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Wenig Green IT auf dem Desktop

Beim Endkonsumenten sind diese grünen Bestrebungen jedoch noch nicht ganz angekommen. "Die Geiz-ist-geil-Mentalität ist hier noch vorherrschend", meint Bischoff. Der Grund ist naheliegend, kosten doch Notebooks oder PCs mit energieeffizienten Komponenten einfach mehr. "Ein sparsames Netzteil schlägt mit fünf Prozent Mehrkosten zu Buche." Interessanterweise ist beim Umdenken ein europäisches Nord-Süd-Gefälle feststellbar. "Im Norden Europas kaufen bereits 40 Prozent der Kunden grüne Produkte. Je weiter man in den Süden kommt, umso stärker nimmt die Bereitschaft ab", berichtet Bischoff. Für 2008 habe man sich das Ziel gesetzt, umweltschonende und energiesparende Systeme auf dasselbe Preisniveau zu bringen, auf dem sich bisher die Energiefresser befinden, verspricht der FSC-CEO.

Server-Management: Cool on Demand

Die Hersteller reagieren auf die aktuelle Energiesparsamkeit mit neuen Techniken und Services, auch Anwender können davon profitieren. Mit Hilfe von Software lässt sich der Energieverbrauch im Rechenzentrum kontrollieren und gewissermaßen steuern. Strom sparen, so lautet der neue Trend im Rechenzentrum. Seinen Ursprung hat er einerseits darin, dass die Rechner immer schneller werden und damit in der Stromrechnung immer deutlicher zu Buche schlagen; auch die gesellschaftliche Diskussion rund um die Klimaerwärmung hat Einfluss auf das neue Bewusstsein im Rechenzentrum genommen.

Der nach wie vor ungebremste Bedarf nach mehr Prozessorleistung führt dazu, dass immer mehr Prozessoren in einen Chip und damit in die Systeme eingebaut werden. War etwa ein Datenbanksystem bislang für acht CPUs vorgesehen, benötigt die nächste Version bereits 16 und verbraucht entsprechend mehr Strom – ein Trend, der sich unweigerlich auch in Zukunft fortsetzen wird. Neue Spartechnologien waren und sind daher dringend notwendig.

Neue Prozessoren und verbesserte Technologien zur Stromsteuerung

Zum Beispiel arbeiten neue Prozessoren heute mit Stromsteuerungstechnologien, die dafür sorgen, dass Teile im Prozessor, die zeitweise nicht genutzt werden – etwa Speichermanager –, abgeschaltet werden. Dadurch bleibt der Verbrauch einer CPU konstant, auch wenn sich die Taktraten insgesamt erhöhen.

So rechnet etwa der neue Power-6-Prozessor mit einer Taktrate von bis zu 4,7 Gigahertz mehr als doppelt so schnell wie sein Vorgänger mit "nur" 2,2 Gigahertz, benötigt dafür aber nicht mehr Strom – und dies, obwohl sich der Stromverbrauch eines Prozessors vervierfacht, wenn sich die Taktrate verdoppelt.

Ebenso kann ein moderner Prozessor seine Taktrate automatisch an den momentanen Rechenbedarf anpassen. Viele Systeme müssen nur 10 bis 20 Prozent ihrer Arbeitszeit volle Kraft geben; für die übrigen Jobs genügt auch eine geringere Taktrate, wodurch die Prozessoren auch weniger Strom verbrauchen.

Das gleiche Prinzip wird bei Kühlsystemen genutzt: Da zum Beispiel die Lüfter viel Energie benötigen, sorgen Steuerungssysteme dafür, dass auch deren Leistung an die Kühlbedürfnisse der Systeme angepasst werden. Wenn die Systeme gerade sehr beansprucht werden, dann legen auch die Ventilatoren einen Zahn zu und schalten herunter, wenn die Prozessoren weniger zu tun haben.

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