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Wie geht's weiter?

12.09.2003 | 08:36 Uhr |

McBrides am Ende seines Schreibens gemachtes Verhandlungsangebot lehnten Raymond und Perens ab. "Ihr Angebot, mit uns zu verhandeln, kommt als Ende eines kunterbunten Gemisches aus Lügen, Halbwahrheiten, Ausflüchten, Verleumdungen und Fehlinterpretationen. Das müssen Sie schon besser machen. Wir werden nicht versuchen, auf Basis von Unredlichkeit mit Ihnen einen Kompromiss zu erzielen."

SCOs Behauptung, es habe über eine Million Unix-Codezeilen in Linux identifiziert, erklärte Raymond und Perens für "mathematisch unmöglich angesichts der bekannten, öffentlich zugänglichen Geschichte der Linux-Entwicklung". "Wir als Open-Source-Community erkennen nicht an, dass es irgendetwas zu verhandeln gibt. Linux ist unser Werk und legitimes Eigentum", heißt es weiter. "Wenn Sie uns die Kontamination korrekt nachweisen wollen, dann zeigen Sie uns den Code. Veröffentlichen Sie die Übereinstimmungen. Spezifizieren Sie Zeile für Zeile, welchen Code Sie für unrechtens halten und warum. Wir werden unseren gesetzlichen Verpflichtungen umgehend nachkommen und den betreffenden Code entweder entfernen oder nachweisen, dass er auf Wegen in Linux hineingelangt ist, die proprietäre Ansprüche ausschließen."

SCO weigert sich bislang kategorisch, den seiner Ansicht nach aus System V entlehnten Unix-Code öffentlich zu machen und beruft sich dabei auf die nötige Wahrung seiner Geschäftsgeheimnisse. Raymond hatte im vergangenen Monat deswegen angeboten, SCO möge doch einfach Zeile und Dateibezeichnung nennen, damit die Linux-Gemeinde mögliche Übertretungen beheben könne, ohne dass SCO dazu seinen Code veröffentlichen müsste. Eine Antwort auf dieses Angebot steht bislang noch aus.

SCO feuert Breitseite auf die Open-Source-Gemeinde ab (PC-WELT Online, 11.09.2003)

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