2495236

hide.me: Der wohl schnellste VPN im Kurztest

23.03.2020 | 14:03 Uhr | Frank Ziemann

Der VPN-Anbieter hide.me wirbt damit, der schnellste der Welt zu sein. Wir haben hide.me VPN für Sie angetestet, um Ihnen einen Eindruck zu vermitteln, was hide.me zu bieten hat.

Der VPN-Dienst hide.me besteht seit 2013 und hat seinen Firmensitz in Malaysia. Seine VPN-Software ist für Windows, macOS, iOS und Android verfügbar. Für Linux bietet hide.me keine eigene App an, sondern lediglich eine Anleitung zur Einrichtung. Außerdem sind Browser-Erweiterungen für Firefox und Chrome erhältlich. Neben den kostenpflichtigen Tarifen hat hide.me auch eine Gratis-Variante im Angebot, die jedoch Beschränkungen unterliegt.

Exklusives Angebot: hide.me VPN Jahrespaket für 2,66 Euro/Monat

Wie praktisch alle VPN-Anbieter wirbt hide.me damit, dass es keine Nutzungsdaten speichert. Das Unternehmen gibt an, das System sei so konzipiert, dass eine Speicherung der Daten technisch nicht möglich sei. Zum Schutz der Privatsphäre seiner Kunden passt, dass die Organisation Exodus Privacy keine Tracker-Spuren in der hide.me Android-App findet. Etliche andere Anbieter erheben über Drittfirmen zumindest statistische Daten. Seine Datenschutzerklärung stellt hide.me auch in deutscher Sprache ins Netz, der Transparenzbericht ist hingegen nur auf Englisch verfügbar.

Kurzinfo

Anbieter:    hide.me VPN
Firmensitz:    Malaysia
Server:    1500+ in 40 Ländern
Software:    Windows, macOS, iOS, Android
Preise:    ab 4,99 Euro / Monat

Installation und Einrichtung

Die Installation der Windows-Software ist in wenigen Sekunden erledigt. Hier zumindest wird der Anspruch gelebt, das „weltweit schnellste VPN“ zu bieten. Wenn Sie sich nicht mit der Konfiguration beschäftigen wollen, können Sie gleich loslegen. Doch es kann sich durchaus lohnen, die zahlreichen Einstellungsoptionen einmal durchzugehen und die Konfiguration hier und da an die eigenen Wünsche anzupassen.

Sie können zum Beispiel festlegen, ob und in welchen Fällen hide.me automatisch eine VPN-Verbindung aufbauen soll. Das kann sinnvoll sein, wenn Sie mit Ihrem Notebook viel unterwegs sind. Dann legen Sie fest, dass bei einer Internet-Verbindung über ein unsicheres (öffentliches) WLAN das VPN aktiviert werden soll. Sie können zudem für bekannte WiFi-Netze, etwa zu Hause oder am Arbeitsplatz, das VPN abgeschaltet lassen.

hide.me VPN Konfiguration
Vergrößern hide.me VPN Konfiguration

Auch so genanntes Split-Tunnelling ist möglich. Hier können Sie entscheiden, ob alle Anwendungen über das VPN ins Internet gehen sollen oder nur bestimmte Apps. Alternativ können Sie auch festlegen, dass bestimmte Programme das VPN nicht nutzen sollen. Auch ein konfigurierbarer Kill-Switch ist enthalten. Dieser unterbricht die Internet-Verbindung, wenn das VPN ausfällt. Sie haben außerdem die Wahl zwischen mehreren VPN-Protokollen. Standardmäßig nutzt die Automatik IKEv2, alternativ stehen OpenVPN, SoftEtherVPN und SSTP zur Wahl.

Die Wahl des VPN-Standorts, also wo Sie vorgeben wollen zu sein, können Sie einer Automatik überlassen, wenn es Ihnen nur darauf ankommt ihre wahre IP-Adresse zu verschleiern. Für eine gezielte Standortwahl stehen 1560 Server an 60 Standorten in 40 Ländern zu Verfügung. Meist können Sie nur ein Land auswählen, für einige Länder wie etwa die USA, Großbritannien, Deutschland oder die Niederlande stehen mehrere Städte zur Wahl. Spezielle Server für Video-Streaming oder P2P gibt es nicht, aber bei einigen Servern ist P2P ausdrücklich nicht möglich. Bevorzugte Standorte können Sie in eine Favoritenliste aufnehmen.

