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Weltweite Razzien gegen Film-Raubkopierer: Szene in Aufruhr

28.08.2020 | 11:15 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die Polizei geht weltweit massiv gegen Film-Raubkopierer vor und verhaftete mutmaßliche Rädelsführer. Die „Szene“ sei in massiven Aufruhr. In 18 Ländern gab es Razzien und Verhaftungen.

Behörden gehen derzeit massiv gegen Film-Piraten vor. Das berichtet Torrentfreak unter Berufung auf nicht genannte Quellen. Die Polizei schlug demnach in diesen Staaten zu: USA, Kanada, Zypern, Tschechien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, Südkorea, Litauen, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien, Schweden, Schweiz und Großbritannien. Eurojust und Europol sind eingeschaltet. Es seien Dutzende von Servern der so Raubkopierergruppe "Sparks" offline genommen worden. Diese standen in Nordamerika, Europa und Asien.

Außerdem haben US-Behörden Anklage gegen führende Mitglieder der Gruppe Sparks erhoben. Die Behörden gehen zudem gegen weitere Gruppen wie Geckos, Drones, Rovers und Splinters vor. Dabei handelt es sich um Protagonisten der Film-Raubkopierszene. In den letzten Tagen soll die Polizei vor allem in Norwegen und Schweden Razzien gegen Mitglieder dieser Gruppen durchgeführt haben. Viele aufgeschreckte Mitglieder seien abgetaucht. Laut Torrentfreak sollen einige Top-Webseiten für die Verbreitung illegaler Filmkopien offline gegangen sein. Deren Betreiber seien „verschwunden“.

Genaue Details dazu, wo die Polizei-Razzien stattfanden und wer genau festgenommen wurde, scheinen derzeit aber nicht vorzuliegen. Nur so viel scheint festzustehen: Norwegen und Skandinavien stehen im Fokus. Es soll aber auch in den Niederlanden und in der Schweiz zu Durchsuchungen und Verhaftungen gekommen sein. Den Razzien sollen aber monatelange, wenn nicht sogar jahrelange Ermittlungen vorausgegangen sein.

Bereits am 8. Januar 2020 erhoben die US-Behörden gegen den 50 Jahre alten Briten George B. vor einem Gericht in New York Anklage wegen wegen Verschwörung, Urheberrechtsverletzung, Betrug etc. B. soll Mitglied von Sparks sein. Er lebt auf der Isle of Wight vor der Südküste von England. Die US-Behörden werfen B. und Sparks vor urheberrechtlich und kopiergeschützte DVDs und Blu-Rays mit Filmen und Serien illegal kopiert und die Inhalte in für das Internet optimierten Formate auf Servern der Sparks Group online gestellt und via Torrent und Filesharing verbreitet zu haben. Und zwar sogar noch bevor die DVDs überhaupt in den Handel gekommen seien. B. soll diese illegalen Inhalte ab zirka 2011 bis 2020 verbreitet haben.

Auch gegen ein maßgebliches Gruppenmitglied namens „Artist“ (39 Jahre alt), mit richtigen Namen Umar A., gehen die Behörden vor. Dieser „Artist“ soll in Oslo leben und ebenfalls zur Sparks gehören. Er soll zusammen mit B. für wirtschaftliche Schäden in Höhe von mehreren 10 Millionen US-Dollar verantwortlich sein, die der US-Filmindustrie entstanden sein sollen. Ein dritter Name in Zusammenhang mit Sparks ist „Raid“ alias Jonatan C., der 36 Jahre alt sein soll. Dieser soll sogar bis August 2020 illegal Filme kopiert und verbreitet haben.

Die Polizei nahm B. laut Torrentfreak am letzten Sonntag auf Zypern fest. R. wiederum wurde im US-Bundesstaat Kansas verhaftet. Daneben gab es in Norwegen noch weitere Festnahmen. "Artist" dagegen ist noch auf freiem Fuß. In Schweden und Dänemark kam es zwar nicht zu Festnahmen, doch wurden dort Server beschlagnahmt.


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