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WEpod: Erster autonom fahrender Bus auf öffentlichen Straßen

06.04.2016 | 12:59 Uhr |

In den Niederlanden fahren zwei Elektro-Busse vollautonom ohne Fahrer im normalen Verkehr auf öffentlichen Straßen. Ab Mai 2016 kann man die Busse per Smartphone-App rufen.

Der WEpod ist laut Elektrobit (das zu Continental gehört) der weltweit erste autonom fahrende Shuttle-Bus für den Einsatz im Straßenverkehr. Er fährt mit Elektrobit-Software und digitalen Kartendaten von Mapscape.

Das niederländische WEpod-Projekt basiert auf einer Zusammenarbeit der Provinz Gelderland und einem Studententeam des Forschungszentrums der Universität Wageninen und der Technischen Universität (TU) Delft.

Mapscape liefert dabei eine NDS-basierte (Navigation Data Standard) Kartendatenbank mit Detailinformationen zur Straßengeometrie. Sie beinhaltet laut Hersteller wesentlich detailliertere Informationen über Straßenobjekte und zur Punktortung als herkömmliche Karten. Diese zusätzlichen Informationen von Mapscape werden dann von der Elektrobit-Software für den „elektronischen Horizont“ weiterverarbeitet. Sie erzeugt hochpräzise Positionierungsinformationen (gemäß der offenen ADASISv2-Spezifikation) sowie weitere Daten, beispielsweise zum seitlichen Versatz zum Mittelstreifen. Dieser elektronische Horizont wird laufend aktualisiert während das Fahrzeug sich autonom bewegt.

WEpod: Erster autonom fahrender Bus auf öffentliche Straßen
Vergrößern WEpod: Erster autonom fahrender Bus auf öffentliche Straßen
© Elektrobit

Das EB ADASISv2 Reconstructor-Modul interpretiert die Daten und übermittelt sie an die Steuergeräte des Busses, so dass das fahrerlose Fahrzeug auf die Vorkommnisse auf der Straße vorbereitet ist und entsprechend reagieren kann. Im Notfall können Passagiere direkt das WEpod-Kontrollzentrum kontaktieren, das laufend die Sicherheit der Fahrzeuge überwacht. In der Testphase sind zusätzlich Shuttle-Begleiter an Bord, um Hilfestellung zu geben.

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Sechs Sitzplätze und viele Sensoren

Die behindertengerechten Busse mit je sechs Sitzplätzen verfügen weder über ein Lenkrad noch über Pedale zur Steuerung. Anders als Fahrzeuge aus Vorgängerprojekten wie im Rotterdamer Rivium Park oder in Heathrow, die Magneten, Schienen oder spezielle Fahrspuren benötigen, bewegen sich die WEpods im normalen Verkehr. Dafür nutzen sie ein komplexes Zusammenspiel aus Sensoren, Kameras, Radar, Laser und Regelgeräten, die Veränderungen im Umfeld und die Verkehrssituation beobachten und schnell und zuverlässig darauf reagieren.

Problematische Situationen werden vermieden

Um während der Testphase Unfälle zu vermeiden, fahren die WEpods nicht bei Dunkelheit, schlechtem Wetter oder während der Rush Hour. Zudem sind die Busse während der Testphase nur mit 25 km/h unterwegs.

Zur Zeit fahren zwei WEpod-Shuttles in der Provinz Gelderland zwischen den Städten Wageninen und Ede, ein Ausbau des Netzes ist geplant. Die vollständig elektrisch fahrenden Wagen haben eine maximale (theoretische) Reichweite von etwa 100 Kilometern pro Akkuladung. Zunächst bedienen die WEpods eine festgelegte Busroute auf dem Campus der Universität Wageninen. Nach der Testphase, also ab Mai 2016, wird der „Taxi-Modus“ eingeführt, bei dem Fahrgäste ein WEpod per Smartphone-App anfordern können und die Fahrzeuge ihre Route selbstständig berechnen. Dann sollen die Busse mit einer Maximalgeschwindigkeit von 40 km/h unterwegs sein.

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