2377040

Vivy: Millionen Versicherte bekommen App

18.09.2018 | 12:27 Uhr | René Resch

Versicherten von 16 Krankenkassen steht die Vivy-App zur Verfügung. Dabei handelt es sich um eine digitale Gesundheitsakte.

Per Blick in eine App wissen, wann die nächste Vorsorgeuntersuchung oder Impfung ansteht, so etwas wird nun Wirklichkeit. Mit der Vivy-App steht ab heute Millionen von Versicherten von 16 verschiedenen Krankenkassen eine App zur Verfügung, in der sie ihre Gesundheitsdaten selbst überprüfen und verwalten können.

14 gesetzliche sowie zwei private Krankenkassen werden die App zum Start unterstützen. So haben ab heute rund 13,5 Millionen Versicherte Zugriff auf die Vivy-App, mit der ihre persönlichen Daten in einer elektronischen Gesundheitsakte gespeichert werden.

Was kann die Vivy-App?

Die App soll zum Beispiel an Impftermine oder Vorsorgeuntersuchungen erinnern, aber auch digitale Überweisungen, U-Hefte und den Mutterpass speichern. Auch besteht die Möglichkeit, Gesundheitsdaten, Arztbefunde, Laborwerte oder Röntgenbilder per Scan in der App zu speichern und mit anderen behandelnden Ärzten zu teilen. Laut dem Hersteller der App soll man außerdem Dokumente von Ärzten, Laboren und Kliniken anfordern können.

Weiterhin kann Vivy vor Wechselwirkungen von Medikamenten warnen. Personen, die also mehrere Medikamente einnehmen, werden über einen Scan des Codes auf der Medikamenten-Verpackung auf mögliche Wechselwirkungen hingewiesen.

Zudem kann die App mit Sport-Apps oder Fitness-Trackern gekoppelt werden, Daten wie die von Schrittzählern, Pulsmessern oder gesammelte Schlafdaten werden so in der App einfach übernommen.

Welche Krankenkassen machen mit?

Teilnehmende gesetzliche Krankenkassen sind die DAK-Gesundheit, IKK Classic, IKK Nord, IKK Südwest sowie mehrere Betriebskrankenkassen. Auf privater Seite steht die App den Versicherten der Allianz und Barmenia zur Verfügung.

Die großen Krankenkassen AOK sowie die Techniker Krankenkasse (TK) befinden sich beide in Testphasen für eigene elektronische Gesundheitsakten.

Laut Gesundheitsminister Jens Spahn von der CDU sollen digitale Gesundheitsakten bis spätestens 2021 allen Versicherten zugänglich gemacht werden.

Sind die Daten sicher?

Die Daten der Nutzer seien sicher. Nur die Versicherten selbst würden über deren Verwendung entscheiden können, betonen die Verantwortlichen der Vivy GmbH. Die Versicherer, IT-Dienstleister sowie der Entwickler selbst hätten keinen Zugriff auf die Daten. Persönlich zugelassene Datenübertragungen an Ärzte oder andere Stellen laufen komplett verschlüsselt ab. Die App sei als sichere Plattform zertifiziert und als Medizinprodukt zugelassen.

Kritik gibt es jedoch auch. So gab Falk Garbsch, Sprecher des Chaos Computer Clubs (CCC) gegenüber Spiegel Online eine Einschätzung zur App ab: „Es wird mit der Zeit herauskommen, wie gut die Verschlüsselung wirklich ist […] Die Zahl der Angriffe auf Smartphones steigt immer weiter“ . Auch gebe es nach zwei Jahren für viele Geräte keine weiteren Sicherheits-Updates mehr. Laut Garbsch sind Gesundheitsdaten nicht nur intim, sondern könnten auch lukrativ sein. So könnte es sich lohnen, Viren und Trojaner zu entwickeln, um unbefugt an die Daten zu gelangen. Auch kann man nicht sicher sein, ob die Daten innerhalb der Arztpraxen gut geschützt sind.

Die App steht für Android und iOS zur Verfügung. Weitere Informationen rund um die Vivy-App können Sie auf der offiziellen Seite erhalten.

Forscher: Blaues Bildschirm-Licht kann blind machen

PC-WELT Marktplatz

2377040