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Virus-Angriff legt das Berliner Kammergericht lahm

29.10.2019 | 16:46 Uhr | Michael Söldner

Das Berliner Kammergericht wurde Opfer eines Virus-Angriffs. Verantwortlich dafür war unter anderem ein veraltetes System.

Durch einen Virus-Angriff wurde das Berliner Kammergericht schwer getroffen . Alle Computer mussten vom Internet getrennt werden. Die Attacke war Experten zufolge nur eine Frage der Zeit, denn das Kammergericht nutzt wie viele andere Gerichte der ordentlichen Gerichtsbarkeit ein veraltetes System namens Aulak. Laut Tagesspiegel basiert dieses auf Windows 95, als Ergebnis forderten schon 2017 mehrere Experten die Abschaffung des veralteten IT-Systems. In einzelnen Bereichen der Amtsgerichte und am Landgericht wurde Aulak schon ausgemustert, am Kammergericht komme es jedoch noch zum Einsatz.

Die Unternehmensberatung Accenture Operations warnte schon vor zwei Jahren vor den mit Aulak verbundenen Sicherheitsrisiken. Das Programm sei durch nicht unterstützte Betriebssysteme ein Einfallstor für Schadsoftware. Einige Bundesländer wechselten auf das Programm Forumstar. Doch auch dieses gilt unter Experten schon wieder als veraltet, weil keine Updates mehr erscheinen. Als Reaktion wurde es in einigen Bundesländern schon wieder abgeschafft. Am Kammergericht musste trotz IT-Ausfall bislang keine Verhandlung ausfallen. In Sonderschichten wurden Termine und Dokumente händisch aus den Akten extrahiert. Die gesperrten Verzeichnisse hätten jedoch teilweise die Arbeit von Jahrzehnten zerstört. Vor dem Jahr 2020 sei nicht damit zu rechnen, dass das Berliner Kammergericht wieder ans Netz angeschlossen werden kann.

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