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Wer profitiert davon?

29.03.2006 | 12:18 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

SES Astra sieht besonders junge Zuschauer als Zielgruppe für die neuen Angebote. Insbesondere in Kombination mit Handy-Dienstleistungen dürfte diese Strategie wohl stimmig sein. TV-Konsumenten, die ohnehin nur wenig Zeit vor der Glotze verbringen und sich mit der Tagesschau zufrieden geben, dürften sich für das neue Angebot dagegen weniger interessieren.

Allerdings ist Astra mit EoD, Interaktivität und Mehrwertdiensten keineswegs allein auf weiter Flur. Ganz im Gegenteil bastelt die Deutsche Telekom zusammen mit Microsoft an einem leistungsfähigen Konkurrenzmodell: IPTV – Fernsehen via Internet ( die PC-WELT berichtete ). Als technische Basis dafür soll das neue VDSL-Netz dienen, dessen Aufbau die Telekom gerade vorantreibt.

Die Zukunft des Fernsehens könnte also auf einem Dreikampf zwischen Satelliten-TV, Kabelfernsehen und IPTV hinauslaufen. Das in den letzten Monaten oft erwähnte DVB-T dürfte dagegen ins Hintertreffen geraten. Erstens ist DVB-T bisher auf einige Ballungsräume begrenzt und je nach Entfernung und Lage des Empfängers zum Sender kämpfen die Zuschauer mit Qualitätsproblemen beim Empfang. Und zweitens ist die Programmvielfalt mittels DVB-T geringer, in einigen Gebieten Mitteldeutschlands kann man beispielsweise nur die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten empfangen ( Überblick ). Auch bei HD-TV kann DVB-T nicht mit dem Satelliten-Fernsehen mithalten.

Es ist nicht auszuschließen, dass sich DVB-T zur Nischenlösung für Menschen entwickelt, die nur selten TV schauen oder die Fernsehen unterwegs genießen wollen, zum Beispiel am Notebook.

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