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Wozu das Ganze?

22.05.2003 | 12:21 Uhr |

Warum aber will Darpa jeden US-Bürger sezieren und in Milliardenfachen Bits speichern? Darpa-Sprecherin Jan Walker gab ein Beispiel: Die Technologie würde es möglich machen, für Soldaten einen virtuellen Kompagnon zu kreieren, der dem Menschen zur Seite stehen kann, weil er die gesamte Vergangenheit dieses Wesens gespeichert hätte und genau wüsste, wie sich ein Mensch in bestimmten Situationen verhalten hat.

Außerdem könnten Militärs mit dieser Technologie sehr ausgefeilte computerisierte Trainingssysteme entwerfen, weil diese Systeme wüssten, wie ein Proband beispielsweise lernt und wie er auf das System reagiert. Dieses wiederum könnte sich im Flug auf den Menschen einstellen.

Bürgerrechtler wie John Pike von der GlobalSecurity.org sagen zu den Erklärungen von Darpa-Frau Walker, sie seien "nur schwer zu verstehen." Das Lifelog-Projekt sei ein Auswuchs des in den USA bereits betriebenen Programms "Total Information Awareness" (TIA). TIA ist ein anderes Darpa-Projekt, das nach dem 11. September 2001 ins Leben gerufen wurde, um in den USA potenzielle Terroristen aufzuspüren.

Bislang existiert Lifelog nur in den Köpfen einiger Spezialisten im Pentagon. Allerdings hat Darpa begonnen, die Industrie und Wissenschaftler zu bitten, mögliche Forschungsvorhaben im Zusammenhang mit Lifelog zu präsentieren. Diese sollen auf 18 und maximal 24 Monate Laufzeit angelegt sein. Unklar ist noch, wieviel Geld Darpa für diese Forschungsvorhaben bereit ist zu investieren.

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