2556878

Vorschussbetrug: Polizei veröffentlicht Mails der Cybergangster

18.12.2020 | 13:05 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Die Polizei hat die vielen Mails eines Cybergangsters an sein potenzielles Opfer veröffentlicht. Zur Warnung. So läuft die Masche mit dem Vorschussbetrug beziehungsweise der Nigeriaconnection.

Das Landeskriminalamt Niedersachsen hat den spannenden Mailwechsel zwischen einem Cybergangster und seinem potenziellen Opfer veröffentlicht . Zur Abschreckung, damit man sieht, wie dieser durch die "Nigeria-Connection" allgemein bekannt gewordene Vorschussbetrug läuft.

Die Masche des Vorschussbetrugs alias Vorauszahlungsbetrugs alias Nigeria-Connection/Nigeriaconnection ist uralt. Das potenzielle Opfer erhält eine Mail, in dem ihm viel Geld aus dem Ausland in Aussicht gestellt wird. Zum Beispiel durch eine Erbschaft, als Lotteriegewinn, Kriegsbeute, Geld, welches niemandem gehört usw. Um an das Geld zu gelangen, muss der Empfänger der Mail aber erst einmal selbst ein paar Tausend Euro locker machen: Für Anwaltsgebühren, Tickets, Steuern - die Betrüger lassen sich immer neue Gründe einfallen, weswegen der glückliche Empfänger einer Riesensumme zunächst in finanzielle Vorleistung gehen soll. Neben dieser Summe erbeuten die Gangster aber auch noch die persönlichen Daten des Opfers, mit denen sie weitere Betrügereien begehen können.

Das Landeskriminalamt Niedersachsen bekam nun den Mailwechsel eines solchen Betrugsversuchs zugespielt. Es hat alle Mails der Betrügerseite aus dieser Korrespondenz hier veröffentlicht. Natürlich anonymisiert, damit die Person, die die Mails zur Verfügung gestellt hat, geschützt ist. Teilweise haben die Täter Mails doppelt geschickt und auch Übersetzungsfehler usw. hat die Polizei nicht korrigiert.

Besagte Person ist auf den Betrugsversuch nicht hereingefallen und hat mit Ausnahme ihrer Mailadresse keine persönlichen Daten verraten, sondern ist bis zu einem gewissen Punkt bewusst darauf eingegangen, um die Vorgehensweise der Betrüger zu erforschen.

Die Täter wollten laut LKA zunächst per Western Union eine Überweisung bekommen. Letztendlich wurde eine Bankverbindung mit deutscher IBAN genannt. Bei dem Empfängerkonto könnte es sich um ein missbräuchlich erstelltes Konto handeln, welches nun z.B. für Geldwäsche benutzt wird, wie die Polizei vermutet.

Die Polizei rät:

  • Reagieren Sie nicht auf solche Mails, weil darüber auch Schadsoftware verschickt werden könnte

  • Sollte es zu einer Zahlung gekommen sein, erstatten Sie unverzüglich bei der örtlichen Polizei Anzeige 

  • Lassen Sie sich nicht von irgendwelchen Behauptungen in den Mails zu einer Zahlung oder Übermittlung persönlicher Daten/Dokumente verleiten.

PC-WELT Marktplatz

2556878