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Verbraucherschützer warnen vor Abo-Falle mit Streamingportalen

04.02.2021 | 09:50 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Mails mit Rechnungen für die angebliche Anmeldung bei Film-Streamingportalen landen derzeit in den Mail-Postfächern vieler Benutzer. Die Betroffenen sollen mehrere hundert Euro zahlen.

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein warnt vor Abo-Fallen in Zusammenhang mit Streamingportalen. Demnach verschicken derzeit Betrüger vermehrt „dubiose Rechnungen von Film-Streaming-Portalen“ via E-Mail. Mehrere Betroffene aus Schleswig-Holstein hätten fragwürdige Rechnungen über mehrere hundert Euro erhalten. Die Betroffenen sollen angeblich kostenpflichtige Premium-Abos abgeschlossen haben, wie aus den E-Mails hervorgeht. Die Absender der Rechnungen nutzen verschiedene Namen wie „Baruplay“, „Megplay“ oder „Didplay“.

In den Mails steht:„Ihre 5-Tage-Testphase ist abgelaufen!“. Angeblich sollen sich die Empfänger auf einem Streaming-Portal für eine kostenfreie 5-Tage-Testphase registriert haben. „Laut unseren Nutzungsbedingungen hatten Sie die Möglichkeit, Ihren Account während der gesamten Testphase aus Ihren Einstellungen zu löschen. Da Sie es nicht getan haben, wurde Ihr Account automatisch mit dem Premium-Status um 1 Jahr verlängert“, zitieren die Verbraucherschützer aus den Mails.

Die Angeschriebenen sollen mehrere hundert Euro innerhalb weniger Tage auf ein Konto in England überweisen. Die Verfasser der Mails nennen in den Zahlungsaufforderungen die vollen Namen der Empfänger und Registrierungsdaten wie IP-Adresse, Browser und Betriebssystem. Falls sich die Angeschriebenen weigern zu bezahlen, drohen die Absender der „Rechnungen“, diese an ihren Anwalt oder ein Inkassobüro weiterzugeben.

Laut den Verbraucherschützern hätten sich einige der Angeschriebenen tatsächlich für ein Test-Abo registriert, andere können sich dagegen nicht an einen Besuch auf der angegebenen Internetseite erinnern.

Die Verbraucherzentrale bezweifelt, dass die Angaben der Anbieter stimmen. Die Verbraucherschützer vermuten dahinter Betrüger, die falsche Identitäten nutzen. Dafür spräche, dass die Betreiber der angeblichen Streamingdienste offenbar regelmäßig weitere Seiten ins Internet stellen würden. Als Unternehmenssitz sei meist Großbritannien angegeben. Die Seiten würden sich kaum voneinander unterscheiden und würden auf den ersten Blick oft seriös und professionell wirken.

Die Verbraucherschützer raten:

  • Zweifelhafte Rechnungen über ein angebliches Jahres-Abo sollten Betroffene zunächst nicht bezahlen. Nachträglich lässt sich das Geld kaum zurückholen.

  • Wer unsicher ist, ob es sich um eine berechtigte Forderung handelt, findet bei der Rechtsberatung der Verbraucherzentrale Unterstützung.

  • Eine Strafanzeige bei der Polizei in solchen Fällen kann helfen, die Betrügereien einzudämmen.

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