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Xbox Scarlett mit 8K- und Raytracing-Unterstützung

11.06.2019 | 09:22 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Wir liefern Ihnen alle neuen Infos zur Xbox Project Scarlett und verraten, welche Leistung zu erwarten ist.

Microsoft hat in einer äußerst kurzweiligen Pressekonferenz zum Start der Spielemesse E3 in Los Angeles seine Highlights für die Xbox-Plattform und Konsolen- und PC-Gaming vorgestellt. Dabei wurden auch neue Details zur nächsten Konsolengeneration Xbox Project Scarlett enthüllt.

Xbox Project Scarlett soll zum Weihnachtsgeschäft 2020 auf den Markt kommen. Damit verriet Microsofts Xbox-Chef Phil Spencer zumindest einen groben Starttermin. Außerdem betonte Spencer: "Wir glauben, dass eine Konsole nur für eine Sache sein sollte: Gaming". Ein Beweis dafür, dass Microsoft aus der etwas missglückten ersten Ankündigung der Xbox One vor über sechs Jahren gelernt hat, als viele Eigenschaften der Xbox One angepriesen wurden, die wenig mit Gaming zu tun hatten.

Die Botschaft bei der Xbox Project Scarlett: Das Team, welches bei Microsoft die Xbox One X - also die aktuell schnellste Konsole der Welt - gebaut hat, ist zuständig dafür, die nächste Konsolengeneration zu entwickeln. Dabei steht Gaming im Mittelpunkt.

Eine noch stärkere Leistung soll bei Xbox Project Scarlett im MIttelpunkt stehen: Laut Angaben von Microsoft ist mit einer Leistung zu rechnen, die etwa bei dem Vierfachen dessen liegt, wozu aktuell die Xbox One X in der Lage ist. Dies soll den Spielemachern völlig neue Möglichkeiten eröffnen.

AMDs Navi und Zen 2 in Xbox Project Scarlett

Erreicht wird die höhere Leistung durch den Einsatz eines speziell für Scarlett von Microsoft und AMD gemeinsam produzierten Chips, der auf die neuen AMD-Technologien Zen 2 im Bereich der CPU und Navi im Bereich der GPU aufbaut. Unterstützt werden sollen die Technologien "adaptive sync variable refresh rate" (variable Bildwiederholrate) und hardware-beschleunigtes Raytracing. Hinzu kommen eine Unterstützung für sowohl 8K als auch für Gaming mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde. Was davon alle Spiele letztendlich unterstützen werden, bleibt abzuwarten.

8K wird zum Start der Spielekonsole Ende 2020 für Gaming kaum eine Rolle spielen, wenn überhaupt, dann eher für die Wiedergabe von Videos. 4K- und Full-HD-Gaming werden also weiterhin wichtig bleiben. Bisher ist bei 60 Bildern pro Sekunde Schluss, eher sind es Spiele mit 30 Bildern pro Sekunde. Mit der Xbox Project Scarlett dürfte sich dies ändern: Entwickler dürften nun öfter die 120 Bilder pro Sekunde anpeilen und meistens die 60 Bilder pro Sekunde erreichen. Die Raytracing-Unterstützung dürfte dafür sorgen, dass Entwickler verstärkt Raytracing in ihren Spielen einbauen, nachdem bisher nur Besitzer einer Geforce-RTX-Karte davon profitieren.

Fest steht außerdem, dass der AMD-Chip mit Zen-2- und Navi-Kern von der Geschwindigkeit des eingebauten GDDR-6-Speichers profitieren soll.

Genauere technische Details zur CPU und GPU will Microsoft zu diesem Zeitpunkt noch nicht verraten.

Kaum noch Ladezeiten dank neuer SSD-Technologie

Ein wichtiger Aspekt bei der Entwicklung von Xbox Project Scarlett spielen auch die Ladezeiten von Spielen. Diese will Microsoft auf ein Minimum reduzieren und verfolgt damit die gleichen Pläne, die Sony bereits für seine nächste Playstation vorgestellt hat.

Auch Microsoft will die Ladezeiten durch den Einsatz einer SSD in Xbox Project Scarlett erzielen. PC-Gamer kennen die Vorteile von SSDs bereits seit geraumer Zeit, mit der nächsten Konsolengeneration profitieren davon nun auch die Konsolen-Gamer. Freilich wird der Einsatz der SSD-Technologie für die Xbox Project Scarlett optimiert.

Was von der Aussage "keine Ladezeiten mehr" letztendlich übrig bleibt, wird sich erst mit dem Erscheinen der Xbox Project Scarlett zeigen. Bei Spielen der aktuellen Konsolengeneration, die dank der Abwärtskompatibilität natürlich auch auf der Scarlett-Konsole laufen, werden die Ladezeiten sicherlich in den einstelligen Sekundenbereich gedrückt.

Hier der Microsoft E3-Trailer zur Xbox Project Scarlett:

Project xCloud startet noch vor Google Stadia

Alle große Unternehmen der Unterhaltungsbranche arbeiten an Game-Streaming-Lösungen und zuletzt hatte Google den Start von Google Stadia für November angekündigt. Microsoft will seine Lösung Project xCloud bereits früher anbieten, nämlich schon ab Oktober 2019. Genauere Details verrät Microsoft zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht.

Nur so viel ist bekannt: Xbox Project Scarlett wird für die Unterstützung von Project xCloud optimiert sein. Dennoch sieht Microsoft auch kurz- und mittelfristig weiterhin die Notwendigkeit für eine neue, leistungsfähigere Spielekonsole.

Randnotiz: Über Project xCloud kann ab Herbst jede Xbox One in einen Game-Streaming-Server verwandelt werden. Die Gamer können also ihre eigene Spielekonsole zum Streamen ihrer Spiele auf ein anderes Endgerät nutzen und sind nicht auf Microsofts Project-xCloud-Server angewiesen. Wer beispielsweise in den Urlaub fährt, kann damit seine Xbox One daheim lassen und unterwegs seine Spiele auf einem Laptop, Smartphone oder Tablet spielen.

Erstes Spiel für die Xbox Project Scarlett: Halo Infinite

Eines der ersten Spiele für Xbox Project Scarlett hat Microsoft ebenfalls auf der E3 enthüllt: Halo Infinite wird zeitgleich mit Scarlett auf den Markt kommen und damit auch zeigen, was die neue Konsolengeneration in der Lage ist zu leisten. Damit schließt sich für Microsoft auch ein großer Kreis: Die allererste Xbox kam vor über 19 Jahren ebenfalls zeitgleich mit dem ersten Halo-Spiel auf den Markt. Mit Halo Infinite kehrt auch der Master Chief wieder zurück, einen kleinen Appetithappen liefert der folgende Trailer:

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