den iPhones ab der 6. Generation und insbesondere den Plus-Versionen war bislang alles andere als angenehm.

System: iCloud-Schlüsselbund in Apps

Der iCloud-Schlüsselbund ist seit einigen iOS-Versionen eine echte Erleichterung. Endlich müssen nicht mehr auf jedem Endgerät alle Passwörter eingegeben werden, was bei einem typischen Setup aus iMac, Macbook, iPad und iPhone ausgesprochen anstrengend war. Wer Apps nutzte, hatte jedoch keine Alternative. Wenn zum Beispiel Ebay als App statt im Safari-Browser verwendet werden sollte, mussten die Log-in-Daten erneut manuell in der App eingegeben werden. Mit iOS 11 ist das vorbei: Das System schlägt auch innerhalb von Apps vorhandene Log-in-Daten vor, ähnlich wie es bereits in Safari der Fall ist, und speichert sie in der neuen Passwortverwaltung.  Das erleichtert den Umgang mit Apps massiv, da diese oft besser sind als die mobile Website.

System: Neues Handling von Ortungsdiensten

Die Ortungdienste unter iOS sind seit der ersten Generation des iPhones ein Ärgernis: Das GPS-Modul ist ein Stromfresser. Und Apps konnten nur immer auf sie zugreifen – oder gar nicht. Anwender konnten den Zugriff unter „Einstellungen > Datenschutz > Ortungsdienste“ nur generell erlauben und verbieten. Die dritte (und sehr sinnvolle) Option „Beim Verwenden der App“, die den Zugriff auf die Ortspeilung nur erlaubt, wenn die App tatsächlich in Benutzung ist, mussten Entwickler extra einbauen. Das geschah eher selten. Mit iOS 11 hat Apple das geändert: Jetzt steht die Option für jede App zur Verfügung. Das dient einerseits der Sicherheit, reduziert andererseits den Stromverbrauch. 

System: Wi-Fi-Passwort schicken

Klein aber fein ist eine Neuerung im Umgang mit WLAN-Netzwerken: Wenn Sie das Passwort für ein Wi-Fi auf einem iPhone oder iPad eingegeben haben, können Sie die Daten an andere Geräte in der Nähe übermitteln – auch wenn diese nicht über dieselbe Apple ID angemeldet sind. Das bedeutet, dass Sie das Passwort tatsächlich nur noch einmal eingeben müssen. Möglich wird das mit Near-Field-Communication, die Apple ebenfalls mit iOS 11 freischaltet: Legen Sie ein iPhone oder iPad einfach neben ein Gerät, das sich bereits im WLAN befindet, schon poppt die Frage auf, ob Sie sich auch hier einbuchen möchten. Dazu müssen Bluetooth und WLAN auf beiden Geräten aktiviert sein.

System: Automatische Konfiguration neuer Geräte

Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert auch die „Automatic-Setup“-Funktion: Auch hier reicht es, ein neues iOS-Endgerät – etwa ein neues iPad Pro – neben eines zu legen, das bereits konfiguriert ist. Das neue Gerät übernimmt nach Abscannen einer Art QR-Code und anschließender Eingabe des Passcodes auf Wunsch die Konfiguration seines Vorgängers oder Nebengerätes. Damit ersparen sich Anwender den aufwändigen Setup-Prozess, der die iPhone- und iPad-Einrichtung noch immer zu einer langwierigen Aufgabe macht. Gerade Anwender, die ihr Gerät häufig zurücksetzen oder wechseln, werden diese Funktion deshalb lieben.  

System: Airpods werden smart 

Erst verlacht, dann heiß geliebt: Apples Airpod-Kopfhörer sind trotz ihres hohen Preises und der Tatsache, dass man sie leicht verliert, eines der Lieblingsaccessoires von iPhone-Besitzern. Mit iOS 11 erhalten die kleinen Kopfhörer eine praktische Zusatzfunktion: So können Musikfans in den Bluetooth-Einstellungen das Tapping auf die Airpods separat für jedes Ohr einstellen. Zur Wahl stehen  Siri, Play/Pause, nächster oder vorheriger Track – oder Ausschalten. Das hat den Vorteil, dass Sie zum Beispiel auf das linke Ohr tippen können, um die Musik zu pausieren und auf das rechte, um zum Beispiel Siri aufzurufen. Ganz einfach und bequem. 

