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Zu unsicher: EU-Kommission rät von WhatsApp-Nutzung ab

03.03.2020 | 15:20 Uhr | Denise Bergert

Die EU-Kommission rät ihren Mitarbeitern von WhatsApp ab, aus Sicherheitsgründen sollen sie lieber Signal nutzen.

Die EU-Kommission stuft den Messenger WhatsApp als zu unsicher ein . In einem internen Forum rät die Behörde ihren Mitarbeitern, lieber auf den Messenger Signal umzusteigen. Signal wurde von der EU-Komission als empfohlene Applikation für öffentliches Instant-Messaging ausgewählt.

Signal wurde 2013 entwickelt. Der Messenger bietet Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und basiert auf Open-Source-Technik. Wie der Entwickler auf seiner Website bestätigt, kann der Hersteller weder die Nachrichten noch die Telefonate der Nutzer einsehen. Vor Hackern soll die Software ebenfalls sicher sein. Die Open-Source-Technik bietet zusätzliche Sicherheit, da sie jeder einsehen und kontrollieren kann. WhatsApps Technologie basiert zwar auf dem Protokol von Signal (Open Whisper Systems), ist jedoch keine Open-Source-Technik. Hier herrscht weniger Transparenz in Hinblick auf die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Unklar bleibt, ob der Entwickler die Nachrichten der Nutzer mitlesen kann oder nicht. 

Nach einer Serie von Zwischenfällen hat die Europäische Union ihre Cybersicherheitsstandards angehoben. Im Dezember 2018 fanden die Sicherheitsexperten von Area 51 Security heraus, dass zahlreiche Diplomaten-Dokumente in die Hände von Dritten gelangt seien. Erst in der vergangenen Woche kündigte die EU eine neue europäische Cybersecurity-Strategie an. Nähere Details dazu sollen in Kürze folgen. Für die interne Kommunikation müssen EU-Mitarbeiter bereits auf verschlüsselte E-Mail-Kommunikation zurückgreifen. Die Empfehlung für den Signal-Messenger bezieht sich auf private Kommunikation zwischen Mitarbeitern und Nutzern außerhalb der Institution.

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