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Vorsicht bei alten Datenträgern!

12.01.2021 | 15:41 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Pornos, Nacktfotos, Bankdaten, Arztbefunde, Gehaltsabrechnungen, Internetzugangsdaten - das alles findet man auf gebrauchten Datenträgern, die im Internet verkauft werden. So vermeiden Sie ernsten Datenverlust.

Das Sicherheitsunternehmen Kaspersky hat Datenträger, die verkauft wurden, daraufhin überprüft, welche Daten sich darauf noch befunden haben. Für die Analyse hat Kaspersky im Oktober und November 2020 insgesamt 185 Speichermedien (63 Micro-SD-Karten, 29 SD-Karten, 28 interne Festplatten von Laptops beziehungsweise Notebooks, 21 M2-Speicherkarten, 17 externe USB-Laufwerke, 11 CF-Speicherkarten, 6 Speichersticks, 6 Mini-SD-Karten, 2 MMC-Speicherkarten und 2 USB-Sticks) überprüft.

Kasperskys Sicherheitsexperten fanden auf 90 Prozent der verkauften Geräte nicht oder nur unzureichend gelöschte Daten des Vorbesitzers. Bei 16,4 Prozent aller Speichermedien war ein direkter Zugriff auf Daten möglich und bei 73,8 Prozent konnten die Kaspersky-Mitarbeiter die Daten durch File Carving wiederherstellen. File Carving ist laut Kaspersky eine Methode, um Dateien auf Speichermedien ohne die Hilfe von Meta- oder Zuweisungsinformationen des Dateisystems zu identifizieren.

Bei 92,6 Prozent der Daten handelt es sich um private Informationen. Bei den ebenfalls gefundenen Unternehmensdaten handelte es sich um Meeting-Notizen, Kalendereinträge, Zugangsdaten zu Unternehmensressourcen und um eine interne Vertraulichkeitsvereinbarung eines Automobilherstellers.

Unter den privaten Daten befanden sich:

  • Private Fotos (auf 97 Speichern), darunter Fotos oder Scans von Führerscheinen, Personalausweisen, Kreditkarten (Vorder- und Rückseite) und einer laut Kaspersky relativ professionell angelegt wirkenden Cannabis-Aufzucht

  • Private Videos (auf 29 Speichern)

  • Pornographische Inhalte

  • Partybilder mit Alkohol und Drogen

  • Nacktfotos der Partner

  • Bankunterlagen (unter anderem auch die kompletten Daten eines Home-Banking-Accounts, inklusive Passwort)

  • Zugangsdaten zu allerlei Onlineplattformen wie Social-Media und Shoppingseiten

  • Intime Briefkorrespondenzen

  • Arztbefunde

  • Kontaktdaten

  • Gehaltsabrechnungen

  • Arbeitsverträge

  • Steuerbescheide und - unterlagen

  • Rechnungen

  • WhatsApp-Korrespondenzen

Virenalarm

Auf den 185 analysierten Speichermedien schlug im Rahmen der Analyse darüber hinaus bei 16,6 Prozent der Viren-Scanner Alarm - auf diesen wurde mindestens ein Schadprogramm entdeckt. Kaspersky empfiehlt daher Käufern von Secondhand-Geräten direkt nach dem Erwerb und vor dem ersten Gebrauch immer zunächst eine Sicherheitssoftware zu aktivieren und einen Sicherheits-Scan durchzuführen.

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Daten sicher löschen

Bevor Sie Datenträger auf Plattformen wie Ebay Kleinanzeigen verkaufen, sollten Sie diese mit einem File Shredder behandeln, rät Kaspersky. Dabei werden alle vorhandenen Daten teilweise mehrfach überschrieben, sodass eine Wiederherstellung erschwert oder unmöglich gemacht wird.

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