iPhone: Nicht beim Fahren stören,  Fahrsicherheit

Autoh ersteller tun sich ja immer schwer damit, leidlich aktuelle Technik in ihren Autoradios zu verbauen. Oder sie lassen es sich richtig etwas kosten. So oder so tuckern vermutlich Millionen von Autofahrern mit einem veralteten Bord-Entertainment-System ohne Bluetooth und iPhone-Schnittstelle umher. Klingelt das Telefon, gehen sie ran – beim Autofahren keine gute Idee! Apple hat dieses Problem erkannt und dem iPhone nun einen Nicht-beim-Fahren-stören-Modus mitgegeben: Dieser erkennt automatisch, dass man fährt. Der Bildschirm bleibt schwarz, Push  bleibt aus. Anrufe werden nur durchgestellt, wenn das iPhone per Bluetooth mit einer   Freisprecheinrichtung verbunden ist. Ein dickes Plus für die Fahrsicherheit, das User allerdings aktivieren müssen.

iPhone: Notfall-Shortcut

Auch in anderer Hinsicht hat Apple sich etwas in Sachen Sicherheit einfallen lassen: Die Notruf-Funktion wurde in iOS 11 überarbeitet und bietet jetzt einen deutlichen Mehrwert: So können Sie bei Bedarf einen automatischen Notruf absenden, indem Sie fünfmal auf die Einschalttaste Ihres iPhones drücken. Nach einem Autounfall oder bei einem Herzinfarkt in der Fußgängerzone kann diese Funktion tatsächlich Leben retten. Zusätzlich kann ein Notfall-Kontakt definiert werden, der automatisch eine Nachricht erhält, sobald der Notruf ausgelöst wurde.

Siri: Befehle bearbeiten

iOS 11 macht Siri erneut deutlich schlauer als zuvor. Das beginnt damit, dass das läs-tige Verständigungsproblem ausgeräumt wird: Gerade bei gemischten deutsch-fremdsprachigen Befehlen oder Apps mit ungewöhnlichen Namen hat die iPhone-Assistentin nämlich so ihre liebe Not und versteht nur das, was sie verstehen will. Der Befehl „Siri öffne Huawei“ (die App eines mobilen Routers) wird zum Beispiel von Siri immer wieder als „Uhr Wei“ verstanden, was ins Leere führt. Beispiele dieser Art gibt es viele. Unter iOS 11 können Sie solche Befehle noch leichter mit der Tastatur bearbeiten, da Apple die Eingabefenster verbessert hat.

Siri-Übersetzungsfunktion

Ein richtig cooles Siri-Feature in iOS 11 ist die neue, automatische Übersetzungsfunktion. Wie so viele Apple-Funktionen ist diese allerdings derzeit noch auf den US-Sprachraum beschränkt. Das heißt, Sie müssen Siris Sprache zunächst auf „Englisch (Vereinigte Staaten)“ umstellen. Jetzt versteht Siri nur noch Englisch, das aber mit der praktischen Übersetzungsfunktion: Wenn Sie Siri „How do I say XYZ in (Sprache)“ fragen, gibt sie nicht nur die Antwort aus – sondern spricht diese auch gleich vor! Im Urlaub eine unfassbar praktische Möglichkeit, sich mit den Einheimischen zu verständigen, wenn Englisch versagt. Sagen Sie zum Beispiel „How do I say: I am looking for a restaurant in Chinese“ zu Siri, spricht sie die Antwort auf Chinesisch vor. Derzeit ist die Funktion leider noch auf sehr wenige Sprachen beschränkt, nämlich Deutsch, Französisch, Italienisch, Mandarin-Chinesisch und Spanisch.    

Speicher schnell aufräumen

Wer noch ein älteres iPhone oder iPad besitzt, dürfte sich regelmäßig über zu knappen Speicherplatz ärgern. 16 Gigabyte sind definitiv zu wenig, 32 und 64 GB werden auch schnell knapp. iOS 11 macht das Aufräumen zu einem Kinderspiel: Unter „Einstellungen > Allgemein > Speicher“ finden Sie in iOS 11 eine Auflistung aller optimierbaren Speicherinhalte sowie eine Liste aller Apps mit Dateigröße. Auf diese Weise können Sie sehr schnell Speicher freischaufeln.

