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Warnsystem soll Leben von Zweiradfahrern und Fußgängern retten

04.06.2021 | 12:55 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Continental und die Deutsche Telekom entwickeln ein Echtzeitkollisionswarnsystem, das Unfälle zwischen Autos, Radfahrern und sogar Fußgängern verhindern soll.

An miteinander vernetzten Autos wie dem aktuellen VW Golf VIII oder Mercedes-Fahrzeugen, die sich gegenseitig vor Gefahren warnen und dadurch Unfälle verhindern sollen, arbeiten Automobilhersteller, Telekommunikationsunternehmen und Zulieferer wie Continental oder Bosch schon länger. Doch nun bringen Continental und Deutsche Telekom eine neue Komponente ins Spiel: Den Schutz von Zweiradfahrern und Fußgängern.

Beide Unternehmen entwickeln ein System, das vor Unfällen zwischen vernetzten Fahrzeugen und Radfahrern, Pedelec-/E-Bike-, Scooterfahrern und sogar Fußgängern warnen soll. Dieses noch in der Entwicklung befindliche System soll etwa den eingeschlagenen Weg eines Autos und eines Zweirades berechnen. Kommt das System bei seiner Berechnung zu dem Ergebnis, dass sich die Wege von Auto und Zweirad wahrscheinlich zum gleichen Zeitpunkt kreuzen, dann soll das System per Mobilfunk die beiden Verkehrsteilnehmer in Echtzeit warnen. Ersten Tests im Straßenverkehr seien erfolgreich verlaufen. Von diesem Warnsystem können auch Fußgänger profitieren, sofern sie ein Smartphone mit dabei haben. Langfristig dürfte wohl auch ein anderes Gerät mit Mobilfunkempfang ausreichen, beispielsweise eine Smartwatch.

Für Zweiradfahrer und Fußgänger könnte dieses System zum Lebensretter werden, denn „Unfälle zwischen Fußgängern oder Radfahrern und motorisierten Fahrzeugen enden laut europäischem Verkehrssicherheitsrat zu über 80 Prozent tödlich für die schwächeren Verkehrsteilnehmer“, wie Continental schreibt.

Die Deutsche Telekom fasst die Funktionsweise folgendermaßen zusammen: „Die Kollisionswarnung basiert auf Satellitenortung (GPS), Beschleunigungssensoren, Mobilfunk und Cloud Computing. Das Auto übermittelt seine Position und Beschleunigungswerte per Mobilfunk in die Cloud. Der Radfahrer sendet diese Informationen via Smartphone oder vernetztem Fahrradcomputer ebenfalls in die Cloud. Sie berechnet die Wege für die nächsten fünf Sekunden und sendet bei drohender Kollision eine Warnung an das Auto und auf das Endgerät des Radfahrers. Damit diese Information möglichst schnell beide Verkehrsteilnehmer erreicht, kommt immer der Cloud-Rechner im Mobilfunknetz zum Einsatz, der am dichtesten am Ort der möglichen Kollision liegt. Techniker sprechen von Multi-Access Edge Computing.“

Telekom und Continental wollen diese Kollisionswarnung auf dem ITS World Congress vom 11. bis 15. Oktober in Hamburg vorstellen. Die Kollisionswarnung entsteht laut Telekom im Projekt Reallabor Hamburg (RealLabHH) und wird gefördert vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.    

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