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Vodafone: Aus für MMS - es gibt aber noch eine Galgenfrist

31.12.2021 | 07:15 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Wieder stirbt ein Klassiker: Vodafone hat das Ende der MMS angekündigt. SMS-Fans können aber beruhigt sein.

Demnach wird Vodafone den Versand von Multimedia-Messaging-Service-Nachrichten am 17. Januar 2023 beenden. Sie haben richtig gelesen: 2023 und nicht 2022. Vodafone teilte das aber jetzt schon mit.

Vodafone führte im April 2002 die MMS (Multimedia Messaging Service) in Deutschland ein. Damals war die MMS die einzige Möglichkeit, um über das Handy Bilder und Fotos zu verschicken. Auch Musik oder Töne ließen sich als Multimedia-Nachricht versenden. Mit dem Start der MMS im April 2002 entfiel übrigens auch die Beschränkung auf 160 Zeichen pro SMS. Nicht mal ein Jahr später konnten Vodafone-Kunden sogar kurze Video-Clips verschicken. „Mit der Video-MMS sollen Handybilder ‚laufen lernen‘“, warb Vodafone auf der Cebit 2003 - die Cebit ist bekanntlich längst Geschichte: Chips, Gates und Messebabes - die Geschichte der CeBIT. Voraussetzung für den Versand einer MMS war aber ein MMS-fähiges Handy.

Vodafone nennt als Grund für die Einstellung, dass die MMS kaum noch genutzt werde. Das war vor dem Erscheinen moderner Messenger wie Signal oder Whatsapp oder iMessage auf iPhones anders. Im Dezember 2012 wurde mit rund 13 Millionen verschickten MMS der Rekordwert erreicht. Übrigens wurden laut Vodafone immer im Dezember die meisten MMS verschickt. Weihnachten und wohl vor allem auch Silvester dürften die Gründe dafür sein.

Die SMS (Short Message Service) ist von der MMS-Einstellung nicht betroffen. Sie können also auch nach dem 17.1.2023 SMS im Vodafone-Netz versenden. Der SMS-Dienst funktioniert unabhängig vom MMS-Dienst und feiert im Dezember 2022 sein 30-jähriges Jubiläum. Gegenüber der SMS blieb die MMS aber ein Nischenprodukt, wie ebenfalls der Dezember 2012 zeigt: Damals wurden im Vodafone-Netz rund 1,5 Milliarden SMS verschickt.

So funktioniert die MMS

Technisch erfolgt der Versand einer MMS wie bei einer SMS über das mobile Datennetz im 2G-, 4G oder 5G-Netz. Ein Datentarif ist nicht also notwendig. Ein MMS-Bild wird zunächst auf dem Handy komprimiert, dann an das zentrale Multimedia Messaging Center weitergeleitet und von dort an den Empfänger gesendet. Die Maximalgröße eines MMS-Fotos in allen deutschen Netzen betrug aber nur mickrige 300 Kilobyte, also 0,3 Megabyte. Fotos, die per MMS versendet werden, kommen somit aufgrund der Kompression in einer geringeren Auflösung beim Empfänger an.

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