97732

Wer nicht hören will, muss fühlen

04.03.2004 | 11:47 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Jetzt kommen auch die unter Dauerbeschuss stehenden US-Kräfte im Irak in den Genuss dieser Neuentwicklung, wie CNN berichtet. Besonders in den Unruhezentren von Faludscha westlich von Bagdad und in anderen Gebieten des Zentral-Irak wollen die Amerikaner diese Wunderwaffe einsetzen. Denn die Sicherheitskräfte sehen sich dort mit einem besonderen Problem konfrontiert: Bewaffnete und gewaltbereite Personen verbergen sich bei Demonstrationen unter friedlichen Zivilisten. Der Einsatz von Schusswaffen gegen die gewalttätigen Störenfriede verbietet sich aber in solchen Situationen.

Die 45 Pfund schweren Apparate werden auf Fahrzeugen installiert und sollen demnächst zum Einsatz kommen. Die Lärm-Kanonen sollen zunächst Sprachdateien mit Warnhinweisen ausstrahlen. Leisten Gewalttäter den Aufforderungen keine Folge, kann der Apparat zielgerichtet einen hochtonigen Strahl zwischen 2100 und 3100 Hertz aussenden, der genau die gewünschten Personen trifft, vom Bedienpersonal des LRAD oder umstehenden Menschen aber nicht wahr genommen wird. Die Geräte sollen bis zu 150 Dezibel erreichen können, ihre Wirkung bezeichnen Experten als sehr unangenehm.

Lärm kann gesundheitsschädlich sein. Zudem droht ein Verlust des Gehörsinns. Die US-Armee gibt sich aber fürsorglich: Um solche Hörschäden bei den beschallten Personen zu vermeiden, soll das Gerät immer nur für wenige Sekunden eingesetzt werden.

US-Armee plant Live-Interviews vom Schlachtfeld (PC-WELT Online, 24.01.2003)

PC-WELT Marktplatz

97732