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Vodafone schließt Umzug von 3G auf LTE ab: Vorteile & Probleme

25.08.2021 | 14:45 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Vodafone meldet Vollzug: Das Mobilfunkunternehmen hat die Umwidmung der bisherigen 3G-/UMTS-Frequenzen zu 4G-/LTE abgeschlossen. Das sind die Vorteile, so lief der Umstieg und diese Probleme traten auf.

Laut Vodafone soll durch die nun zusätzlich für LTE verfügbaren, ehemaligen 3G-Frequenzen das LTE-Tempo im Vodafone-Netz im Schnitt deutschlandweit um 15 bis 20 Prozent steigen. Spitzenreiter sei das LTE-Netz im oberpfälzischen Regensburg mit einer Leistungssteigerung von über 27 Prozent. Es folgen Hildesheim mit 26 Prozent und München mit 24 Prozent. Auch in Städten wie Augsburg, Braunschweig, Erfurt, Fürth, Ingolstadt, Oldenburg oder Würzburg sei das Surftempo im Schnitt um mehr als 20 Prozent im LTE-Netz gestiegen.

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In vielen anderen Städten wie beispielsweise Hannover, Heilbronn, Frankfurt oder Berlin habe sich die Internet-Geschwindigkeit im Schnitt um über zehn Prozent verbessert. Gerade zu Spitzenzeiten, wenn viele mobil im Netz unterwegs sind, soll der Tempo-Zuwachs für die Kunden spürbar sein, wie Vodafone verspricht. Zudem soll das 4G-/LTE-Netz von Vodafone dadurch stabiler geworden sein.

Vodafone hatte bereits Anfang Juli 2021 das 3G/UMTS-Netz abgeschaltet. Doch bis alle Sendeanlagen für LTE umgerüstet werden konnten, dauerte es bis rund sieben Wochen.

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Mehr Bandbreite für 4G

Mit der 3G-Abschaltung hat Vodafone die Bandbreite im LTE-Netz erhöht. Dafür nutzt das Unternehmen nun vollständig das ursprünglich für das 3G-Netz reservierte Frequenzspektrum. Dieses bestand aus drei Blöcken von je zweimal fünf MHz im 2100er-Frequenzband. Hinzu kam im Frühjahr 2021 ein weiterer Block mit zusätzlicher Bandbreite, den Vodafone sich bei der Auktionsrunde der Bundesnetzagentur im Sommer 2019 gesichert hatte. Während schon vor dem Abschaltungszeitpunkt Teile des Spektrums für LTE verwendet wurden, habe Vodafone nun auch die verbliebenen Frequenzen vollständig für LTE umgewidmet. Die Erweiterung gelte für beide Transportwege: sowohl im Upload als auch im Download sollen nun insgesamt 20 MHz für LTE verfügbar sein.

Letzte Aufräumarbeiten

Ganz sei der Umstieg aber noch nicht abschlossen, es seien noch einige Aufräumarbeiten und an dem einen oder anderen Netzparameter noch etwas Feintuning zu betreiben. An einigen Standorten würden noch ältere Antennen von den Masten abgebaut oder Steuerelemente ausgetauscht. Und an einzelnen Mobilfunkstationen, die bislang ausschließlich mit 3G ausgestattet waren, seien die Arbeiten für die LTE-Aufrüstung noch nicht vollständig abgeschlossen, so Vodafone.

So begann der Umstieg

„Die ersten Versuche fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit in kleineren Städten wie Suhl in Thüringen statt . Als wir uns über die technischen Zusammenhänge und Herausforderungen wirklich sicher waren, haben wir im größeren Stil in größeren Regionen rund um Mainz, Chemnitz und Wiesbaden das 3G Netz vorab abgeschaltet “, erzählt Guido Weissbrich, Netz-Chef von Vodafone.

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Im Zuge der 3G-Abschaltung hatten Service-Techniker von Vodafone rund 18.000 Mobilfunkstationen angefahren und die verbaute Systemtechnik für die Abschaltung vorbereitet. Techniker wechselten Komponenten im Betriebsraum der Mobilfunkanlage aus, steckten Kabel um und nahmen Änderungen an der Software vor. Der Abschaltprozess selbst erfolgte aus der Ferne und dauerte rund eine Woche, wie Vodafone erklärt.

Diese Probleme gab es

Guido Weissbrich fährt fort: „Der Abschaltungsvorgang lief problemlos – technisch hat alles bestens funktioniert.“ Kritische Rückmeldungen von Kunden kamen aber insbesondere aus dem Geschäftskundensegment. „Wir haben damit gerechnet, dass es an der ein oder anderen Stelle noch hakt. Die meisten Service-Themen konnten wir im partnerschaftlichen Austausch jedoch zügig lösen“, erzählt Weissbrich. „Meistens ging es um das Zusammenspiel von Endgeräten und Netz. Manches Smartphone benötigte ein Software-Update, in anderen Fällen fehlte schlichtweg eine netzseitige Freischaltung. An der ein oder anderen Stellschraube haben wir also drehen müssen, aber im Großen und Ganzen verlief die 3G Abschaltung unaufgeregt.“

Bei den Privatkunden waren es laut Vodafone hauptsächlich fehlende Einstellungen am Smartphone, die zu Serviceanfragen geführt haben. Viele der Kunden hatten demnach die LTE-Funktion und auch das Telefonieren über LTE (VoLTE) auf ihrem Endgerät nicht aktiviert. Wer VoLTE zum Telefonieren nutzt, profitiert von einer besseren Sprachqualität als im 2G-Netz. Ein Großteil der Kunden kannte diese Funktion überhaupt nicht, wie Vodafone einräumt.

2G-/GSM-Netz bleibt bestehen

Wichtig: Anders als das 3G-/UMTS-Netz schaltet Vodafone das noch ältere 2G-/GSM-Netz nicht ab! Mehr dazu lesen Sie hier:

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