234271

Wer nicht weiterleitet, fliegt raus

15.02.2010 | 16:52 Uhr | Frank Ziemann

Den zweiten Grundtyp bilden Falschmeldungen über eine angebliche Schließung des jeweiligen Dienstes oder die Einführung von Gebühren. So würde angeblich nach inaktiven Benutzern gesucht, um den jeweiligen Dienst zu entlasten. Dazu soll man die Nachricht an mindestens soundso viele Kontakte weiterleiten. Wer nicht mitmache, fliege raus. Wer der Aufforderung brav Folge leistet, müsse weiterhin nichts bezahlen und seine ICQ-Blume (oder eben das Symbol des jeweiligen Dienstes) würde blau.

In letzter Zeit ist bei Facebook noch eine andere Variante der Hacker-Hoaxes zu beobachten. Darin wird beschrieben, wie man angeblich heraus finden kann, welche der eigenen Kontakte Hacker sind und wie man diese sperren kann. Dazu sollen Facebook-Nutzer in den Einstellungen der Privatsphäre die Blockierliste aufrufen und als Person "automatic-log" (oder auch "automatic-lab", "Automation Log" usw.) eingeben. Die Kontakte würden dann nach Hackern durchsucht und diese gesperrt.

Auch die zum Teil seit Jahren per Mail verbreiteten Hoaxes finden sich in den neuen Netzen. Mit einer gewissen Verzögerung finden sie ihren Weg in jedes neue Kommunikationsmedium, das massenhaft genutzt wird. Da es immer wieder genug Neulinge gibt, die noch nichts von Hoaxes wissen, ist die Verbreitung gesichert.

Der Grund für die Verbreitung solcher Falschmeldungen liegt wohl in der Natur des Menschen. Der Mensch ist ein Geschichtenerzähler - die mündliche Überlieferung von Nachrichten, Traditionen und Fertigkeiten ist eine wichtige Grundlage der menschlichen Kultur. Dabei spielt es offenbar keine große Rolle, ob die erzählten Geschichten wahr sind oder nicht.

PC-WELT Marktplatz

234271