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Zeit zu gehen: Warum ich vom iPhone zu Android wechsle

24.05.2022 | 15:30 Uhr |

Am Ende hat es die Konkurrenz doch noch geschafft: Ausgerechnet Google überzeugte mich davon, dem iPhone abzuschwören.

Es muss schon viel passieren, dass ein lang eingeschworener Apple-Fanboy sich dazu entschließt, ein Android-Gerät zu nutzen. Apples Taktik ist genial, doch kommt sie auf Dauer nicht gegen die Konkurrenz an. Oder doch? 

Über die Jahre hat sich einiges an Apple-Produkten bei mir angesammelt. Ich schätze und liebe jedes einzelne Gerät davon. Meiner Meinung nach gibt es keine Alternative in Sachen Tablet oder Computer. Kein Konkurrenzprodukt kommt auch nur in die Nähe eines iPad Pro mit M1 oder Macbook Pro mit M1 Max, wie ich sie zurzeit nutze. In Sachen Smartphone vertrete ich aber eine andere Meinung. 

Große Auswahl und viele Alternativen

Als Technik-Redakteur hat man das Privileg, sich durch die verschiedenen Smartphone-Modelle unterschiedlichster Hersteller in allen denkbaren Formen und Farben zu testen, ohne auch nur einen Cent dafür zahlen zu müssen. Wir können im Jahr dutzende Smartphones testen und feststellen, welche Vor- und Nachteile jeder einzelne Hersteller mit sich bringt und man kommt mit der Zeit zu einer Erkenntnis: Der anscheinend ewig andauernde Wettstreit  “Apple vs. Android” wird nur von denjenigen geführt, die nicht akzeptieren können, dass beide Seiten Ihre Vor- und Nachteile haben. Rein objektiv betrachtet kann man nicht wirklich feststellen, welches Betriebssystem besser oder schlechter ist, dafür sind iOS und Android zu unterschiedlich. Dass die Antwort auf die im Netz heiß diskutierte Frage, welches OS besser sei, irgendwann gefunden wird, scheint aussichtslos. Es sei denn, man hat die Möglichkeit, sich ausführlich damit zu beschäftigen. 

Das tat ich und komme zu dem Schluss: Es ist Zeit, sich von Apple zu verabschieden, das iPhone beiseitezulegen und ein neues Kapitel aufzuschlagen. Dabei hat Apple gar nichts falsch gemacht, im Gegenteil. Apples Taktik, seine Kunden bei sich zu behalten, ist genial. Doch hat mich am Ende ein anderes Tech-Unternehmen überzeugen können, Apple abzuschwören: Google. 

Warum ich Apple verfluche

Schon vor einiger Zeit erklärte ich, warum ich Apple verfluche . Weshalb ich solche Gefühle gegen den iPhone-Hersteller hege, können Sie im Detail hier nachlesen. Die Kurzform lautet: Apples Taktik, mich im Apple-Universum einzusperren (Walled Garden) und gar nicht erst auf den Gedanken zu kommen, von der verbotenen Frucht (welch Ironie) namens Android zu kosten, ist gleichermaßen genial wie frustrierend.

Ich erklärte, dass ich schon vor einem Jahr – damals testete ich für die Arbeit das OnePlus 9 Pro – kein Problem damit hätte, mein iPhone gegen ein Android-Smartphone einzutauschen. Ich verstehe jeden Nutzer, der sagt: “Wieso soll ich für ein iPhone fast das Doppelte ausgeben, wenn ich mehr Features bei der Konkurrenz zum halben Preis bekomme?“

Und es ist wahr: Fingerabdruck-Sensor unter dem Display, keine Notch, 120-Hz-Display, ein anderes Design, ein neues UI, neue Nutzererfahrungen. All das bekommt man bereits für weit unter 1.000 Euro, dafür fehlt eben auf der Geräterückseite der eingravierte Apfel. 

