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Youtube sperrt Donald-Trump-Konto bis auf weiteres

13.01.2021 | 10:26 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Youtube sperrt vorerst das Konto des US-Präsidenten Trump. Auch alle Kommentare wurden entfernt.

Youtube hat Mittwochfrüh (deutscher Zeit) das Konto des noch bis zum 20. Januar amtierenden US-Präsidenten Donald Trump gesperrt. Nach dem dauerhaften Verlust seines Twitter- und Facebook-Kontos verliert Trump damit auch nun seinen Youtube-Kanal, welcher über 2,78 Millionen Abonnenten hat. In der Mitteilung von Youtube im ersten Tweet wird die Sperrung wie folgt begründet:

Nach Überprüfung und angesichts der Bedenken über das anhaltende Gewaltpotenzial haben wir neue Inhalte, die auf den Kanal von Donald J. Trump hochgeladen wurden, entfernt, da sie gegen unsere Richtlinien verstoßen.

Der US-Präsident habe damit den "ersten Strike" (also die erste Verwarnung) von Youtube erhalten. Die Konsequenz: Er kann für mindestens 7 Tage nicht mehr neue Inhalte auf seinem Kanal hochladen. Nach einer zweiter Verwarnung wird die Sperre um zwei Wochen erneuert. Nach drei Verwarnungen innerhalb von drei Monaten wird ein Youtube-Kanal dann dauerhaft gesperrt, wie auch den Youtube-Community-Richtlinien hier zu entnehmen ist.

In einem zweiten Tweet fügt Youtube dann noch hinzu, dass aufgrund "der anhaltenden Besorgnis über Gewalt" die Kommentierfunktion im Kanal des US-Präsidenten auf "unbestimmte Zeit" deaktiviert worden sei. So habe es man bisher auch bei anderen Kanälen gehandhabt, bei denen es Sicherheitsbedenken im Kommentarbereich gäbe. Eine kurze Stichprobe ergab, dass bei dieser Gelegenheit auch alle bisher unter den Trump-Youtube-Videos verfassten Kommentare gelöscht wurden.

Es gibt auch Kritik am Verhalten von Twitter & Co.

Es gibt aber auch wachsende Kritik an dem Verhalten der sozialen Netzwerke, die zu großen US-Unternehmen gehören und eine hohe Reichweite haben. Die Frage ist letztendlich, ob solche Großunternehmen selbst die Möglichkeit haben sollen, die freie Meinungsäußerung einschränken zu dürfen oder ob dafür vom Gesetzgeber vorgegebene Regeln gelten sollten.

Auffällig ist auch, dass diese Großunternehmen erst jetzt, kurz vor Ablauf der Amtszeit von Trump die Maßnahmen ergreifen, obwohl die von Trump im Netz verbreiteten Inhalte seit Jahren in der öffentlichen Kritik stehen. Das legt der Verdacht nahe, dass Facebook, Twitter, Google & Co. erst jetzt den "Mut" haben, nachdem sie wissen, dass ihnen zumindest vom US-Präsidenten Trump keine Gefahr mehr droht.

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