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Zenmate-VPN im Kurztest

17.04.2019 | 11:31 Uhr | Frank Ziemann

Mit einem VPN-Dienst nach deutschem Datenschutzstandard wirbt der Anbieter Zenguard aus Berlin. Wir haben Zenmate-VPN für Sie angetestet.

Das Berliner Unternehmen Zenguard bietet mit Zenmate-VPN einen VPN-Dienst nach deutschem Datenschutzstandard an. Sie können Zenmate-VPN auf Rechnern mit Windows oder macOS sowie auf Mobilgeräten mit Android oder iOS nutzen. Zenmate stellt derzeit Server an 30 Standorten weltweit zur Auswahl bereit. Neben einer VPN-Lösung für diese Plattformen, die alle Internet-Aktivitäten schützt, bietet Zenmate auch Browser-Erweiterungen für Chrome, Firefox und Opera an. Diese wirken nur auf Ihre Web-Aktivitäten mit dem jeweiligen Browser. Der übrige Datenverkehr läuft ohne VPN über Ihre normale Internet-Verbindung.

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Zenmate verfolgt eine No-Logs-Policy, speichert also keine Informationen über die Internet-Aktivitäten seiner Nutzer. In gewissem Widerspruch dazu steht allerdings, dass in der Android-App laut Analyse durch Exodus Privacy vier Tracker eingesetzt werden. Darunter ist neben drei Google-Trackern auch der des US-amerikanischen Datensammlers Appsflyer.

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Unter den 30 zur Auswahl stehenden Server-Standorten sind neben Deutschland, Österreich und der Schweiz auch Großbritannien, Israel, die USA, Australien, Südafrika, Japan und Singapur. Der Wechsel zwischen den Standorten ist jederzeit per Mausklick möglich. Bevorzugte Standorte können Sie als Favoriten markieren. Support-Anfragen werden auf Englisch beantwortet – obwohl Zenguard ein deutsches Unternehmen ist. Immerhin bekommt man auch am Wochenende meist innerhalb 24 Stunden eine Antwort. In den Hilfe-Seiten gehen Deutsch und Englisch zuweilen bunt durcheinander – gelegentlich sogar innerhalb eines Satzes.

Konfiguration
In den Programmeinstellungen sind nicht alle Optionen selbsterklärend, erläuternde Hinweise fehlen. Die standardmäßig aktivierte Funktion Eversecure sorgt dafür, dass stets eine VPN-Verbindung aufgebaut wird, wenn Sie auf das Internet zugreifen wollen. Sie können zudem festlegen, ob Zenmate-VPN beim Windows-Start automatisch geladen werden soll. Sie können auch bei Zenmate einen so genannten Killswitch aktivieren. Das ist eine Art Notausschalter, der Ihre Internet-Aktivitäten blockiert, falls die VPN-Verbindung abbricht. Damit verhindern Sie, plötzlich und unerwartet ohne Schutz im Netz unterwegs zu sein.

ZenMate VPN unter Windows
Vergrößern ZenMate VPN unter Windows

Der optionale DNS-Leak-Schutz leitet DNS-Anfragen über Zenmate-eigene Server, so dass Ihre echte IP-Adresse auf diesem Wege nicht offenbart wird. Die sogenannte VPN-Standortüberwachung soll hingegen dafür sorgen, dass Benutzer, basierend auf ihrem Standort, stets die schnellstmögliche Verbindung bekommen.

Zenmate bietet auf den ersten Blick keine auf bestimmte Einsatzzwecke (etwa Video-Streaming) optimierten Server an. Doch in den Einstellungen für Ihr Nutzerkonto auf der Zenmate-Website können Sie eine Optimierung für Video-Streaming, Inhalte mit Zugriffsbeschränkung (Geo-Blocking) oder Torrents wählen. Es gibt hier außerdem eine Streaming-Garantie, die sicherstellen soll, dass Sie den gewünschten Dienst auch nutzen können. Hier stehen zurzeit Netflix US, Amazon US, Hulu US und Twitch US zur Auswahl.

Android
In den Einstellungen der Android-App finden Sie zum Teil andere Optionen. Auch hier ist die Option Eversecure standardmäßig aktiviert – der Zusatz „immer aktiviert“ deutet zumindest an, wozu die Funktion dient. Außerdem können Sie festlegen, ob mit Malware infizierte Websites sowie Angriffe bereits am VPN-Server blockiert werden sollen. Auch einen Tracking-Schutz können Sie zuschalten. Was der genau macht, bleibt unklar.

ZenMate VPN Android-App
Vergrößern ZenMate VPN Android-App

Probefahrt
Bei den Tests der VPN-Verbindungen verhält sich Zenmate-VPN unauffällig. Der Wechsel zu einem Server in einem anderen Land ist mit zwei Mausklicks erledigt und geht in der Regel sehr schnell. Dass keine Verbindung mit einem gewünschten Standort möglich war, ist während des Testzeitraums (einschließlich Wochenende) nicht vorgekommen. Wählen Sie etwa Österreich als Server-Standort, können Sie in der ORF-TVthek Videos gucken, die an sich nur aus Österreich abrufbar sind. Bei Downloads liegt die VPN-bedingte Geschwindigkeitseinbuße im niedrigen einstelligen Prozentbereich, verglichen mit Downloads ohne VPN.

Preise
Zenmate-VPN bietet Software für Windows, macOS, Android sowie iOS. Erhältlich sind Abos mit unbegrenzter Bandbreite für einen Monat (11,99 Euro), ein Jahr (47,88 Euro) und zwei Jahre (49,20 Euro). Eingeschlossen ist eine Geld-zurück-Garantie für 30 Tage. Außerdem können Sie Zenmate-VPN nach Registrierung (Mail-Adresse genügt) für sieben Tage uneingeschränkt kostenlos ausprobieren.

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