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Verseuchte Freeware

03.01.2008 | 11:00 Uhr | Arne Arnold

Infektion erwünscht
Der Begriff „werbefinanzierte Freeware“ hat einen negativen Beigeschmack, der die meisten Anwender davon, abhält, ein solches Programm zu nutzen. Darum achten clevere Programmierer genau darauf, dass ihr Tool nicht in diese Ecke gestellt wird.

Firefox bietet ein Google-Suchfeld, das den Machern des Browsers bares Geld bringt.
Vergrößern Firefox bietet ein Google-Suchfeld, das den Machern des Browsers bares Geld bringt.
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Firefox: Sehr clever sind etwa die Macher von Mozilla Firefox. Sie integrierten in die Symbolleiste des Browsers ein Suchmaschinen-Eingabefeld, das standardmäßig auf Google eingestellt ist. Die meisten Anwender empfinden das als Service, als nützliche Funktion – nicht aber als das, was es für Mozilla in erster Linie ist: die Finanzierung ihrer Organisation über Werbung. Denn dieses Suchfeld stellt die Haupteinnahmequelle für Mozilla dar. Und das geht so: Firefox übermittelt den Suchbegriff an Google und kennzeichnet ihn als eine Anfrage, die von diesem Browser kommt. Das erkennen Sie an der Adresszeile, die Firefox aufruft: dort steht am Ende „rls=org.mozilla:de:official&client=firefox“. Klicken Sie im weiteren Verlauf auf Werbung, verdient daran nicht nur Google, sondern auch die Mozilla Corporation – und das nicht schlecht. Die Corporation gibt es seit 2005, sie ist eine hundertprozentige Tochter der Non-Profit-Organisation Mozilla Foundation. Als solche muss Sie ihre Ein- und Ausgaben bekannt machen. Im Jahr 2005 verdiente Mozilla ganze 50,5 Millionen Dollar über die Kooperation mit Suchmaschinen – vornehmlich Google, im Jahr 2006 waren es 61,5 Millionen. Vor diesem Deal mit Google lagen die Gesamteinnahmen deutlich darunter. Im Jahr 2004 beliefen sie sich auf 5,8 Millionen Dollar, im Jahr davor auf nur 2,4 Millionen. Den Report gibt es über hier als PDF-Datei .

Unsere Meinung: Wir finden, gegen das Suchfeld in der Symbolleiste lässt sich eigentlich wenig einwenden;. Es erhöht den Bedienkomfort, und wenn Mozilla daran verdient, geht das auch in Ordnung. Schließlich speichert Mozilla dabei keine anwenderbezogenen Daten. Anders sieht das aber bei etlichen Toolbars aus.

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