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Vorteile für Arcot und Microsoft

09.07.2002 | 17:25 Uhr |

Arcot Systems ist den Gartner-Marktforschern zufolge Marktführer bei Systemen, die Kreditkarten-Nutzer online authentifizieren. Da das Unternehmen jetzt mit Microsoft zusammenarbeitet, erfährt die umstrittene Passport-Technologie erstmals quasi "offizielle" Legitimation. Die Kreditkarten-Firmen wiederum erhalten dadurch auch Zugang zu der großen Kundenzahl des Software-Giganten - eine klassische Win-Win-Situation also.

Vor allem aber profitiert Microsoft. Der Konzern bietet Passport-Nutzern bereits seit längerem an, ihre Kreditkartennummern in dem Authentifizierungsdienst zu speichern. Doch nur 14 Prozent nutzten dieses Angebot, erklärte die Gartner-Analystin Avivah Litan. Grund: Sicherheitsbedenken. Nach dem Deal mit Arcot Systems jedoch wird sich das ihrer Meinung nach ändern. "Die Nutzer werden Passport jetzt eher vertrauen, da es mit Kreditkarten verbunden ist und unter dem Schutzmantel von Visa und Mastercard steht", sagte Litan.

Ungemach droht MS Passport allerdings von der EU-Kommission, die den Authentifizierungsdienst wegen möglicher Datenschutzverstöße untersucht (wir berichteten). Es gebe Zweifel, dass die Passport-Nutzer ausreichend über die Verwendung ihrer persönlichen Daten aufgeklärt würden, hieß es. Bei Passport bestehe weiterer Beratungsbedarf, betonte ein Sprecher der EU-Datenschützer. Dabei handele es sich jedoch nicht um eine förmliche Untersuchung, sondern mehr um einen "Dialog" mit Microsoft. Pläne zur Prüfung des Authentifizierungsdienstes durch die EU waren bereits Ende Mai bekannt geworden.

Microsoft: Keine EU-Ermittlungen wegen Passport (PC-WELT Online, 13.06.2002)

EU nimmt Microsofts Passport unter die Lupe (PC-WELT Online, 27.05.2002)

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