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eKäfer: VW zeigt originalen VW Käfer mit Elektro-Motor

06.09.2019 | 15:39 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Volkswagen stellt einen VW Käfer (mit Original-Optik) mit Elektro-Motor vor. Mit 82 PS Leistung, 150 km/h Höchstgeschwindigkeit und einer Reichweite von bis zu 200 km. Update: Sie können ab 2020 einen eKäfer kaufen!

Volkswagen stellt einen VW Käfer (mit klassischer Original-Optik, also kein VW Beetle) mit Elektro-Motor vor. Der E-Käfer ist erstmals auf der IAA in Frankfurt zu sehen. In der Vergangenheit gab es zwar einige Auto-Bastler, die in einen originalen VW Käfer einen E-Motor samt Akku verpflanzten. Doch dabei handelt es sich um Projekte, die nicht von VW autorisiert sind. Der neue eKäfer ist aber das erste offizielle derartige Projekt von Volkswagen.

Volkswagen Group Components liefert den kompletten E-Antrieb für den historischen Käfer. Der E-Antrieb, das 1-Gang-Getriebe und das Batteriesystem basieren auf dem neuen VW e-up!1. So kommen der E-Motor und das 1-Gang-Getriebe aus Kassel, während die Batteriesystem-Komponenten aus Braunschweig zugeliefert werden. Der Umbau der historischen Käfer erfolgt durch den Spezialisten eClassics aus Renningen bei Stuttgart. Dort können interessierte Kunden ab 2020 den Umbau bestellen.

Kein luftgekühlter 4-Zylinder-Boxer schnattert mehr im Heck. Der e-Motor rutscht aber etwas weiter nach vorne als der originale Boxer und befindet sich jetzt im ursprünglichen hinteren Kofferraum des Käfers. Deshalb kann ganz hinten ein neuer, weiterer Kofferraum eingebaut werden.
Vergrößern Kein luftgekühlter 4-Zylinder-Boxer schnattert mehr im Heck. Der e-Motor rutscht aber etwas weiter nach vorne als der originale Boxer und befindet sich jetzt im ursprünglichen hinteren Kofferraum des Käfers. Deshalb kann ganz hinten ein neuer, weiterer Kofferraum eingebaut werden.
© VW

Thomas Schmall, Vorstandsvorsitzender Volkswagen Group Components. "Wir ermöglichen Käfer-Besitzern damit eine professionelle Umrüstlösung mit Serienteilen in höchster Qualität."
Ob Besitzer eines originalen VW Käfers überhaupt einen E-Motor in ihrem Klassiker wollen, ist aber eine ganz andere Frage. Denn zum originalen Oldtimer-Feeling gehören nun einmal ganz maßgeblich auch das originale Motorengeräusch und dessen Fahrleistungen. Viele Oldtimerbesitzer genießen es zudem, selbst an ihrem Klassiker schrauben zu können. An einem E-Antrieb kann man aber nichts mehr selbst machen…

Unter dem rechten Rücklicht (Oldtimer-Chargon: Bügeleisen) befindet sich der Ladeanschluss.
Vergrößern Unter dem rechten Rücklicht (Oldtimer-Chargon: Bügeleisen) befindet sich der Ladeanschluss.
© VW

Der e-Käfer leistet 60 kW / 82 PS. Zum Vergleich: Die in Deutschland verkauften VW Käfer leisteten maximal 50 PS, meist aber sogar nur 34 PS (in Brasilien und Südafrika gab es auch noch Käfer mit etwas über 50 PS).

eKäfer
Vergrößern eKäfer
© VW

Das Batteriesystem ist im Wagenboden verbaut und besteht aus bis zu 14 Modulen mit jeweils 2,6 kWh Kapazität. Zusammengenommen liefern die Module der Lithium-Ionen-Batterie einen Energiegehalt von bis zu 36,8 kWh. Die höhere Leistung und das durch die Elektrifizierungsumfänge erhöhte Gewicht bedingen eine Anpassung und Verstärkung von Fahrwerk und Bremsen. Trotz des neuen Gesamtgewichts von 1.280 kg (ein originaler Standardkäfer wiegt knapp unter 800 Kilogramm, das originale Cabrio wiegt unter 1000 Kilogramm) beschleunigt der unter Strom gesetzte Käfer laut VW in knapp vier Sekunden auf 50 km/h und gut acht Sekunden auf 80 km/h. Die theoretische Reichweite des bis zu 150 km/h schnellen e-Käfer beträgt laut VW über 200 km. Sollte dem e-Käfer unterwegs der Strom ausgehen, ermöglichen die verbauten Großserienkomponenten CCS-Schnellladen. So lässt sich in rund einer Stunde Energie für mehr als 150 weitere Kilometer im e-Käfer speichern.

Der auf der IAA ausgestellte eKäfer soll das Konzept demonstrieren, wie man unterschiedliche historische Fahrzeuge elektrifizieren kann. Grundsätzlich sei auf Basis dieses Konzepts auch eine nachträgliche Elektrifizierung weiterer historischer Fahrzeuge möglich. Schmall: „Gemeinsam arbeiten wir bereits daran, die Plattform für den Bulli vorzubereiten. Auch der 356er Porsche ist als e-Version denkbar.“ Nachgedacht wird zudem über den Einsatz des Modularen E-Antriebs Baukasten (MEB). Hierbei eröffnen sich vor allem weitere Perspektiven mit Blick auf Leistung und Reichweite, wie VW betont.

Verkaufsstart soll 2020 sein, alle weiteren Informationen sowie Preisangaben finden Sie hier. Interessenten können auf der IAA wohl schon Aufträge abgeben.

Kunden bringen entweder ihren eigenen Käfer mit und lassen ihn umrüsten. Oder sie beauftragen eClassics damit einen Käfer komplett als eKäfer für den Kunden zu beschaffen. Alternativ kann man sich auch nur eine vorbereitete Bodengruppe kaufen. eClassics liefert den Käfer komplett mit Einzelabnahme vom TÜV! Der eKäfer hat also volle Straßenzulassung.

Sie können den eKäfer sowie einen weiteren Umbau auf der IAA in Halle 4 am Stand von eClassics anschauen.

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