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Corona: Sicherheits-Maßnahmen von Telekom und Vodafone

06.04.2020 | 08:59 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die Telekom schützt ihre Techniker während der Coronakrise bei Kundenbesuchen. Die Sicherheits-Maßnahmen im Detail. Plus: So schützt Vodafone seine Techniker.

Derzeit betreuen 16.000 Mitarbeiter, die normalerweise in den Servicecentern der Telekom arbeiten, die Telekom-Kunden vom Homeoffice aus. Doch auch im Außendienst geht die Arbeit weiter: Derzeit hat die Deutsche Telekom laut eigenen Angaben 6.000 Servicetechniker im Einsatz beim Kunden zu Hause. Die Servicetechniker betreten Kellerräume, Treppenhäuser, Flure und Wohnzimmer. Sie verlegen und reparieren Leitungen und Anlagen, richten Router, TV und andere Geräte ein. Laut Telekom leisten die Außendienst-Mitarbeiter rund 32.000 Einsätze täglich. Das stellt sich natürlich die Frage nach dem Schutz vor einer Coronavirus-Infektion.

Alle Telekom-Mitarbeiter und -Mitarbeiterinnen, die mit Kunden und Menschen draußen in Kontakt sind, haben laut Telekom Einmalhandschuhe, Mundschutz, Überzieher für die Schuhe und Desinfektionsmittel dabei. Die Mitarbeiter würden die Abstandsregeln einhalten. Auch müsse der Auftrag nicht mehr vom Kunden unterschrieben werden. Der Hashtag #corona auf dem Dokument sei demnach ausreichend.

Die Telekom bittet die Kunden darum ihre gesundheitliche Situation im Vorfeld des Termins zu überprüfen. Bei Krankheitssymptomen sollten Kunden mit dem Kundenservice Kontakt aufnehmen unter 0800 330 1000. Wichtig sei in jedem Fall, vor dem Technikerbesuch die Räume gut durchzulüften und während des Besuchs Abstand zu halten. Auch sollte keine weitere Person im Raum sein. Falls möglich sollte der Arbeitsbereich vor und nach dem Besuch des Technikers desinfiziert werden.

Update 6.4.: Auf Nachfrage der PC-WELT hat die Deutsche Telekom ihre Schutzmaßnahmen für die Techniker genauer erläutert. Demnach werden folgende Artikel an die Telekom-Mitarbeiter im Außendienst und mit Kundenkontakt ausgegeben:

  • Einmal-Handschuhe

  • OP-Maske, also Mund-Nasen-Schutz

  • FFP1-Masken

  • FFP2-Masken

  • Schutzanzüge

  • Schutzbrille

Die Telekom betont, dass alle Mitarbeiter über den richtigen Umgang, also An- und Ablegen des Schutzes umfangreich unterrichtet worden (Anm. der Redaktion: das ist in der Tat ein wichtiger Aspekt, insbesondere dann, wenn Masken mehrmals verwendet werden). Darüber hinaus wurden die Telekom-Mitarbeiter darüber aufgeklärt, dass Mund-Nasen-Schutz und FFP1-Masken keinen sicheren Schutz bieten, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern unterschritten wird. Diese Masken müssen in den Situationen benutzt werden, wenn etwa zwei gesunde Techniker/Technikerinnen in engerem Abstand miteinander arbeiten müssen oder wenn sie ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis haben. Hierzu gibt es entsprechende Handlungsanweisungen.

FFP2-Masken müssen verwendet werden, wenn ein Abstand von 1,5 Metern von einer möglicherweise infizierten Person auftreten könnte (z.B Sperrgebiete, Krankenhäuser o.ä.). Für solche Fälle gibt es darüber hinaus zusätzliche Schutzausrüstung (Schutzanzüge, Schutzbrillen etc.).

Handschuhe müssen immer getragen und nach jedem Einsatz (einmaligem Gebrauch) entsorgt werden. Masken dürfen wiederverwendet werden, sofern diese nicht durchfeuchtet sind und sichergestellt ist, dass die Innenseite nicht kontaminiert wird.  Spätestens nach jeder Schicht muss der Schutz getauscht und entsorgt werden. Auch hierzu gibt es entsprechende Handlungsanweisungen.

Vodafones Schutzmaßnahmen

Auch Vodafone schickt weiterhin seine Techniker zu den Kunden. Vor einem Termin werde der Gesundheitszustand des Kunden abgefragt. Alle Techniker seien ausführlich geschult und würden wissen, wie man sich und andere vor einer Ansteckung schützt. Dabei achten die Techniker besonders darauf, den empfohlenen Sicherheitsabstand zum Kunden von mindestens 1,5 Metern einzuhalten und Berührungen zu vermeiden. Auch auf das Einholen von Unterschriften wird verzichtet. Bei Ansteckungsgefahr betreten die Techniker allerdings die Wohnung nicht und brechen im Zweifelsfall den Besuch ab – auch auf Wunsch des Kunden. Mit dem Kunden würde dann ein neuer Termin vereinbart.

Von einer derart umfangreichen Schutzausrüstung wie bei der Telekom spricht Vodafone allerdings nicht.

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