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Verbraucherschützer kritisieren Windows 10

11.08.2015 | 09:52 Uhr |

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz übt Kritik an der Datensammelwut von Windows 10.

"Windows 10 - Überwachung bis zum letzten Klick", so lautet der Titel eines Beitrags der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, in dem das Ausmaß der Datensammelwut von Windows 10 kritisiert wird. Windows 10, so die Verbraucherschützer, sei ein Betriebssystem, das "den PC in eine Art private Abhöranlage verwandelt."

Microsoft biete zwar Besitzern von Windows 7 und Windows 8 das neue Betriebssystem als Gratis-Upgrade an, allerdings sei es dennoch nicht kostenlos. "Alle Anwender bezahlen aber zusätzlich, nämlich durch die Preisgabe ihrer Daten", so die Verbraucherzentrale. Wer die Datenschutzbestimmungen von Windows 10 akzeptiere, stimme auch einer "umfassenden Ausforschung der Nutzung ein." So werte Microsoft nicht nur die Namen, Postadresse, Alter, Geschlecht und die Telefonnummer der Nutzer aus, sondern auch die Standorte der Geräte, eingegebene Suchbegriffe, Kontakte zu anderen Personen und die gekauften Artikel, wie etwa Musik und Filme. "Windows 10 gibt dem Rechner sogar eine eindeutige Identifikationsnummer zur Verwendung durch App-Entwickler und Werbenetzwerke", tadeln die Verbraucherschützer.

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Microsoft könne mit diesen Daten "prächtig verdienen". Die Auswertung der Daten erlaube unter anderem Rückschlüsse auf die Gewohnheiten, Bedürfnisse und die Kaufkraft der Nutzer. Dadurch könne noch präzisere Werbung an die Verbraucher ausgeliefert werden. Außerdem können die Daten an Dritte weitergegeben werden, wenn dafür seitens der Nutzer eine Einwilligung vorliege. "Nutzer digitaler Geräte werden immer mehr selbst zu einer Ware, die vermarktet wird", so Christian Gollner, Rechtsreferent der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Gollner weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass die Nutzerdaten nicht nur für personalisierte Werbung verwendet werden können, sondern auch um Vertragskonditionen, Rabatte und Preise jeweils an den Nutzer anzupassen. Dadurch werde Nutzer am Markt ungleich behandelt, was die Suche nach günstigen und geeigneten Angeboten erschwere.

Die Empfehlung an die Nutzer lautet, nicht die Standard-Datenschutzeinstellungen von Windows 10 zu verwenden, sondern diese entsprechend anzupassen. Außerdem können die Nutzer Windows 10 auch mit einem lokalen Konto nutzen, bei dem im Gegensatz zur Nutzung mit einem Microsoft-Konto die persönlichen Nutzerdaten nicht in der Cloud abgespeichert werden. Weitere Details hierzu finden Sie im PC-WELT.tv-Video: Windows 10 - Datensammelwut stoppen.

Windows 10 sammelt in den Express-Einstellungen jede Menge Nutzerdaten. Beispielsweise besuchte Webseiten, den Standort mobiler Windows-10-Geräte und vieles mehr. Wie Sie diese Datensammelwut einschränken, erfahren Sie in diesem Video.

Für eine grundsätzliche Lösung fordern die Verbraucherschützer eine schnelle Verabschiedung der EU-Datenschutzgrundverordnung, die die Prinzipien "Privacy by Design" und Privacy by Default" beachtet. "Danach müssen Geräte und Dienste so gestaltet oder zumindest so voreingestellt sein, dass sie Daten ausschließlich für die Zwecke erheben und verwenden, die für die Nutzung erforderlich sind", erklärt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

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