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Verbraucherschützer mahnen E-Scooter-Verleiher ab

27.08.2019 | 12:14 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Verbraucherschützer mahnen fünf bekannte Verleiher von E-Scootern ab, unter anderem TIER und Lime. Denn wer einen E-Scooter ausleiht, muss unter Umständen Schaden selbst bezahlen und ist sogar für die Verkehrssicherheit des E-Scooters verantwortlich.

Der Druck auf die E-Scooter-Anbieter und -Verleiher wächst von allen Seiten. Die Städte stellen strengere Regeln auf, damit E-Scooter nicht mehr wahllos irgendwo abgestellt werden. Die Polizei fordert ein strengeres Vorgehen gegen Alkoholfahrten mit dem E-Scooter,  von einem absoluten Alkoholverbot und Helmpflicht ist die Rede. Und jetzt mahnen die Verbraucherzentralen sogar fünf Verleiher von E-Scootern wegen unzulässiger Klauseln in den Nutzungsbedingungen ab.

Die Verbraucherschützer werfen den E-Scooter-Verleihern vor, dass deren Nutzungsbedingungen vielfach verantwortungslos und unzulässig seien. Vor allem Haftungsfragen würden darin nicht ausreichend geklärt, beziehungsweise auf die Nutzer abgewälzt. Deshalb haben die Verbraucherzentralen diese fünf E-Scooter-Verleiher wegen insgesamt 85 Klauseln abgemahnt: JUMP Bicycles GmbH, LMTS Germany GmbH (Circ), Neutron Holdings (Lime), TIER Mobility GmbH und die VOI Technology Switzerland AG.

Die Anbieter würden außerdem oft jede Verantwortung für den Zustand der E-Roller ablehnen und wollten nicht einmal garantieren, dass der Vermietungsservice funktioniere. Sogar die Wartung und Inspektion der Leih-E-Scooter würden die Verleiher an die zahlenden Kunden abwälzen. Denn diese müssten bei einigen Verleihern vor Fahrtbeginn selbst den Zustand von Bremsen, Beleuchtung, Räder, Rahmen und Akkus überprüfen. Ohne das dafür nötige Fachwissen zu besitzen.

Ein weiteres Problem, so die Verbraucherschützer, sei die Formulierung "auf eigene Gefahr" beim Mieten eines E-Scooters. Das könne in bestimmten Fällen dazu führen, dass der E-Scooter-Ausleiher bei einem Unfall für Schäden selbst haften müsse. Und zwar unabhängig von seinem tatsächlichen Verschulden. Auch bei einem Diebstahl des E-Scooters könnte es unter Umständen für den aktuellen Ausleiher teuer werden. Außerdem kritisieren die Verbraucherschützer, dass die Vermieter jederzeit ihren Service einschränken oder einstellen könnten.

Weitere Kritikpunkte sind die nach Meinung der Verbraucherschützer "völlig überzogenen Strafgebühren" und die Nichterstattung von Mietgebühren, wenn der Kunde die Fahrt gar nicht antreten konnte, weil der E-Scooter defekt war.

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