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Windows 10: Tausende Verfahren gegen Lizengo- & Ebay-Käufer von Billig-Lizenzen

10.03.2021 | 12:46 Uhr | René Resch

Es könnten wohl über 10.000 Käufer von Windows-10-Billig-Lizenzen Ziel von Ermittlungen werden. Der über Youtube bekannt gewordene Rechtsanwalt Christian Solmecke hat dazu ein Video veröffentlicht.

Bereits vor einigen Tagen berichteten wir, dass Käufer von Billig-Lizenzen von Windows 10 in das Visier von Staatsanwälten geraten sind und angeblich Vorladungen von der Polizei erhielten. Der Verdacht auf "leichtfertige Geldwäsche" und "strafbare Urheberrechtsverletzungen" würde bestehen.

Der über Youtube bekannt gewordene Rechtsanwalt Christian Solmecke hat dazu ein Video hochgeladen, in dem er beschreibt, dass wohl Tausende davon betroffen sind. Laut dem Video, sowie Berichten von Golem und Tarnkappe.info, habe es bei Verbrauchern schon erste Hausdurchsuchungen gegeben.

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat wohl rund 10.000 Kundendaten von Käufern von Billig-Lizenzen aus Ebay und von Lizengo erhalten. Die Staatsanwaltschaft bündelt dazu offenbar die Verfahren mit illegalen Windows-Keys und möchte weiter ermitteln.

Golem hat dazu nähere Informationen der Staatsanwaltschaft Koblenz erhalten. So habe es in den vergangenen sieben Jahren bereits Verfahren im "niedrigen fünfstelligen Bereich" gegeben. Weiter heißt es: "Die Anzahl der abgegebenen Verfahren dürfte ebenfalls im niedrigen fünfstelligen Bereich liegen". Auch aktuell seien "mehrere Umfangsverfahren anhängig". Somit dürften tatsächlich tausende Käufer von Billig-Lizenzen betroffen sein.

Ermittlungen gegen Einzelne werden wohl "im Sande verlaufen"

Rechtsanwalt Solmecke gibt Betroffenen allerdings auch leichte Entwarnung. Die Staatsanwaltschaft könne Einzelnen nur schwer nachweisen, dass sie bewusst einen unseriösen oder illegalen Key erworben haben. Wenn man sich die Angebote zu Lizenzschlüsseln ansehe, ist es für den Verbraucher kompliziert nachzuvollziehen, was den nun der tatsächliche Preis für eine legale Windows-Kopie sei. Lizengo-Lizenzen gab es zum Teil sogar bei Einzelhändlern wie Edeka.

Er sei der festen Überzeugung, dass Ermittlungen gegen einzelne Nutzer "im Sande verlaufen" werden. Auch finde er, die Massivität der Ermittlungen gegen einzelne Verbraucher, falls diese denn zutreffen, sei "nicht angemessen". Man solle sich doch "die großen Fische schnappen" und diese aburteilen.

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