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Vorsicht: Spionagegeräte unterm Weihnachtsbaum

22.12.2021 | 14:26 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Spielzeug, Fitnesstracker, Saugroboter und Smartwatches, aber auch Duftspender und Taschentuchboxen können zur heimlichen Überwachung verwendet werden. Davor warnt die Bundesnetzagentur. Die Details.

Die Bundesnetzagentur hat smarte Produkte als Gefahrenquelle für Datenschutz und Privatsphäre entdeckt . Es könnten Geräte unterm Weihnachtsbaum landen, die die Benutzer und deren Freunde und Verwandte ausspionieren.

Dabei kann es sich sowohl um Spielzeug als auch um Alltagsgegenstände oder Reinigungsgeräte handeln. Diese können mit Kameras und/oder versteckten Mikrofonen ausgestattet sein. Derartige Geräte würden in die Privatsphäre der Nutzer oder der Personen in der Umgebung eingreifen. „Deshalb heißen sie Spionagegeräte“, schreibt die Bundesnetzagentur. Und weiter: “Diese Produkte sind in Deutschland verboten, wenn sie zusätzlich Audio- oder Bilddateien an ein mobiles Endgerät weiterleiten können… Gerade in der Vorweihnachtszeit sind smarte Produkte und Spielzeuge stark nachgefragt. Wir warnen Verbraucher vor Spionagegeräten und raten, die Produktbeschreibung vor dem Kauf genau zu lesen.“

Augen auf bei Smartwatches

Der Bundesnetzagentur sind beispielsweise Smartwatches ein Dorn im Auge, die neben einer normalen Telefonfunktion über eine Abhörfunktion, oft bezeichnet als "voice monitoring", "Babyphonefunktion", "one-way conversation", oder eine verdeckte Kamera verfügen würden. Letztere sei in Deutschland verboten. Das Mikrofon beziehungsweise die Kamera der Smartwatch könne in diesen Fällen entweder per App oder per SMS-Befehl aktiviert werden. „Alle Stimmen und Geräusche im Umfeld der Uhr können dann von einem Dritten mitgehört werden. Weder der Träger der Uhr noch die Gesprächspartner des Uhrenträgers können dies erkennen“, warnt die Behörde.

Saugroboter sind eine Gefahrenquelle

Saugroboter wiederum können rollende Spionagegeräte sein. Die Bundesnetzagentur betont, dass Saugroboter verboten sein könnten, wenn sie heimlich Bilder bzw. Audiodateien per WLAN oder Bluetooth an das Smartphone des Besitzers übertragen können. Entscheidend sei dabei, dass die Saugroboter weder akustische noch visuelle Hinweise geben, die eine Aufnahme für einen Dritten erkennen ließe. Die Bundesnetzagentur prüfe derzeit mehrere Produkte am Markt, nennt aber keine Namen.

Der Roborock S6 Max V zum Beispiel besitzt eine Überwachungskamera, mit der er seine Umgebung filmen und das Bild auf das Smartphone des Benutzers übertragen kann. Mehr hierzu lesen Sie in diesen Meldungen und Testberichten:

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Aber auch die Saugroboter von Roomba besitzen Kameras: Roomba j7+ - Saugroboter erkennt Hundehaufen und warnt vor ihnen .

Die besten Saugroboter im Test: Marktüberblick und Kaufberatung 2021

Die Bundesnetzagentur erklärt: „Smarte Produkte sind in Deutschland verboten, wenn mit ihnen Gespräche einer anderen Person mitgehört oder Menschen heimlich beobachtet werden können und ein Zugriff aus der Ferne möglich ist. Beispiele hierfür sind per App gesteuerte Roboter oder alltagserleichternde Assistenzsysteme. Gleiches gilt für vernetztes Spielzeug wie beispielsweise ein ferngesteuertes Auto mit versteckter Kamera. Diese überträgt Bilder an ein Endgerät. Vorsicht ist insbesondere bei Spielzeugen geboten, die sich mit dem Internet verbinden.

Fitnesstracker mit Abhörfunktion

Auch Fitnesstracker erregen den Argwohn der Bundesnetzagentur: „Man sollte auch auf den Kauf von GPS-/GSM-Trackern verzichten, die über eine Abhörfunktion verfügen. Diese kann per App oder SMS-Befehl aus der Ferne aktiviert werden, sodass sie grundsätzlich jeder nutzen kann, der Kenntnis von der Telefonnummer der SIM-Karte des GPS-/GSM-Trackers hat.

Besonders gut getarnte Schnüffler

Besonders heimtückisch findet die Bundesnetzagentur Produkte, die wie Alltagsgegenstände aussehen und unbemerkt Bild und Ton aufnehmen können. Dazu zählen Duftspender und Taschentuchboxen!

Die Behörde rät, dass Verbraucherinnen und Verbraucher beim Kauf der genannten Produkte besonders darauf achten:

  • Verfügt das Produkt über eine funkfähige Kamera oder ein funkfähiges Mikrofon?

  • Werden Bild- oder Audiodateien kabellos an Dritte übertragen, ohne dass der Aufgenommene davon Kenntnis oder die Aufnahmesituation unter Kontrolle hat?

  • Kann auf das Mikrofon oder die Kamera heimlich von extern zugegriffen werden? In all diesen Fällen ist das Produkt verboten.

Im laufenden Jahr 2021 wurden über 4.600 verbotene Produkte auf Bertreiben der Bundesnetzagentur auf Internet-Plattformen gelöscht (2020: 2.170 verbotene Produkte).

Bundesnetzagentur hilft bei Fragen weiter

Bei Unklarheiten, ob ein bestimmter Gegenstand verboten ist, können sich Verbraucherinnen und Verbraucher an die Bundesnetzagentur wenden:

  • per E-Mail an spionagegeraete@bnetza.de

  • telefonisch unter 030/22480-500 (Mo.- Fr. von 09:00 bis 12:00 Uhr).

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