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Youtube-Dreh mit Maskierten löst Polizeieinsatz aus

18.04.2019 | 09:30 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Ein Youtube-Dreh mit Maskierten hat in Essen für einen Polizeieinsatz gesorgt. Die Polizei bezeichnet den Ausgang als "glücklich".

Ein Dreh von Jugendlichen für einen Youtube-Clip hat am Dienstagnachmittag für einen großen Polizeieinsatz in Essen gesorgt. Wie die zuständige Dienststelle in einer Pressemitteilung erklärt, hätten die Jugendlichen sofort auf die Befehle der Polizisten gehorcht, wodurch der Ausgang rückblickend als "sehr glücklich" bezeichnet werden könne.

Der Polizei sei am Dienstagnachmittag gegen 16:20 Uhr per Notruf darüber informiert worden, dass in einen Kiosk in Essen maskierte und bewaffnete Männer eingedrungen seien. "Die Räuber sind noch im Laden", so der Anrufer. Kurze Zeit später waren zwei Beamtinnen vor Ort und weitere Polizeiwägen wurden zur Hilfe gerufen und mussten deshalb ihre aktuellen Einsätze abbrechen.

Kurz nach dem Eintreffen der beiden Polizistinnen, die als Erste vor Ort waren, stürmten die zwei maskierten und bewaffneten Personen aus dem Kiosk. Mit gezogenen Waffen forderten die Beamten die Personen auf, ihre Waffen und sich auf den Boden zu werfen. Der Anweisung folgten die Personen sofort und riefen dabei "Das ist nur ein Videodreh! Das ist nur Spaß!"

"Gar nicht spaßig reagierten die Einsatzkräfte, die unter Waffenandrohung die weiteren Personen aufforderten, den Kiosk zu verlassen", heißt es in der Polizeimeldung. 

Die beiden "Räuber" waren zwei Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren. Im Kiosk selbst befanden sich noch fünf weitere Personen im Alter zwischen 15 und 48 Jahren, die ebenfalls zunächst festgesetzt wurden. Statt den Ball flach zu halten, hielten es auch noch zwei der Personen für notwendig, sich aggressiv gegenüber den Polizisten zu verhalten, weil sie für die Polizeimaßnahmen kein Verständnis hatten. Die weiteren Ermittlungen vor Ort ergaben, dass es sich bei einem dieser beiden aggressiven Männer um einen Youtuber handelte, der den Video-Dreh organisiert hatte. Das Video wollte er seinen "Followern" zeigen.

Die Polizei Essen weist in dem Zusammenhang hin, wie professionelle Filmemacher einen solchen Dreh organisieren: "Professionelle Filmemacher, die Videosequenzen oder andere öffentliche Aufführungen planen, ersuchten die Behörden bislang regelmäßig um Erlaubnisse und wiesen auf mögliche problematische Situationen hin, die in der Öffentlichkeit falsch verstanden werden könnten."

Die Waffen, Maskierungen und Kamera wurden von der Polizei sichergestellt. Außerdem wurde Anzeigen gegen alle Beteiligten erstellt. Leicht resigniert stellt die Polizei aber im letzten Satz ihrer Mitteilung fest: "Bis zum Ende der Maßnahmen schienen einige der Erwachsenen nicht verstanden zu haben, in welch große Gefahr sie die beiden jugendlichen Protagonisten gebracht haben."

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