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Was ändert sich für den Fernsehzuschauer?

29.03.2006 | 12:18 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Wer die verschlüsselten Sender mit den Zusatzangeboten empfangen will, benötigt neben dem digitalen Satellitenempfang einen TV-Receiver (oder eine DVB-S-Karte im PC) mit passender Smart Card oder einem Common Interface und muss sich für die neuen Dienste registrieren - dafür wird eine Freischaltgebühr von zehn Euro fällig. Die neuen Zugangskarten werden in den Receiver gesteckt und damit die verschlüsselten Programme frei geschaltet.

Teilweise sollen sich bereits vorhandene Receiver auch für die verschlüsselten Programme nutzen lassen. Dabei dürfte es sich vor allem um die Premiere-zertifizierten Boxen und diejenigen Receiver handeln, die
über ein Common Interface verfügen. Dort kann die Smart Card, also die passende Zugangskarte, eingesetzt werden. Andernfalls müssen sich die Konsumenten neue Hardware anschaffen, die Kosten dafür sollen bei rund 100 Euro liegen. Receiver ohne Schnittstelle (Common Interface) lassen sich laut SES Astra nicht nachrüsten.

Wer die Gebühr nicht bezahlen will, kann aber weiterhin die unverschlüsselt ausgestrahlten Sender, also beispielsweise ARD und ZDF, empfangen und muss auch keine neuen Receiver anschaffen, wie Friedrich-Karl Reichardt, Manager PR & Communications von Astra, gegenüber der PC-WELT versichert. Diesbezüglich anders lautende Meldungen, die im Internet kursieren, seien falsch.

Mit dem Start der Verschlüsselung und der neuen Mehrwertdienste ist im Laufe des Jahres 2007, vielleicht auch erst 2008 zu rechnen. Eine Zeitlang werden die betroffenen Sender sowohl verschlüsselt als auch unverschlüsselt parallel ausgestrahlt werden. Wer die neuen Mehrwertdienste nutzen möchte, muss sich dann für die verschlüsselte Variante mit neuer Set-Top-Box und Zugangskarte entscheiden. Wer RTL und Co. wie gehabt ohne zusätzliches Begleitangebot genießen will, kann das zunächst noch tun und muss dann nichts dafür bezahlen.

Zuschauer, die RTL und andere verschlüsselte Sender empfangen wollen, müssen sich auf eine Monatsgebühr in der Größenordnung von zirka drei Euro einstellen. Das ist der Preis für die dadurch ermöglichten neuen Features. Dabei ist zu beachten, dass grundsätzlich pro TV-Gerät/Decoder bezahlt werden muss, allerdings denkt SES Astra über Familienpakete zum Pauschalpreis nach. Zu diesen Grundkosten kommen dann eventuell noch Gebühren, die einzelne Sender konkret für ihre Mehrwertdienste verlangen.

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