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Whatsapp-Klage: Hamburg will Datenweitergabe klären

14.04.2021 | 15:26 Uhr | Michael Söldner

Der Hamburger Datenschutzbeauftragte will klären, ob die neuen Nutzungsbedingungen von Whatsapp rechtens sind.

Mit einem Dringlichkeitsverfahren gegen Facebook will der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar die Hintergründe der neuen Nutzungsbedingungen von Whatsapp klären. Die Betreiber hatten angekündigt, die in Whatsapp erfassten Daten mit denen von Facebook zu verknüpfen und zu eigenen Zwecken zu verarbeiten. Ziel der Datenschützer sei eine Entscheidung vor dem 15. Mai 2021. Bis dahin soll Facebook die Grundlage der Datenschutzverordnung (DSGVO) akzeptieren. 

Die Zusammenführung der in beiden Netzwerken erfassten Daten hat große Auswirkungen. In Deutschland wird Whatsapp von fast 60 Millionen Menschen genutzt, damit ist der Messenger noch beliebter als Facebook. Datenschützer befürchten eine missbräuchliche Ausnutzung dieser Datenmacht. Nach Ansicht von Caspar sei von einer unzulässigen Durchsetzung der Interessen von Facebook auszugehen. Man werde dem Konzern die Gelegenheit zu einer Stellungnahme bieten. Dies soll vor dem 15. Mai erfolgen, denn dann treten die neuen Datenschutzbestimmungen von Whatsapp offiziell in Kraft. Facebook beteuert indes, dass alle Nachrichten unter Freunden privat bleiben würden. Ziel der neuen Nutzungsbedingungen sei es, Unternehmen den Verkauf von Produkten zu ermöglichen, die Whatsapp-Nutzer zuvor auf Facebook oder Instagram gefunden haben. Facebook wolle die aus Hamburg geschickten Unterlagen dennoch prüfen und gegebenenfalls darauf reagieren. 

Nutzern bleibt bis dahin dennoch nur ein Akzeptieren der neuen Nutzungsbedingungen, da die Betreiber sonst eine Einschränkung des Dienstes in Aussicht stellen. So können für kurze Zeit nur noch Anrufe und Benachrichtigungen erfolgen. Ein Lesen oder Senden innerhalb der App sei ohne Zustimmung aber nicht mehr möglich. Nach 120 Tagen der Inaktivität können die Betreiber das Konto zudem schließen. Die noch ungeklärte Situation könnte viele Nutzer dazu bewegen, Whatsapp den Rücken zu kehren und sich bei anderen Diensten wie Telegram oder Signal anzumelden.

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