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Weiterhin gratis von Windows 7 auf Windows 10 umsteigen

21.08.2018 | 09:15 Uhr |

Durch den kostenlosen Umstieg von einer der Vorversionen hatte Microsoft versucht, Windows 10 in den Markt zu drücken. Wir zeigen Ihnen, wie Sie nach Ablauf der kostenlosen Umstiegsphase auch jetzt noch kostenlos auf Windows 10 upgraden.

Obwohl Windows 10 schon seit mehr als drei Jahren verfügbar ist, dauerte es bis zum Anfang dieses Jahres, dass die neue Version den inzwischen etwas betagten Vorvorgänger hinsichtlich der Zahl der installierten Systeme eingeholt hatte. Windows 7 war und ist wie seinerzeit sein Vorvorgänger Windows XP eben ein gut funktionierendes Betriebssystem. Dabei hatte Microsoft durch den – erstmaligen – kostenlosen Umstieg von einer der Vorversionen versucht, Windows 10 in den Markt zu drücken. Die Phase für das Gratis-Upgrade lief nach einem Jahr im Sommer 2016 aus, danach gab es nur noch den Umweg über die Webseite zum Upgrade auf Windows 10 für Benutzer, die Hilfstechnologien nutzen. Aber auch dort steht der kostenlose Wechsel seit Jahresende nicht mehr zur Verfügung. Stattdessen heißt es dort seitens Microsoft: „Als Alternative können Sie Windows-10-Software und -Geräte im Einzelhandel oder in Online-Shops kaufen“. Das ist häufig aber gar nicht nötig, weil die alten Lizenzkeys von Windows 7 und Windows 8.1 weiterhin funktionieren, sogar für die komplette Neuinstallation des Betriebssystems.

Das lässt sich insbesondere für Rechner mit dem nach wie vor verbreiteten Windows 7 nutzen, denn bis zu dieser Betriebssystemversion klebte Microsoft stets den grünen Aufkleber „Certificate of Authenticity“ (COA) mit einer Seriennummer auf die Unter- oder Rückseite des Computers. Auf den meisten dieser Rechner aber lief Windows gar nicht mit dem aufgedruckten Lizenzkey, sondern mit einem vom Hardware-Hersteller vergebenen OEM-Key.

Kein Grund zur Sorge, falls die Aktivierung von Windows vermeintlich fehlschlägt. Diese Meldung sehen Sie, so lange noch kein Lizenzschlüssel eingegeben wurde.
Vergrößern Kein Grund zur Sorge, falls die Aktivierung von Windows vermeintlich fehlschlägt. Diese Meldung sehen Sie, so lange noch kein Lizenzschlüssel eingegeben wurde.

Das hatte den Vorteil, dass die PC- und Notebook-Käufer ihre System nicht erst umständlich aktivieren mussten. Vielmehr sind die Computer mit der sogenannten OEM-Preactivation ausgestattet, bei der die OEM-Rechnerhersteller von Microsoft spezielle Lizenzen und dazu passende Zertifikat erhalten. Diese im Bios beziehungsweise Uefi hinterlegten Informationen signalisieren dem Betriebssystem, dass es aktiviert ist, ohne dass die Aktivierung online bei Microsoft durchgeführt oder verifiziert wurde. Bei Rechnern mit Windows 7 und damit mit COA-Aufkleber bedeutet dies zugleich, dass die sichtbare Seriennummer bisher nicht verwendet wurde und sich deshalb problemlos nutzen lässt – auch für Windows 10. Wenn Sie also auf einem alten Rechner mit Windows 7 das aktuelle Betriebssystem clean installieren, das heißt ganz neu aufsetzen möchten, können Sie das ohne Umweg direkt erledigen.

So geht’s: Starten Sie nach der Sicherung Ihrer persönlichen Daten das Media Creation Tool von Microsoft, wählen Sie dabei die Option „Installationsmedien“ von Windows 10, also eine DVD oder einen USB-Stick, und legen Sie die benötigte Architektur (32 oder 64 Bit) fest. Ist der Stick beziehungsweise die DVD fertig erstellt, booten Sie direkt von diesem Datenträger Ihren Windows-7-Rechner; eventuell müssen Sie erst die rechnerspezifischen Taste für das Boot-Auswahlmenü drücken. Ob Sie beim Setup den vorhandenen Windows-7-Key direkt eingeben oder zunächst „Ich habe keinen Product Key“ und danach die zum Key passende Windows-Version – also Home oder Pro – wählen, ist unerheblich.

Die Aktivierung von Windows 10 dauert keine zwei Minuten und funktioniert auch mit einem Lizenzschlüssel für Windows 7 vom Microsoft-Aufkleber eines alten Rechners.
Vergrößern Die Aktivierung von Windows 10 dauert keine zwei Minuten und funktioniert auch mit einem Lizenzschlüssel für Windows 7 vom Microsoft-Aufkleber eines alten Rechners.

Die anschließende Windows-Installation dauert ihre Zeit; anschließend fordert das neue System Sie auf, Windows 10 zu aktivieren. Haben Sie beim Setup die Option „Ich habe keinen Product Key“ gewählt und versuchen nun, die Aktivierung durchzuführen, erscheint zunächst eine rot unterlegte Fehlermeldung. Doch keine Sorge: Klicken Sie in der Einstellungen-App von Windows 10 auf „Update und Sicherheit –› Aktivierung –› Product Key ändern“, und tippen Sie den Lizenzschlüssel vom COA-Etikett ab. Es dauert jeweils einen Moment, bis Windows 10 aktiviert werden kann und bis dieser Schritt vollzogen ist.

Ein Tipp zum Schluss: Wenn Sie keine zusätzlichen Lizenzschlüssel haben, lässt sich der Key der installierten Windows-Version mit CW Sysinfo über „Scan my system –› OS –› Product Key“ auslesen und für die Aktivierung übernehmen.

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