Was hielt mich also davon ab? Natürlich war mir bewusst, dass ich für neue Erfahrungen, die mir Android geben würde, ich eine Menge nützlicher Apple-Features würde aufgeben müssen: Die Familienfreigabe, Airdrop, Smart-Home-Features, nicht zuletzt die schönen iOS-Emojis (denn sind wir mal ehrlich: Die Android-Emojis sind hässlich wie die Nacht!). Ein Neustart bedeutet immer Kompromisse. Doch am Ende war es die Apple Watch, die mich von einem Wechsel abhielt. 

Warum ich nun doch zu Android wechsle

Die Apple Watch ist die beste Smartwatch, die es gibt. Ich konnte genug andere Smartwatches testen, dass diese Behauptung nicht nur aus einem Bauchgefühl heraus resultiert, sondern auf Erfahrung beruht. Keine andere Smartwatch – mit Ausnahme der Withings Scanwatch, die genau genommen aber eine Hybrid-Watch ist – läuft so flüssig, ist gleichzeitig so umfangreich an Features und kommt auch noch in einem schönen Design daher. Klar, die Apple Watch hat ihren Preis. Doch ist es mir das am Ende wert. 

Die Apple Watch kann man auch mit Android nutzen , aber nicht gerade so, wie man sich das vielleicht vorstellt. Über die Familienkonfiguration kann ich mir eine Apple Watch so einrichten, dass ich gleichzeitig ein Android-Gerät nutzen kann. Am Ende ist die Apple Watch aber alles andere als smart und man muss sogar noch obendrauf zahlen. Keine attraktive Alternative für mich. 

Vor ein paar Wochen stellte Google jedoch seine eigene Smart Watch vor: die Google Pixel Watch. Und verdammt, sieht die gut aus! 

Sie hat ein rundes Design, ist minimalistisch ohne Ende und wird vermutlich mit jeder Menge Fitness-Funktionen kommen. Alles andere wäre nach der Akquisition von Fitbit durch Google auch lächerlich. Auf der Uhr läuft wearOS, laut Google “neu konzipiert für eine flexible und intuitive Bedienung. Speziell entwickelt für das unverwechselbare gewölbte Design”. Die Armbänder lassen sich wohl ebenso leicht wechseln wie bei der Apple Watch und auch, wenn man noch nicht allzu viel über den Preis weiß, schaut die Pixel Watch nach einer attraktiven Alternative aus. So attraktiv, dass ich selbst meine Apple Watch gegen eine Pixel Watch eintauschen würde – vorausgesetzt, die Uhr kann im Ansatz mit Apples Uhr mithalten. 

Abwarten: Die Zeit tickt… 

Noch bleibt recht viel ungewiss, Google hat noch nicht alle Informationen zum Preis der Pixel Watch gegeben, außer, dass sie im Herbst erscheinen wird. Bis dahin kann noch vieles passieren: In zwei Wochen stellt Apple auf der WWDC iOS 16 und watchOS 9 vor. Gut möglich, dass Apple mich überrascht und doch wieder mit ein paar Features um die Ecke kommt, die mich an Apple binden werden. 

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Außerdem ist die Rede davon, dass Apple in diesem Jahr nun doch noch eine eckige Apple Watch auf den Markt bringen will. Ob sich wiederum die Pixel Watch dagegen behaupten kann? Abwarten! Vielleicht eröffnet Apple die Worldwide Developers Conference auch mit der frohen Kunde, dass ab Herbst auch Android-Nutzer ihr Smartphone mit einer Apple Watch koppeln können – zugegeben: Unrealistisch, aber man wird ja noch träumen dürfen. Wenn Google jedenfalls nicht enttäuscht, dann könnten sie mit einer guten Smartwatch dafür sorgen, dass manche Nutzer, denen es ähnlich geht wie mir, einen Wechsel ins andere Lager in Betracht ziehen.

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