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Virtuelle Güter für 1580 Euro

23.11.2007 | 08:55 Uhr |

Grund für die Auseinandersetzung und dem Frust von Bernd B. sind neue kostenpflichtige Waffen, die so genannten Drohnen, die Bigpoint kurz nach dem Gewinn des Online-Stars 2007 als virtuelle Güter ins Spiel einführte.

"Die erste Drohne kostet 15.000 Uridium (6 Euro), der Preis verdoppelte sich mit jeder weiteren (maximal acht). Die Drohne ist aber nur der Waffenhalter, d.h. man muss auch noch die entsprechenden Waffen und Munition kaufen - das summierte sich schnell auf bis zu 4 Millionen Uridium. Je nach Bezahlart hätte man dafür zwischen 1188 und 1580 Euro hinlegen müssen", sagt Bernd B. im Gespräch mit der PC-WELT.

Nach zunächst heftigsten Protesten im Forum, senkte Bigpoint die Beschaffungskosten der Drohnen auf 647.000 Uridium. "Nach dem Preisschock ist man schon fast dankbar dafür, dass man jetzt nur noch zwischen 180 und 321 Euro auf den Tisch von Bigpoint legen soll. Viele haben zugegriffen und bezahlt", bestätigt Bernd B., denn: "Trifft man auf einen Spieler mit Drohnen, hat man im Gefecht keine Chance, selbst mit dem stärksten Raumschiff im Spiel."

Jedoch werden die Gamer seitens Bigpoint keineswegs gezwungen die teueren Waffen zu kaufen. Als Alternative könnten sie auch genügend Rohstoffe sammeln, um sich die Drohnen zu leisten. Jedoch findet man den hochwertigen Rohstoff Uridium im Weltraum von "Dark Orbit" nur in sehr seltenen 20er, 50er und 100er-Päckchen. "Ist man fleißig schafft man bis zu 2500 Uridium am Tag. Das niemand Lust hat ein Jahr zu sammeln ist klar", sagt Bernd B.

"In der Vergangenheit haben wir die Preise so weit heruntergesetzt, dass ein starkes Ungleichgewicht zwischen den zahlenden und nicht zahlenden Spielern aufgetreten ist", begründet Bigpoint-Geschäftsführer Heiko Hubertz.

"Es war ein sehr hoher Preis, wir hätten ihn aber eigentlich noch viel höher setzen können. Das Ziel war nicht, dass die Leute es wirklich kaufen, sondern die Güter erspielen. Im Fall der Drohnen haben wir gesagt, wenn sich jemand den großen Vorteil verschaffen möchte, muss er schon in die Tasche greifen. Wir sind davon ausgegangen, dass dies keiner tun wird, da es eigentlich als Langzeitmotivation gedacht war."

Bigpoint kam seinen Nutzern nach den Protesten mit einer Reduzierung entgegen. "Die Leute wollten sich die Drohnen erkaufen, deshalb haben wir den Preis reduziert. Jedoch nicht so weit, dass der Reiz am erspielen erlöscht."

Doch genau dieser Reiz scheint bei einigen Spielern erloschen. Die ambitionierten Spieler haben die Wahl zu bezahlen, oder während des Sammelns von Uridium abgeschossen zu werden. Bei jeder Zerstörung müssen das Raumschiff und die zuvor erstandenen Drohnen mit Rohstoffen repariert werden. Die Kosten sind also je nach Spielverlauf nicht durchschaubar.

Diese Gefahr hat auch Bernd B. erkannt, trotzdem spielt er weiter: "Ich habe für dieses Spiel schon weit über 300 Euro ausgegeben und bin damit eher ein sparsamer Spieler. Das Problem aber ist: Wenn Bigpoint mal wieder Geld braucht, erfinden sie einfach neue, noch teurere Uridium-Items. Wer dann vorne mitspielen will muss bezahlen, oder aufgeben und seinen Account auf Ebay verkaufen ."

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