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Webserver-Betrieb über ADSL?

10.12.2002 | 14:25 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

"Frage: Wenn ich das richtig verstanden habe, stellt der ADSL-Anschluss eine dauerhafte Verbindung zum Internet dar, für die keinerlei zeitabhängige Kosten anfallen. Ich würde gerne einen eigenen Webserver betreiben, jedoch scheint dies nicht ganz einfach zu sein. Liegt das an dem Protokoll PPPoE, das zwischen meinem Rechner und dem Internet-Provider betrieben wird? Ist der Betrieb eines Webservers über die ADSL-Leitung generell übrhaupt möglich?

Antwort: Ihr Problem begründet sich nicht mit dem PPPoE-Protokoll und auch nicht mit anderen Eigenschaften des ADSL-Anschlusses, sondern mit der dynamischen IP-Adresse. Damit Sie verstehen, was damit gemeint ist, müssen Sie zunächst einmal wissen, dass Sie mit ADSL zwar quasi (!) eine "Standleitung" zwischen Ihrem Computer und dem Zugangsknoten des Internet Service Providers (ISP), aber deshalb noch längst keine permanente Anbindung zum Internet besitzen. Die Verbindung zum Internet setzt sich aus verschiedenen Stufen zusammen, von denen die Einwahl in den Netzknoten des ISP nur eine darstellt. Es folgt die Anmeldung am System des ISP, nach deren Erfolg dieser Ihnen eine IP-Adresse zuweist. Die IP-Adresse ist die Computer-Adresse, mit der Ihr Rechner gezielt im weltweiten Netz angesprochen werden kann.

DynamIP ermittelt die IP-Adresse des Computers im Internet, aktualisiert die Übergangsseite und überträgt diese automatisch per FTP an einen öffentlich jederzeit erreichbaren Webserver Ihrer Wahl.

Leider wird Ihnen bei jeder Verbindung stets eine neue Adresse zugewiesen (daher: "dynamisch"). Für den Betrieb Ihres Webservers bedeutet dies, dass Sie innerhalb des Internets keinerlei verbindliche Hyperlinks platzieren können, über die Ihr Rechner von Interessenten erreicht werden kann. Wir wollen dies erläutern: Wenn Sie eine Internet-Adresse - beispielsweise: www.srg.at - in Ihrem Browser eingeben, dann wird diese Adresse über den Domain Name Service (DNS) in die IP-Adresse des jeweiligen Webservers übersetzt und an Ihren Computer übertragen. Intern verwendet Ihr Rechner nun diese IP-Adresse, um die gewünschte Seite zu bestellen. Davon bekommen Sie als Anwender nichts mit. Bei einer dynamisch vergebenen Adresse kann diese dem DNS nicht bekannt sein. Ihr Webserver ist damit also auf regulärem Wege nicht erreichbar.

Mit einem kleinen Trick können Sie das Problem allerdings lösen: Wenn Sie im Internet auf dem Server eines öffentlichen Providers eine Übergangsseite platzieren, können Sie diese in kurzen Zeitabständen per FTP mit einem Hyperlink auf die jeweils aktuelle Adresse Ihres Rechners auf dem Laufenden halten. Dazu benötigen Sie ein kleines Programm wie beispielsweise DynamIP, dass regelmäßig die IP-Adresse Ihres Computers im Internet checkt und per FTP die Übergangsseite aktualisiert. Auf diese Weise können Sie Ihren eigenen Webserver betreiben, benötigen jedoch auch eine einfache, aber feste Präsenz im Internet."

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