2473385

Wissenschaftler entwickeln künstliche Nervenzelle

04.12.2019 | 15:28 Uhr | Denise Bergert

Ein kleiner Silizium-Chip imitiert eine menschliche Nervenzelle und verspricht neue Behandlungsmöglichkeiten für Rückenmarksverletzungen.

Wissenschaftler der University of Bath haben eine bahnbrechende neue Technologie entwickelt. Sie haben mit Hilfe eines Silizium-Mikrochips eine menschliche Nervenzelle imitiert. Die kleinen Cells-on-a-Chip, die für den Betrieb nur sehr wenig Energie benötigen, könnten künftig in bio-elektronischen Geräten und Implantaten zum Einsatz kommen. Als Beispiele führen die Wissenschaftler unter anderem Erkrankungen des Nervensystems an, wie etwa Alzheimer oder Verletzungen des Rückenmarks.

Nervenzellen existieren sowohl im menschlichen Gehirn als auch im ganzen Körper. Sie wandeln mechanische und chemische Signale in elektrische Impulse um, die vom Gehirn in den Körper und wieder zurück geschickt werden. Die Komplexität von Nervenzellen hat es Wissenschaftlern bislang schwer gemacht, ihre Funktionsweise genau zu entschlüsseln. In ihrer neuen Studie, die die Wissenschaftler der University of Bath in Nature Communications veröffentlicht haben , wird diese Funktionsweise bis ins kleinste Detail erklärt. Diese Einblicke ermöglichten es den Wissenschaftlern, menschliche Nervenzellen, die für die Atmung und für Erinnerungen zuständig sind, in Form von Mikrochips nachzubilden.

Laut den Forschern steckt die Entwicklung noch in den Kinderschuhen. Die Nachbildung einer einzelnen Nervenzelle ist ihnen zwar bereits gelungen. Um Patienten mit Alzheimer oder Rückenmarksverletzungen tatsächlich helfen zu können, sind jedoch noch komplexere Chips und Abläufe nötig. Ein erster Schritt in diese Richtung ist mit der aktuellen Studie jedoch bereits getan.

PC-WELT Marktplatz

2473385