Hier geht es zum hide.me VPN Jahrespaket für 39,99 Euro

hide.me VPN weitere Optionen
Vergrößern hide.me VPN weitere Optionen

Hilfe bei der Einrichtung gibt es auf der hide.me Website in deutscher Sprache. Wenn es um mehr Details oder um Videoanleitungen geht, finden Sie nur noch englische Inhalte. Für Linux gibt es eine Schritt-für-Schritt-Anleitung auf Deutsch, die sich allerdings nur auf Ubuntu 15.10 bezieht. Die illustrierenden Screenshots sind teilweise englisch, das Video komplett.

hide.me-Installation unter Android

Die Installation der Android-App geht flott. Auch sie bietet einige Einrichtungsoptionen, wenn auch weniger als die Windows-Software. Die Schrift der Bedienoberfläche ist leider in recht blassem Grau und daher schlecht lesbar. Zudem erweckt dies den falschen ersten Eindruck, die Option sei ausgegraut, also nicht verfügbar. Zunächst startet die App auf Englisch, lässt sich aber auf Deutsch umstellen.

hide.me VPN Android-Optionen
Vergrößern hide.me VPN Android-Optionen

Als VPN-Protokolle stehen nur IKEv2 und OpenVPN zur Wahl. Sie können auch für Ihr Android-Gerät festlegen, ob und in welchen Fällen automatisch eine VPN-Verbindung aufgebaut werden soll. Ein Kill-Switch ist ebenfalls vorhanden, kann allerdings nur ein- oder ausgeschaltet werden. Split-Tunnelling ermöglicht es Ihnen festzulegen, ob alle Apps das VPN nutzen sollen, alle mit bestimmten Ausnahmen oder nur ausgewählte Apps.

Die besten VPN-Dienste 2020 im Vergleich

Probefahrt

Nach Auswahl des gewünschten VPN-Standorts baut die Windows-Software eine VPN-Verbindung auf, was ein paar Sekunden dauern kann. Steht die VPN-Verbindung, dauert das Laden einer Website nicht spürbar länger als ohne VPN. Der Standort ist mit zwei Mausklicks rasch gewechselt. Streaming-Dienste, die nicht für deutsche Nutzer gedacht sind, konnten wir mit hide.me zumindest während unseres Tests nicht nutzen. ORF TVthek, BBC iPlayer und Netflix US ließen sich nicht täuschen – sie verweigerten trotz passend gewähltem Standort die Wiedergabe geo-blockierter Inhalte.

Dies kann aber theoretisch bei jedem anderen VPN auch passieren. Streaming-Anbieter schaffen es immer wieder, VPN-Verbindungen zu blockieren. Da hilft es manchmal, die Server durchzuprobieren. Eine kurze Gegenkontrolle mit Surfshark und Norton Secure VPN zum gleichen Zeitpunkt hat auch kein besseres Ergebnis gebracht. Im permanenten Wettstreit zwischen Streaming-Diensten und VPN-Anbietern wechseln die Gewinner – ein paar Tage oder Wochen später kann sich die Situation bereits wieder umkehren. Unser Test bleibt eine Momentaufnahme.

hide.me VPN Streaming-Blockade
Vergrößern hide.me VPN Streaming-Blockade

Der File-Hoster ZippyShare, der Benutzer aus Deutschland und einigen anderen EU-Ländern aussperrt, ist über einen VPN-Standort in einem anderen europäischen Land erreichbar, zum Beispiel Polen. Die Download-Geschwindigkeit ist meist nur wenig langsamer als ohne VPN, zum Beispiel werden bei einer VDSL100-Leitung etwa 10 MBytes/s erreicht. Ob hide.me das schnellste VPN der Welt bietet, können wir im Rahmen dieses Tests allerdings nicht nachprüfen.

Preise von hide.me

Die Premium-Tarife für hide.me VPN beinhalten eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie und zehn gleichzeitig nutzbare Verbindungen. Sie können also mit einem Nutzerkonto mit bis zu zehn Geräten gleichzeitig geschützt ins Netz und für jedes Gerät einen anderen VPN-Standort wählen. Bandbreite und Datenvolumen sind nicht begrenzt. Der Monatstarif kostet regulär 12,99 EUR, der Jahrestarif 99,99 EUR (8,33 EUR pro Monat). Im Zwei-Jahrestarif erhalten Sie zwei Monate gratis dazu und zahlen 129,99 EUR (4,99 EUR pro Monat bei 26 Monaten).

Als PC-Welt- und Macwelt-Leser erhalten Sie das hide.me VPN Jahresabo mit drei Monaten Zugabe für 39,99 EUR (2,66 EUR pro Monat bei 15 Monaten). Dieses Angebot gilt bis Ende März.

Hier geht es zum hide.me VPN Jahrespaket für 39,99 Euro

Hide.me Free

Auch eine Gratis-Variante namens „hide.me Free“ ist im Angebot. Sie ist auf ein Gerät beschränkt. Das Datenvolumen ist auf 10 GBytes pro Monat begrenzt, es stehen nur fünf VPN-Standorte zur Wahl und P2P wird nicht unterstützt. Aber auch im Free-Tarif werden keine Nutzungsdaten erfasst und es gibt keine Werbung. Der Free-Tarif kann beliebig oft verlängert werden.

 

2495236