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Zeitfaktor spricht gegen Infektions-Gefahr

24.04.2003 | 11:57 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft erscheint die Gefahr einer Infektion durch eine mit SARS kontaminierte Hardware-Komponente als sehr unwahrscheinlich. Bis eine in China gefertigte Platine in Deutschland beim Händler ist, vergehen nach Informationen der PC-WELT rund sieben Werktage: Etwa vier Tage dauert der Weg vom Produktionsstandort bis zum Distributor in der Bundesrepublik einschließlich Lagerung und Flug. Anschließend vergehen noch einmal rund drei Tage bis die Komponente tatsächlich im Laden liegt. Und dann liegt die Platine oder Grafikkarte ja unter Umständen auch noch einige Tage oder sogar Wochen im Regal.

Laut Robert Koch Institut ist der SARS-Virus außerhalb des menschlichen Körpers aber nur wenige Stunden lebensfähig (Stand: 24. April). Viren sind von einigen Ausnahmen abgesehen außerhalb des Körpers generell nicht sehr lebensfähig. Demnach würde ein auf einer Hauptplatine sitzender Virus nur noch abgestorben und damit ungefährlich in Deutschland ankommen. Zudem scheint der Erreger auf Gegenständen ohnehin nicht lebensfähig zu sein: "Nach bisheriger Kenntnis geht von unbelebten Gütern aus den betroffenen Regionen keine Infektionsgefahr aus. Eine besondere Behandlung unbelebter Güter (z. B. Desinfektion) ist nicht erforderlich." So die offizielle Mitteilung des Robert Koch Instituts, man beachte dabei aber den Hinweis "Nach bisheriger Kenntnis". Immerhin: Bis heute ist kein Fall einer SARS-Infektion durch einen kontaminierten Gegenstand nachweisbar.

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