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Verizon will 1 Milliarde Dollar Rabatt für Yahoo wegen Hacker und Spionage

07.10.2016 | 10:47 Uhr |

Verizon will eine Milliarde Dollar weniger für Yahoo zahlen als bisher geplant. Wegen des riesigen Hackerangriffs und des Spionage-Vorwurfs.

Verizon teilte im Juli 2016 mit, dass es das Internetgeschäft des angeschlagenen Internet-Pioniers Yahoo übernehmen wolle. Damals wollte Verizon 4,8 Milliarden US-Dollar (knapp 4,32 Milliarden Euro) für Yahoos Kerngeschäft bezahlen.

Doch seitdem wurde bekannt, dass Yahoo mindestens zwei Riesen-Leichen im Keller liegen hat: Den Verlust von 500 Millionen Nutzerdaten und Spionage-Tätigkeiten für US-Geheimdienste. Im ersten Fall handelt es sich um einen Hackerangriff aus dem Jahr 2014, bei dem die Angreifer die Daten von 500 Millionen Yahoo-Nutzern erbeuteten: Namen, Mail-Adressen, Geburtsdaten sowie verschlüsselte Passwörter (bcrypt). In einigen Fällen auch verschlüsselte und nicht verschlüsselte Sicherheitsfragen und -antworten. Im zweiten Fall geht es darum, dass Yahoo 2015 für einen US-Geheimdienst die Mails von Millionen Yahoo-Nutzern heimlich durchsucht hat. Yahoos damaliger Sicherheits-Chef wusste davon nichts und verließ das Unternehmen, als er nachträglich davon erfuhr. Das heimliche Schnüffeln hatte offensichtlich Yahoo-Chefin Marissa Mayer selbst angeordnet.

Marissa Mayer könnte als eine der größten Geldvernichterinnen in die IT-Geschichte eingehen. Denn Verizon will nach diesen Katastrophen-Nachrichten deutlich weniger für Yahoos Kerngeschäft bezahlen: Eine Milliarde weniger als ursprünglich angeboten. Also nur noch 3,8 statt 4,8 Milliarden Dollar, wie US-Medien berichten. Das sind umgerechnet rund 3,41 Milliarden Euro.

Yahoo wehrt sich bisher aber gegen einen Preis-Nachlass: Vertrag sei Vertrag, zitieren US-Medien Yahoo-Verantwortliche. Verizon soll zudem eine Milliarde Dollar zurückgelegt haben, um mögliche Folgekosten aus dem Yahoo-Hackerangriff mit 500 Millionen betroffenen Kunden abfangen zu können. Beispielsweise für Schadenersatzklagen.

Der Telekommunikationskonzern Verizon will Yahoo mit AOL zusammenlegen und daraus einen neuen Internet-Giganten schmieden. Das neue Unternehmen soll Google und Facebook auf Augenhöhe begegnen. Nach dem Zusammenschluss hätte das neue Unternehmen rund eine Milliarde Kunden, bis 2020 sollen es zwei Milliarden werden.

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