Angesichts all dieser Neuerungen erweist sich der Sprung auf iOS 11 als rundum gelungen – ganz besonders am iPad.

Mehwert für das iPad

Mit iOS 11 hat Apple sein Mobil-Betriebssystem deutlich überarbeitet. Vor allem im Hinblick auf das iPad (Pro) scheint man in Cupertino endlich begriffen zu haben, dass mehr als ein modifiziertes Smartphone-Betriebssystem nötig ist, um das iPad als echtes Arbeitstier zu etablieren. 

Dabei balanciert Apple auf einem schmalen Grad zwischen Nützlichkeit und Einschränkung: Hätte man einerseits einfach das macOS auf das iPad gepackt – die Rechenleistung der neuen Modelle reicht dafür völlig aus – wäre es höchstwahrscheinlich zu einer Kannibalisierung der Macs durch das iPad gekommen. Andererseits zeigen die stagnierenden iPad-Verkaufszahlen der Vergangenheit, dass das Konzept „iPad“ nur dann zu retten ist, wenn es gegenüber Macs und Smartphones einen echten Mehrwert bietet.

Wohl deshalb hat es eine ganze Weile gedauert, bis Apple endlich den nötigen Schritt wagte: Ein System musste her, das ähnlich flexibel wie ein Mac ist, um den Ansprüchen mobiler Nutzung gerecht zu werden, ohne jedoch ein Mac zu sein. Ein solches System würde die Vorzüge des Mobilsystems iOS und des Desktop-Betriebssystems macOS verbinden, ohne dass sich die beiden Geräteklassen ins Gehege kommen. Mit iOS 11 scheint Apple das tatsächlich  gelungen zu sein: Das iPad (Pro) wird mit dem neuen System zu einem echten Helfer im Büroalltag und greift offensiv die Konkurrenz aus Windows- und Android-Tablets an, ohne dabei die Macbook-Geräteklasse unnötig unter Druck zu setzen.

Ein neues Bildformat: mehr Platz und hohe Qualität

In iOS 11 ersetzt Apple JPEG durch das neue Format HEIF. Wer ein iPhone der 7. Generation oder ein iPad Pro hat, profitiert von besseren Fotos, die weniger Speicherplatz belegen.

HEIF ist die Abkürzung für High Efficiency Image Format. Wie der Name schon sagt, steht HEIF für ein effizienteres Verfahren zum Speichern von Bilddaten. Da es dabei modernste Methoden zur Kompression der Daten nutzt, entstehen deutlich kleinere Bilddateien als bei JPEG, obwohl die Fotos eine bessere Qualität haben. HEIF basiert auf dem neuen Videoformat H.265 oder HEVC, das Apple bereits in den jüngsten iPhones nutzt, ist aber keine Entwicklung aus Cupertino, sondern der MPEG Group, von der beispielsweise auch das in iTunes verwendete Format AAC stammt.

Rein technisch gesehen ist HEIF gar kein Bildformat, sondern ein Container für Bild und Ton und eignet sich daher ideal für Live Photos, da sich mehrere Bilder in einem HEIF-Container speichern lassen oder für die Dual-Kamera-Bilder der jüngsten iPhone-Generation.

Die Vorteile von HEIF

JPEG ist nicht mehr zeitgemäß und Ursache für den hohen Speicherbedarf von Fotos auf iPhones und iPads. Vor allem die neuen 4K-Videos zwingen Anwender, ständig mit dem verfügbaren Speicherplatz auf ihren Geräten zu jonglieren. HEIF macht dies deutlich einfacher. Nach Aussagen der MPEG Group speichert ein HEIF-Foto doppelt so viel Information wie ein gleich großes JPEG-Foto. Das schafft auf neuen iPhones und iPads Pro unter iOS 11 entweder Platz für doppelt so viele Fotos in der gewohnten Qualität oder beim bisherigen Platzbedarf für deutlich bessere Fotos. Dass HEIF 10-Bit-Farbtiefe pro RGB-Kanal unterstützt, sorgt ebenfalls für bessere Bilder.

Kompatibilität

Da der Großteil aller Fotodienste und Geräte das neue Bildformat nicht unterstützt, wandelt iOS 11 HEIF-Bilder in das Format JPEG um, wenn man sie teilen oder auf Medien publizieren möchte, die HEIF noch nicht unterstützen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Foto-Welt um iOS 11 das neue Format schnell annimmt.

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