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Wikipedia geht wegen Artikel 13 für einen Tag offline

20.03.2019 | 16:20 Uhr | Michael Söldner

Mit einer Protestaktion will Wikipedia heute auf die geplante EU-Urheberrechtsreform reagieren.

Wer sich am 21. März im Internet auf Wikipedia informieren möchte, wird nur eine Fehlermeldung sehen. Als Reaktion auf Artikel 13 will das Portal für 24 Stunden offline gehen . In Deutschland wird das Portal pro Tag durchschnittlich 33 Millionen Mal aufgerufen, der Ausfall dürfte also vielen Menschen auffallen. Mit der Aktion wollen die Betreiber ihren Protest gegen Artikel 13 bekunden. Die geplante EU-Urheberrechtsreform sieht vor, dass Plattformen wie Youtube für alle Inhalte haften, die von Nutzern hochgeladen werden. Damit steigen auch die Pflichten der Seitenbetreiber, die den Urheberschutz gewährleisten müssen.

Als nicht-kommerzieller Anbieter ist Wikipedia zwar von der Haftungspflicht in Artikel 13 ausgeschlossen, man wolle sich jedoch solidarisch zeigen. Im Interview mit rbb|24 gibt John Weitzmann, Leiter Politik & Recht Wikimedia Deutschland, außerdem zu bedenken: "[...] das freie Wissen lebt eben nicht nur in der Wikipedia alleine, sondern entsteht auch drumherum. Die Wikipedianer wollen nicht die Oase in der Wüste sein."

Außerdem sieht die Reform in Artikel 11 vor, dass ein neues Leistungsschutzrecht Verlagen Verdienste sichern soll, sobald ihre Texte von Suchmaschinen verbreitet werden. Durch den Offline-Tag am 21. März bleibt die Recherche auf Wikipedia in Deutschland nicht erreichbar. Auf der Webseite soll sich dann lediglich der Hinweis finden, dass die EU-Reform „die Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit deutlich beeinträchtigen“ werde. Selbst kleinste Firmen müssten mit fehleranfälligen und technisch unausgereiften Upload-Filtern arbeiten und selbst für kleine Textausschnitte aus Presseerzeugnissen teure Lizenzen erwerben.

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