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Konto-Sperrung: Adobe entschädigt doch Nutzer in Venezuela

11.10.2019 | 10:36 Uhr | Panagiotis Kolokythas

Adobe muss aufgrund der von der Trump-Regierung angeordneten Sanktionen alle Konten in Venezuela sperren. UPDATE

Update, 11.10.2019: Aufgrund der Executive Order 13884 des US-Präsidenten Trump muss Adobe alle Nutzer-Konten in Venezuela schließen (siehe unten in dieser Meldung).  Zunächst hieß es, dass die betroffenen Nutzer keine Rückzahlung erhalten, weil auch dies gegen die Anordnung des US-Präsidenten verstoßen würde, die Geschäfte mit Venezuela verbietet. Mittlerweile hat Adobe allerdings seine Info-Seite aktualisiert. Demnach werden nun die Nutzer doch entschädigt, wenn sie das oder die Produkt(e) direkt von Adobe gekauft hatten. Sie erhalten eine Rückerstattung für den zu viel gezahlten Zeitraum nach der Sperrung ihres Kontos. Adobe arbeitet laut eigenen Angaben außerdem mit Partnern zusammen, um eine ähnliche Lösung für alle die Nutzer in Venezuela anbieten zu können, die die Produkte nicht direkt bei Adobe gekauft haben. Zusätzlich bestätigt Adobe, dass das Produkt Behance weiterhin in Venezuela auch nach dem 23. Oktober erhältlich sein wird.

Ursprüngliche Meldung vom 8.10.2019: Alle Nutzer in Venezuela verlieren den Zugriff auf ihre Adobe-Konten. Dies verkündet Adobe in einer Mitteilung auf seiner Website. Dabei verweist Adobe auf die Executive Order 13884 der US-Regierung, die vom US-Präsidenten Donald Trump am 5. August 2019 angeordnet wurde. Diese Executive Order verbietet allen US-Unternehmen "alle Transaktionen und Dienstleistungen" mit allen "Unternehmen, Einheiten und Personen in Venezuela". Damit will die US-Regierung den Druck auf das Regime des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro erhöhen.

Adobe muss sich an diese Executive Order 13884 halten und daher alle Adobe-Konten in Venezuela deaktivieren. In seiner Mitteilung weist Adobe darauf hin, dass die Anordnung des US-Präsidenten keine Ablauffrist enthält und daher den betroffenen Nutzern in Venezuela derzeit nicht mitgeteilt werden könne, wann ihre Konten wieder aktiviert werden dürfen. Dies hänge allein von einer neuen Entscheidung des US-Präsidenten Trump über eine Beendigung der Sanktionen ab.

Weil es sich um eine Executive Order gegen Venezuela handelt, sei Adobe auch nicht in der Lage, die betroffenen Nutzern mit einer Rückerstattung ihrer Zahlungen zu entschädigen. Durch Rückzahlungen würde Adobe gegen die Sanktionen verstoßen.

Die Sperrung der Konten bedeute, dass die Nutzer keinen Zugriff mehr auf alle Adobe-Software und -Dienste haben. Dies gelte auch für alle kostenfrei erhältlichen Adobe-Applikationen. Betroffen sind also nicht nur Photoshop & Co., sondern auch etwa Acrobat Reader. "Wir entschuldigen uns für alle Unannehmlichkeiten", heißt es seitens Adobe.

Alle betroffenen Nutzer in Venezuela haben bis zum 28. Oktober 2019 die Gelegenheit, alle ihre bei Adobe hochgeladenen persönliche Inhalte zu sichern. Nach diesem Stichtag werden dann die Adobe-Konten gesperrt.

In US-Medien kritisieren Menschenrechtler die US-Sanktionen gegen Venezuela. Diese schade der Zivilgesellschaft in Venezuela und allen noch unabhängigen Medien, die auf Adobe-Software angewiesen sind. Außerdem sind auch alle venezolanischen Adobe-Nutzer betroffen, die zwar die Staatsangehörigkeit von Venezuela besitzen, aber im Ausland leben.

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