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Vision-S: Sonys Elektro-Auto in der Öffentlichkeit

30.03.2021 | 08:55 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Sony hat seinen Elektro-Auto-Prototyp Vision-S mit Sensoren, Kameras und Displays vollgestopft. Jetzt zeigte Sony sein Fahrzeug auf einem E-Auto-Event.

Langsam wagt sich Sony mit seinem selbst entwickeltem Auto „ Vision S “ immer mehr in die Öffentlichkeit. Jetzt hat Sony einen Prototyp in Tokyo auf einem E-Auto-Event ausgestellt, wie The Japan News berichtet .

Sony überraschte im Januar 2020 die Öffentlichkeit mit dem Prototyp seines ersten eigenen Elektro-Autos. Im Dezember 2020 führte Sony in Österreich damit Erprobungsfahrten auf öffentlichen Straßen durch (siehe unten). Österreich wurde deshalb ausgewählt, weil Sony den Vision S bei dem österreichischen Auftragsfertiger Magna-Steyr produzieren lässt. Für Ende 2021 sind nun ähnliche Erprobungsfahrten auf öffentlichen Straßen in Japan geplant.

Eine Massenfertigung seines E-Autos plant der japanische Elektronikkonzern derzeit allerdings nicht. Sony sieht den Vision S eher als Demonstrator für seine Hardware und Software, also zum Beispiel für den Einsatz von Sensoren und Kameras zur Erfassung der Umgebung. Darauf basierend soll dann bis zu einem gewissen Grad (teil)-autonomes Fahren möglich sein.

Erprobung in Österreich

Sony hat neue Videos zum Sony Vision-S veröffentlicht. Der Vision-S ist der Prototyp eines Sony-Autos mit der Karosserieform einer klassischen Limousine. Den Vision-S hatte Sony erstmals auf der CES 2020 in Las Vegas vorgestellt. Seit damals hat Sony zusammen mit unterschiedlichen Partnerunternehmen den Prototyp anscheinend weiterentwickelt.

Die jetzt veröffentlichten Videos zeigen den Vision-S bei winterlichen Verhältnissen auf Straßen in Österreich. E in weiteres Video zeigt die Entwicklung eines derartigen Autos sowie dessen Technik.

Sony kann ein Auto nicht komplett allein entwickeln, dafür fehlt dem Elektronikkonzern das automobile Fertigungswissen. Deshalb kooperiert Sony mit dem bekannten Automobil-Zulieferer und -Produzenten Magna Steyr aus Österreich. Sonys Vorgehen könnte man also mit dem von Apple vergleichen, das sich mit Hyundai einen erfahrenen Automobilhersteller für die Produktion seines ersten eigenen Autos gesucht hat - sofern Apple tatsächlich ein eigenes Auto bringen sollte.

Sony hat den Vision-S mit 40 Sensoren vollgestopft. Sie sollen die Umgebung des vernetzten Fahrzeugs im 360-Gradwinkel erfassen. Das Armaturenbrett dominiert ein riesiges Display mit fünf Abschnitten in der Mitte, mit denen man die Kamera, die Einstellungen, Navigation, Musik- und Videofunktionen regelt. Zur Ausstattung des Fahrzeugs gehören außerdem Sprachsteuerung und Gestensteuerung. Die Software des Fahrzeugs soll sich kabellos aktualisieren lassen. Eine 5G-Verbindung ist ebenfalls integriert. Das alles bieten aber auch schon andere Autos, die man bereits oder demnächst kaufen kann. Insofern stellt sich die Frage, wodurch sich der Sony Vision-S von der bereits erhältlichen Konkurrenz abheben soll.

Vermutlich dürfte sich Sony auf Kamera-Funktionen konzentrieren, denn hier hat der japanische Konzern eine besondere Kompetenz. Mit der im Innenraum verbauten Kamera sollen sich die Insassen identifizieren und deren Zustand erkennen lassen. Entdeckt die Kamera, dass auf dem Rücksitz ein Passagier schläft, dann soll das Fahrzeug automatisch die Klimaanlage rund um dessen Sitz entsprechend anpassen. Das Auto soll erkennen, welche Temperaturen der Fahrer bevorzugt, welche Musik er gerne hört und welche Routen er bevorzugt fährt. Auch das können einige moderne Systeme bereits.

Neben Magna Steyr gehören auch Bosch, Continental, AIMotive (ein Start-up aus Ungarn), Elektrobit (gehört Continental), Valeo, Vodafone und ZF zu den Kooperationspartnern von Sony. Sowie Here, Nvidia, Blackberry/QNX und Qualcomm, wie TechCrunch berichtet.

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